22.10.2026 - 05:00 Uhr

Özdemir fordert gemeinsame Kandidatin für Bundespräsidentenwahl

Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir bringt eine überparteiliche Verständigung für die Nachfolge von Frank-Walter Steinmeier ins Gespräch. Zugleich spricht er sich für eine Frau an der Staatsspitze aus und rückt damit die Debatte um Ilse Aigner in den Fokus.

Özdemir fordert gemeinsame KandidaturBaden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir fordert, dass sich CDU, CSU, SPD und Grüne auf eine gemeinsame Kandidatin oder einen gemeinsamen Kandidaten für die Bundespräsidentenwahl verständigen. Zugleich spricht sich der Grünen-Politiker für eine Frau als Nachfolgerin von Frank-Walter Steinmeier aus.„Mein Vorschlag wäre, dass CDU, CSU, SPD und Grüne sich auf eine gemeinsame Kandidatin oder einen Kandidaten verständigen, damit die Person die Amtszeit gestärkt führen kann“, sagte Özdemir dem „Tagesspiegel“.Wahltermin steht festDie Bundesversammlung soll am 30. Januar 2027 über die Nachfolge Steinmeiers entscheiden. Özdemir begründet seinen Vorstoß auch mit dem Wunsch nach einer Persönlichkeit, die das Land in schwierigen Zeiten zusammenhält.Nach insgesamt zwölf Bundespräsidenten sei es aus seiner Sicht Zeit für eine Frau an der Spitze des Staates. Einen konkreten Namen nannte der baden-württembergische Ministerpräsident nicht.Leo NotdurfterTrading-CoachCharts lesen wie ein Trader: live zur US-EröffnungIm Trading Kickstart der trading-house Börsenakademie (seit 1998) zeigen erfahrene Trader live, wie sie Chartmuster, Einstieg und Absicherung einordnen - Deine Fragen inklusive. Kein Vorwissen nötig.Nächster Termin: Mittwoch, 15:15 bis 16:00 Uhr | live | 1x anmelden, jede Woche dabeiKostenlosen Platz sichernAnzeige | trading-house BörsenakademieUnion berät über mögliche NamenUnion und SPD verfügen in der Bundesversammlung über eine komfortable Mehrheit. Wegen der Sitzverhältnisse dürfte die CDU/CSU als klar stärkste Fraktion das Vorschlagsrecht beanspruchen.CSU-Chef Markus Söder hat sich wiederholt für Bayerns Landtagspräsidentin Ilse Aigner ausgesprochen. Die frühere Agrarministerin wird zugleich als mögliche Nachfolgerin Söders gehandelt und genießt auch in der SPD Sympathien.Entscheidung im November erwartetÖzdemir hatte Aigner im August als „einen sehr interessanten Vorschlag“ bezeichnet. In Unionskreisen wurden zuletzt außerdem Hessens Ministerpräsident Boris Rhein und der frühere Verfassungsrichter Udo di Fabio als mögliche Kandidaten genannt.Mehrere SPD-Politiker und Vertreterinnen der Frauen-Union werben seit Längerem für eine Frau als Staatsoberhaupt. Mit Spannung wird erwartet, ob sich Söder und Bundeskanzler Friedrich Merz beim CSU-Parteitag am Wochenende zu Aigner äußern.Mit einer offiziellen Nominierung Aigners auf dem Parteitag wird in CSU-Kreisen nicht gerechnet. Die Entscheidung über die Kandidatur dürfte nach Einschätzung von CDU/CSU-Kreisen im November fallen. Die Bundespräsidentenwahl am 30. Januar 2027 wird durch die Mehrheitsverhältnisse in der Bundesversammlung geprägt. Union und SPD verfügen dort über eine komfortable Mehrheit, sodass die Union als stärkste politische Kraft voraussichtlich erheblichen Einfluss auf die Kandidatenkür haben wird.Özdemirs Vorstoß zielt deshalb nicht nur auf die Geschlechterfrage, sondern auch auf das Verfahren. Eine gemeinsame Verständigung von CDU, CSU, SPD und Grünen würde die Kandidatur über ein einzelnes Lager hinaus absichern und dem künftigen Staatsoberhaupt eine breitere politische Grundlage geben. Für die Grünen wäre eine solche Vereinbarung zugleich eine Möglichkeit, trotz fehlenden eigenen Vorschlagsrechts Einfluss auf die Auswahl zu nehmen.Aigner rückt ins ZentrumBesondere Aufmerksamkeit gilt Ilse Aigner. Die CSU-Politikerin wird von Markus Söder unterstützt und genießt auch in der SPD Sympathien. Eine aktuelle Umfrage aus Bayern bescheinigte ihr zudem parteiübergreifend hohe Eignungswerte für das Amt. Das stärkt ihre öffentliche Ausgangslage, ersetzt aber keine Entscheidung der Unionsparteien.In der Union stehen daneben weitere Namen im Raum, darunter Boris Rhein und Udo di Fabio. Entscheidend dürfte zunächst sein, ob Söder und Friedrich Merz beim CSU-Parteitag ein gemeinsames Signal senden. Eine formelle Nominierung Aigners wird dort nicht erwartet; als möglicher Zeitraum für die Entscheidung gilt der November. Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragenn-tv: „Umfrage: CSU bei 36 Prozent - Viel Zustimmung für Aigner“ (20.10.2026)Der Beitrag berichtet über eine hohe Zustimmung für Ilse Aigner als mögliche Bundespräsidentin. Im Mittelpunkt steht damit die öffentliche Unterstützung für die CSU-Politikerin, während Özdemirs Forderung nach einer gemeinsamen Kandidatur dort nicht den Schwerpunkt bildet.BR24: „BayernTrend: Mehrheit befürwortet Aigner als Bundespräsidentin“ (20.10.2026)BR24 nennt 59 Prozent Zustimmung zur Eignung Aigners für das Amt und setzt damit einen quantitativen Akzent. Beide Beiträge stützen die Bedeutung ihrer Kandidatur, offen bleibt die politische Entscheidung von CDU und CSU.Medienübergreifend steht Aigner als besonders aussichtsreiche mögliche Kandidatin im Mittelpunkt. Die offene Frage ist, ob daraus eine unionsinterne Nominierung und anschließend eine parteiübergreifende Verständigung entsteht.