26.10.2026 - 00:00 Uhr

COP17: BUND fordert in Eriwan mehr Tempo beim Naturschutz

Der BUND drängt bei der UN-Biodiversitätskonferenz auf verbindliche Schritte, damit die Schutz- und Wiederherstellungsziele bis 2030 erreichbar bleiben. Im Mittelpunkt stehen Schutzgebiete, der Abbau umweltschädlicher Subventionen und weniger Naturverbrauch.

BUND verlangt schnellere Umsetzung des WeltnaturabkommensZur Halbzeit der 17. UN-Konferenz zur biologischen Vielfalt im armenischen Eriwan fordert BUND-Vorsitzender Olaf Bandt mehr Tempo bei der Umsetzung des Weltnaturabkommens. Umweltminister Carsten Schneider (SPD) müsse sich bei der COP17 für wirksame Vereinbarungen einsetzen, sagte Bandt der „Rheinischen Post“.30 Prozent Schutzgebiete als ZielNach Bandts Worten sollen die Beschlüsse dazu beitragen, die Ziele zum Schutz und zur Wiederherstellung der biologischen Vielfalt bis 2030 noch zu erreichen. Dafür brauche es eine zügigere und bessere Umsetzung des Abkommens.Der BUND nennt den Abbau umweltschädlicher Subventionen und den Stopp naturschädigender Wirtschaftsweisen als zentrale Schritte. Außerdem müsse gemeinsam mit den Menschen vor Ort die Einrichtung von 30 Prozent Schutzgebieten an Land und auf dem Meer vorankommen.Forderungen an die BundesregierungEine intakte Natur sei für das Überleben unverzichtbar, erklärte Bandt. Raubbau an der Natur dürfe sich deshalb nicht mehr lohnen.Die Bundesregierung müsse den politischen Rahmen so setzen, dass der Verbrauch von Energie, Ressourcen und Fläche auch in Deutschland auf ein für Natur und Klima verträgliches Maß sinke. Schneider ist für die zweite Hälfte der COP17 nach Eriwan gereist. Die COP17 zur biologischen Vielfalt findet in einer Phase statt, in der die Staaten die im Weltnaturabkommen festgelegten Ziele bis 2030 in nationale Maßnahmen übersetzen müssen. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht nur neue politische Zusagen, sondern vor allem deren Finanzierung, Kontrolle und Umsetzung.Die vom BUND genannten 30 Prozent Schutzgebiete an Land und auf dem Meer beziehen sich auf ein zentrales Ziel des globalen Biodiversitätsrahmens. Schutzgebiete allein sichern den Erhalt von Arten und Lebensräumen jedoch nicht automatisch: Entscheidend sind wirksames Management, die Beteiligung der betroffenen Bevölkerung und der Abbau von Anreizen, die Naturzerstörung fördern.Umsetzung entscheidet über die 2030-ZieleMit dem geforderten Abbau umweltschädlicher Subventionen rückt der Verband einen strukturellen Konflikt in den Mittelpunkt. Landwirtschaft, Verkehr, Energie und Flächennutzung können den Druck auf Ökosysteme erhöhen, während Regierungen zugleich wirtschaftliche Interessen berücksichtigen müssen.Für Deutschland verbindet sich die internationale Konferenz deshalb mit innenpolitischen Entscheidungen über Energie-, Ressourcen- und Flächenverbrauch. Die zweite Hälfte der Konferenz bietet Umweltminister Carsten Schneider die Möglichkeit, deutsche Positionen in die Verhandlungen einzubringen; für die Zielerreichung kommt es anschließend auf konkrete nationale Maßnahmen und überprüfbare Fortschritte an. Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragentaz: „Naturschutzgipfel in Jerewan: Nach dem Tunnel eine andere Welt“ (25.10.2026)Der Beitrag ordnet die Verhandlungen zur biologischen Vielfalt in Jerewan als entscheidende Phase des Naturschutzgipfels ein. Er bestätigt damit den Konferenzbezug der Meldung, setzt den Schwerpunkt jedoch stärker auf die Atmosphäre und Dynamik vor Ort als auf die deutschen Forderungen nach schnellerer Umsetzung.Frankfurter Rundschau: „Seltener Riesenvogel: Ostdeutsche Naturschützer kämpfen gegen das Aussterben der Großtrappe“ (25.10.2026)Der Artikel stellt die Weltnaturkonferenz anhand des Schutzes der Großtrappe und konkreter Naturschutzarbeit in Ostdeutschland dar. Damit ergänzt er die politische Forderung nach Umsetzung um ein lokales Beispiel für den Schutz bedrohter Arten.Gemeinsam ist den Beiträgen der Blick auf die COP17 als Forum für weltweite Biodiversitätsziele. Unterschiede bestehen beim Schwerpunkt: Während die dts-Meldung die deutsche Umsetzungspolitik betont, beleuchten die anderen Beiträge Verhandlungsdynamik und praktischen Artenschutz.