22.10.2026 - 12:34 Uhr

Dax fällt auf 25.425 Punkte – SAP trotz Zahlen unter Druck

Der deutsche Leitindex gibt bis zum Mittag 0,9 Prozent nach. Neben Gewinnmitnahmen bei SAP belasten hohe Energiepreise, Anleiherenditen und enttäuschende Branchensignale die europäischen Aktienmärkte.

Dax verliert bis zum Mittag 0,9 ProzentDer Dax ist am Donnerstag nach einem bereits schwachen Start bis zum Mittag weiter klar gefallen. Gegen 12:30 Uhr wurde der Leitindex mit rund 25.425 Punkten berechnet und lag damit 0,9 Prozent unter dem Schlussniveau des Vortags.Infineon, SAP und Siemens Energy schwachAm unteren Ende der Kursliste rangierten Infineon, SAP und Siemens Energy. Dem Abwärtstrend trotzten unter anderem Merck, Zalando und Hannover Rück.„Die Nervosität an den europäischen Aktienmärkten bleibt hoch“, sagte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst bei CMC Markets. Immer mehr Unternehmen scheiterten selbst an bereits gesenkten Erwartungen und würden dafür von Anlegern konsequent abgestraft.Gewinnmitnahmen trotz SAP-ZahlenDie enttäuschenden Zahlen des französischen Luxusgüterkonzerns Hermès belasteten laut Lipkow den gesamten Sektor. Auch SAP könne aus überzeugenden Quartalsergebnissen kein Kapital schlagen; Investoren nutzten die Gelegenheit stattdessen für Gewinnmitnahmen.Inflation und Anleihemärkte im FokusGleichzeitig blieben die Entwicklung an den Anleihemärkten und die Inflation entscheidende Belastungsfaktoren. Hohe Energiepreise hielten den Kostendruck aufrecht, während eine nachhaltige Entspannung bei den Staatsanleiherenditen ausblieb.Damit fehle den Aktienmärkten ein wichtiger Impuls für eine dauerhafte Erholung. Solange weder von der Zins- noch von der Inflationsseite Entlastung komme, dürften viele Anleger Gewinne sichern und ihre Risiken reduzieren, so Lipkow.Euro und Rohstoffe bewegen sich unterschiedlichDie europäische Gemeinschaftswährung war am Donnerstagnachmittag etwas schwächer. Ein Euro kostete 1,1220 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8913 Euro zu haben.Der Goldpreis gab deutlich nach: Für eine Feinunze wurden am Nachmittag 4.091 US-Dollar gezahlt, 1,2 Prozent weniger als zuvor. Das entsprach einem Preis von 117,24 Euro pro Gramm. Der Ölpreis stieg dagegen stark; ein Fass der Nordseesorte Brent kostete gegen 12 Uhr deutscher Zeit 111,90 US-Dollar und damit 2,9 Prozent mehr als zum Schluss des vorherigen Handelstags. Der Dax steht am Donnerstagmittag unter Druck, obwohl die Berichtssaison zunächst positive Signale liefert. Die Reaktion auf SAP zeigt, dass Anleger derzeit nicht allein auf Umsatz- oder Gewinnzahlen schauen, sondern stärker auf Bewertung, Ausblick und die Frage, ob Ergebnisse bereits im Aktienkurs eingepreist sind.Zusätzlichen Druck erzeugen die Vorgaben aus dem europäischen Luxusgütersektor und die anhaltende Unsicherheit an den Finanzmärkten. Hohe Energiepreise können die Kosten vieler Unternehmen erhöhen und zugleich die Inflation anheizen. Steigende oder länger hoch bleibende Anleiherenditen machen festverzinsliche Anlagen attraktiver und belasten die Bewertung künftiger Unternehmensgewinne.Ölpreis erhöht BelastungsrisikenDer deutlich gestiegene Brent-Preis verschärft diese Gemengelage. Für energieintensive Unternehmen und Verbraucher bedeutet ein höherer Ölpreis potenziell steigende Transport-, Produktions- und Heizkosten. An den Aktienmärkten dürfte deshalb entscheidend bleiben, ob sich die Preis- und Zinsrisiken in den kommenden Handelstagen weiter verstärken oder ob die Berichtssaison neue positive Impulse liefert. Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragentagesschau: „Marktbericht: Tech-Bilanzen treiben den DAX nicht mehr voran“ (22.10.2026)Der Beitrag ordnet die schwache Dax-Entwicklung in die Reaktion der Märkte auf Technologiebilanzen ein und hebt bei SAP das Wachstum der Cloud-Aufträge um 26 Prozent auf 24,1 Milliarden Euro hervor. Damit liegt der Schwerpunkt stärker auf den operativen Kennzahlen des Softwarekonzerns, während die dts-Meldung die Gewinnmitnahmen und das belastete Gesamtumfeld betont.Die Berichte stimmen darin überein, dass gute Unternehmenszahlen den Aktienmarkt nicht automatisch stützen. Offen bleibt, ob sich die negative Reaktion auf SAP im weiteren Handelsverlauf abschwächt.