Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) bezweifelt, dass das geplante Reformtreffen im Kanzleramt mit Gewerkschaften und Arbeitgebern in der kommenden Woche einen Durchbruch bringt.BVMW-Geschäftsführer Christoph Ahlhaus sagte den Sendern RTL und ntv, dass er den Gesprächen zwar sehr viel Erfolg wünsche, er fügte aber hinzu: "Nur mit Rezepten und vor allem auch mit Gesprächsrunden von vorgestern, einer Sozialpartnerrunde, wo wir ja viel weniger Tarifbindung haben als noch vor einigen Jahren und der Mittelstand mal wieder außen vor ist, habe ich große Zweifel, dass wir ein Ergebnis finden, das alle mittragen können und das vor allem die nötige Akzeptanz und das nötige Vertrauen schafft."Über 90 Prozent der Firmen in Deutschland seien mittelständisch.
"Wenn man die ignoriert, wird die Stimmung schlecht - und jeder weiß, Wirtschaft hat auch was mit Psychologie zu tun", so Ahlhaus.Zur Rente mit 63 sagte Ahlhaus, die Reform der Rentenversicherung müsse "na klar" mit auf den Tisch. Wichtiger sei aber ein "schlüssiges Gesamtkonzept mit fairem Ausgleich" statt vieler Einzelideen. Es komme jetzt vor allem auf den Kanzler an: Bleibe das Treffen ohne Ergebnisse, müsse er seine Richtlinienkompetenz nutzen - "die Zeit für Kaffeekränzchen im Kanzleramt ist definitiv vorbei".