Nach der Todesfahrt beim Berliner CSD sucht die Polizei einen Tatverdächtigen aus dem "islamistischen Milieu".Der Mann sei identifiziert worden und "polizeibekannt", aber noch nicht festgenommen, sagte ein Polizeisprecher Florian Nath gegen 2:20 Uhr in der Nacht vor Journalisten am Tatort.
Die Fahndung laufe auf Hochtouren. Der Sprecher kündigte an, dass wahrscheinlich in Kürze eine Öffentlichkeitsfahndung gestartet werde. Vorübergehend setzte die Polizei bei der Suche auch einen Hubschrauber über dem Tiergarten ein, dabei soll dem Vernehmen nach auch eine Wärmebildkamera zum Einsatz gekommen sein.Nach letzten Angaben waren am Samstagabend eine Person getötet und 16 weitere verletzt worden, als eine Person gegen 22 Uhr mit einem Kleintransporter in den Berliner Tiergarten raste, wo CSD-Teilnehmer gerade feierten. Dabei fuhr er schließlich gegen einen Baum und flüchtete. Die Veranstaltung wurde abgebrochen, über eine Stunde lang war aber öffentlich kaum bekannt, was passiert war - offensichtlich sollte damit Panik vermieden werden.Vertreter der Bundesregierung zeigten sich unterdessen betroffen. "Diese feige, abscheuliche Attacke auf friedlich feiernde Menschen erschüttert mich zutiefst", sagte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) in der Nacht.Eine Sprecherin des Ministeriums sagte, Dobrindt stehe "in engem Kontakt mit den Sicherheitsbehörden des Bundes und des Landes Berlin", er lasse sich "fortlaufend über die Lage in Berlin berichten und hat dem Land Berlin die volle Unterstützung des Bundes angeboten". Zuvor sprach Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) von einer "abscheulichen Tat".Der Christopher Street Day ist ein Festtag von Lesben, Schwulen und anderen "queeren" Personen, der seit Jahrzehnten zu verschiedenen Terminen begangen wird. Die größten Umzüge anlässlich des CSD gibt es jedes Jahr in Berlin und Köln.