Der SPD-Außenpolitiker Adis Ahmetovic hält eine neue militärische Eskalation gegen Iran nach den US-Zwischenwahlen für möglich. Er fordert diplomatischen Druck aus Deutschland, Europa und den arabischen Staaten.
Ahmetovic warnt vor Angriff auf IranDer außenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Adis Ahmetovic, fürchtet nach den US-Zwischenwahlen einen neuen Großangriff der USA und Israels gegen den Iran. Gegenüber RTL und ntv sagte er, mit Benjamin Netanjahu und Donald Trump sei die Wahrscheinlichkeit für ein solches Szenario in den nächsten Tagen und Wochen hoch.SPD-Politiker schließt Angriff nicht ausAuf die Frage, ob er mit einem neuen Angriff rechne, antwortete Ahmetovic: „Ich würde es nicht kategorisch ausschließen.“ Deutschland, Europa und die arabischen Staaten müssten daher diplomatisch auf Israel und die USA einwirken, um ein Wiederaufflammen des Krieges zu verhindern.Kritik am bisherigen KriegAhmetovic bezeichnete den Krieg gegen den Iran als falsch und völkerrechtswidrig. Seine Kritik richte sich nicht aus Sympathie für das iranische Regime, sagte der SPD-Außenpolitiker.Folgen für Iran und EuropaDer Krieg habe negative Folgen für die iranische Bevölkerung, den Nahen Osten und Europa. Deshalb könne es nicht im Interesse Deutschlands und Europas liegen, dass der Konflikt erneut eskaliere.
Die Warnung fällt in eine Phase, in der die militärische Lage rund um Iran und die Straße von Hormus bereits angespannt ist. Berichte über US-Angriffe auf iranische Ziele und über mögliche weitere Operationen nach den US-Zwischenwahlen erhöhen den politischen Druck auf Washington, Jerusalem und die europäischen Regierungen.Für Deutschland ist der Vorgang vor allem außen- und sicherheitspolitisch relevant. Ein erneutes Aufflammen des Krieges könnte die regionale Stabilität beeinträchtigen, den Schiffsverkehr und die Energieversorgung belasten und europäische Vermittlungsbemühungen erschweren. Die Straße von Hormus zählt zu den wichtigsten Seewegen für den weltweiten Öltransport.Diplomatischer Druck nach den MidtermsAhmetovic fordert deshalb Einflussnahme Deutschlands, Europas und der arabischen Staaten auf Israel und die USA. Politisch entscheidend ist, ob nach der US-Wahl Spielräume für Deeskalation entstehen oder ob militärische Optionen weiter Vorrang erhalten. Für die Bundesregierung würde ein neuer Angriff die schwierige Aufgabe verschärfen, Israels Sicherheit, das Völkerrecht und die Vermeidung einer regionalen Ausweitung zugleich zu berücksichtigen.Risiken für Region und EuropaDie Folgen eines neuen Konflikts wären nicht auf Iran und Israel begrenzt. Neben zusätzlichen Fluchtbewegungen und einer Verschärfung humanitärer Not könnten steigende Energiepreise Unternehmen und private Haushalte in Europa treffen. Zugleich würde jede militärische Eskalation die Gefahr erhöhen, dass weitere Akteure in den Konflikt hineingezogen werden.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene FragenBR: „Nahost-Ticker: USA greifen Ziele in Straße von Hormus an“ (04.11.2026)Der Ticker ordnet die Sorge vor Angriffen nach den US-Zwischenwahlen in die bereits laufenden militärischen Ereignisse ein. Anders als die politische Warnung konzentriert sich der Beitrag auf die Entwicklung vor Ort und die Frage, ob weitere Angriffe tatsächlich folgen.tagesschau: „Die US-Midterms - die nächste wichtige Wahl für Israel“ (04.11.2026)Der Beitrag bewertet einen Angriff nach der Wahl als realistische Möglichkeit und stellt den Zusammenhang zwischen US-Innenpolitik und israelischen Sicherheitsinteressen heraus. Damit ergänzt er Ahmetovics Warnung um den politischen Wahlkalender, lässt aber die konkrete weitere Entwicklung offen.Gemeinsam ist den Beiträgen die Einschätzung, dass die Zeit nach den Zwischenwahlen für die weitere Iran-Politik besonders relevant ist. Unterschiede bestehen beim Schwerpunkt: Während der BR die militärische Lage verfolgt, beleuchtet die tagesschau stärker die politischen Interessen Israels und der USA.