22.10.2026 - 10:57 Uhr

CDU-Politiker Heuer bleibt bei Wahl von Siegmund im Saal

Der frühere CDU-Fraktionschef Guido Heuer stellt sich gegen die geplante Saalverlass-Aktion seiner Fraktion. Seine eigene Stimme für oder gegen den AfD-Kandidaten Ulrich Siegmund will er nicht offenlegen.

Guido Heuer widerspricht CDU-Linie im LandtagDer CDU-Landtagsabgeordnete und ehemalige Fraktionschef in Sachsen-Anhalt, Guido Heuer, will bei der Ministerpräsidentenwahl im Dezember im Plenarsaal bleiben. Damit stellt er sich gegen die angekündigte Linie der CDU-Fraktion, die eine mögliche Wahl des AfD-Politikers Ulrich Siegmund durch ein geschlossenes Verlassen des Saals begleiten will.Geheime Abstimmung bleibt offenHeuer hält den Auszug für eine politische Vorfestlegung und für eine Offenlegung der Enthaltung. Wie er bei der geheimen Wahl abstimmen wird, ließ er offen.Auch nach dem Wahlgang will sich der CDU-Politiker nach eigenen Angaben nicht zu seinem Abstimmungsverhalten erklären.Kritik an Umgang mit AfD-WahlenDie Empörung über die Wahl des AfD-Politikers Tobias Rausch zum Landtagspräsidenten weist Heuer zurück. Weil die Wahl geheim gewesen sei, müsse sie aus seiner Sicht nicht aufgearbeitet werden.Leo NotdurfterTrading-CoachUS-Eröffnung lesen wie ein Trader (Live-Webinar)Trader der trading-house Börsenakademie zeigen Einsteigern live Chartmuster, Einstieg und Absicherung - Deine Fragen inklusive.Mittwochs 15:15 Uhr | 45 Minuten | 1x anmelden | seit 1998 | kostenlosMeinen Platz sichernAnzeige | trading-house BörsenakademieHeuer fordert rote Linien statt BrandmauerStattdessen müsse sich die CDU mit ihrem eigenen Zustand beschäftigen, sagte Heuer. Die Partei habe in der Bevölkerung derzeit ein absolutes Glaubwürdigkeitsproblem.Von der bisherigen Brandmauer-Politik der Union grenzt sich Heuer ab. Er fordert eine Politik der roten Linien, schließt eine Koalition oder Tolerierung der AfD aber weiterhin aus.Minderheitsregierung bleibt für Heuer möglichBei Sachfragen müsse die CDU nach Heuers Ansicht auch mit wechselnden Mehrheiten arbeiten können. Eine Minderheitsregierung dürfe kein Tabu sein.Forderung nach personellem NeuanfangNach der Wahlniederlage der CDU in Sachsen-Anhalt verlangt Heuer einen personellen und thematischen Neuanfang des Landesverbands. Die Verantwortung dafür dürfe nicht allein bei der Bundespartei gesucht werden.Auch die Rolle von Bundeskanzler und CDU-Bundeschef Friedrich Merz bewertet Heuer kritisch. Der Rückenwind aus Berlin habe der Landes-CDU nicht geholfen; zuerst müsse Sachsen-Anhalt selbst einen personellen Neuanfang leisten. Die angekündigte Sitzplatzentscheidung Guido Heuers verschärft den innerparteilichen Konflikt der CDU in Sachsen-Anhalt vor der für Dezember geplanten Ministerpräsidentenwahl. Die Fraktion wollte eine mögliche Wahl des AfD-Politikers Ulrich Siegmund durch ein geschlossenes Verlassen des Plenarsaals begleiten und damit eine Enthaltung kenntlich machen. Heuer bewertet dieses Vorgehen als politische Vorfestlegung, lässt seine geheime Stimmabgabe aber ausdrücklich offen.Im Zentrum steht damit nicht nur das Verhalten während des Wahlgangs, sondern die strategische Ausrichtung der Landespartei. Heuer verbindet seine Kritik an der Brandmauer mit der Forderung nach roten Linien: Eine Koalition oder Tolerierung der AfD lehnt er nach eigenen Angaben ab, wechselnde Mehrheiten bei Sachfragen und eine Minderheitsregierung will er jedoch nicht grundsätzlich ausschließen.Folgen für die CDU im LandtagDie Debatte fällt in eine Phase, in der die CDU ihre Niederlage bei der Landtagswahl aufarbeiten muss. Heuers Forderung nach einem personellen und thematischen Neuanfang richtet sich zunächst an den Landesverband, zugleich macht er deutlich, dass die Bundespartei und Friedrich Merz aus seiner Sicht nicht allein für die schwachen Umfragewerte verantwortlich gemacht werden können. Für die anstehende Wahl erhöht sein angekündigtes Verhalten den Druck auf die Fraktionsführung, den Umgang mit einer möglichen AfD-Kandidatur politisch und parlamentarisch zu erklären. Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragenn-tv: „CDU-Abgeordneter will bei Siegmund-Wahl im Saal bleiben“ (22.10.2026)Der Bericht bestätigt Heuers angekündigten Verbleib im Plenarsaal bei einer möglichen Wahl Siegmunds im Dezember. Im Mittelpunkt steht dort der Gegensatz zur angekündigten Linie der CDU-Fraktion; seine konkrete geheime Stimmabgabe bleibt ebenfalls offen.Stern: „Sachsen-Anhalt: CDU-Abgeordneter will bei Siegmund-Wahl im Saal bleiben“ (22.10.2026)Der Stern stellt ebenfalls Heuers Abweichung von der Fraktionslinie heraus und ordnet sie unmittelbar der möglichen Ministerpräsidentenwahl zu. Beide Beiträge stimmen beim Kernereignis überein; offen bleibt in beiden Darstellungen, wie Heuer geheim abstimmen wird und welche Konsequenzen sein Vorgehen für die Fraktion hat.Die aktuelle Berichterstattung ist sich beim angekündigten Verbleib Heuers im Saal einig. Unterschiede liegen vor allem in der Gewichtung zwischen dem konkreten Wahlgang und dem größeren Streit über den Umgang der CDU mit der AfD.