04.11.2026 - 07:28 Uhr

Grönland billigt Sicherheitsabkommen mit USA und Dänemark

Grönlands Parlament hat dem im September unterzeichneten Abkommen mit Dänemark und den USA zugestimmt. Die Vereinbarung stärkt die militärische Zusammenarbeit in der Arktis, muss aber noch das dänische Parlament passieren.

Grönland stimmt Sicherheitsabkommen mit USA und Dänemark zuDas Parlament von Grönland hat dem Sicherheitsabkommen mit Dänemark und den USA zugestimmt. Die Vereinbarung wurde mit 16 Stimmen angenommen, sieben Abgeordnete enthielten sich.Abkommen erweitert US-PräsenzDas im September von US-Präsident Donald Trump, der dänischen Premierministerin Mette Frederiksen und dem grönländischen Premierminister Jens-Frederik Nielsen unterzeichnete Abkommen soll die Sicherheit in der Arktis und im Nordatlantik stärken.Es ebnet den Weg für mehr US-Militärbasen auf Grönland und erlaubt den USA, ihre Aktivitäten auf der Pituffik Space Base auszubauen. Grönlands Außenminister Mute Egede bezeichnete die Ratifizierung als weiteren wichtigen Schritt für die selbstverwaltete Insel.Dänemark muss noch abstimmenDas Abkommen gilt auch im Fall einer späteren Unabhängigkeit Grönlands. Die Insel bleibt derzeit unter dänischer Kontrolle.Das dänische Parlament muss dem Deal noch zustimmen. Im US-Kongress ist keine Zustimmung erforderlich. Die Zustimmung des grönländischen Parlaments ist ein zentraler parlamentarischer Schritt für das im September unterzeichnete Sicherheitsabkommen. Es verbindet die Interessen Grönlands, Dänemarks und der USA in einer Region, deren militärische und strategische Bedeutung durch ihre Lage zwischen Nordamerika und Europa gewachsen ist.Im Mittelpunkt steht die militärische Infrastruktur auf der Insel. Die Vereinbarung ermöglicht den USA, ihre Aktivitäten auf der Pituffik Space Base auszubauen, und schafft den rechtlichen Rahmen für weitere US-Militärbasen. Damit wird Grönland enger in die sicherheitspolitische Zusammenarbeit im Arktisraum und im Nordatlantik eingebunden.Entscheidung in Kopenhagen steht ausDie Zustimmung in Nuuk schließt das Verfahren jedoch noch nicht ab. Das dänische Parlament muss dem Abkommen ebenfalls zustimmen; für den 19. November ist dort ein Votum angesetzt. Erst danach kann die Vereinbarung auf dänischer Seite parlamentarisch abgeschlossen werden.Politisch relevant ist zudem die Regelung für den Fall einer späteren grönländischen Unabhängigkeit: Nach dem Abkommen soll es auch dann gelten. Das berührt die langfristige Frage, wie Grönlands Streben nach größerer Eigenständigkeit mit den Sicherheitsinteressen Dänemarks und der USA verbunden werden kann. Für die Bevölkerung der Insel geht es damit nicht nur um militärische Präsenz, sondern auch um die Kontrolle über strategische Entscheidungen und die künftige Stellung Grönlands im Nordatlantik. Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragenn-tv: „Dänemark muss noch zustimmen: Grönlands Parlament gibt grünes Licht für Sicherheitsabkommen mit den USA“ (03.11.2026)Der Beitrag bestätigt die Zustimmung des grönländischen Parlaments und hebt den noch ausstehenden Beschluss in Kopenhagen hervor. Als konkreten nächsten Schritt nennt er das für den 19. November angesetzte Votum im dänischen Parlament.BR: „Grönlands Parlament stimmt Deal mit Trump zu“ (04.11.2026)Der Bericht bestätigt die parlamentarische Zustimmung und setzt einen Schwerpunkt auf die militärischen Folgen. Er nennt neben der Erweiterung der bestehenden Basis auch zwei weitere mögliche US-Stützpunkte; offen bleibt weiterhin die Zustimmung des dänischen Parlaments.Die Beiträge stimmen beim grönländischen Votum und beim ausstehenden dänischen Verfahren überein. Unterschiede liegen vor allem in der Gewichtung zwischen dem parlamentarischen Ablauf und dem Ausbau der US-Militärpräsenz.