Die Direktreduktionsanlage von Thyssenkrupp Steel in Duisburg soll nach aktualisiertem Zeitplan erst 2029 anlaufen. Als Gründe werden Verzögerungen in der Engineeringphase und beim Bau genannt; die Projektkosten sollen dadurch nicht steigen.
Thyssenkrupp verschiebt Duisburger StahlprojektDie Direktreduktionsanlage von Thyssenkrupp Steel in Duisburg soll nach aktuellem Planungsstand erst 2029 in Betrieb gehen. Der Start verschiebt sich damit um zwei Jahre, wie aus einem aktualisierten Förderbescheid der EU-Kommission hervorgeht.Engineeringphase verzögert FertigstellungThyssenkrupp Steel bestätigte die Verzögerung gegenüber dem Magazin Politico und verwies im Wesentlichen auf die Engineeringphase des Projekts. Die EU-Kommission begründete die Bauverzögerungen mit dem innovativen Charakter der Anlage.Zwei Milliarden Euro FörderungFür das Vorhaben hatte Thyssenkrupp 2023 eine Förderzusage von zwei Milliarden Euro erhalten. Der Baustart erfolgte im Februar 2024; ursprünglich sollte die Anlage im kommenden Jahr eröffnet werden.Salzgitter soll früher grünen Stahl produzierenDurch die Verschiebung dürfte nach aktuellem Planungsstand die Salzgitter AG das erste Unternehmen in Deutschland sein, das grünen Stahl produziert. Die Eröffnung der entsprechenden Anlage in Niedersachsen ist für das kommende Jahr geplant.Unternehmen prüfen BeschleunigungDer Generalunternehmer SMS Group bezeichnete Anpassungen beim Leistungsumfang, beim Ablauf und beim Zeitplan eines solchen Großprojekts als nicht außergewöhnlich. Thyssenkrupp Steel verfolgt mögliche Kompensations- und Beschleunigungsmaßnahmen weiter; ein konkretes Datum für die Inbetriebnahme nannte das Unternehmen nicht.Nach Angaben von Thyssenkrupp soll die Verzögerung das Projekt nicht verteuern.
Die Verzögerung verschiebt den Zeitplan für die deutsche Stahlindustrie erheblich. Thyssenkrupps Direktreduktionsanlage in Duisburg sollte ursprünglich bereits 2027 in Betrieb gehen; nach dem aktualisierten EU-Förderbescheid wird nun 2029 als Zieljahr genannt. Damit bleibt Salzgitter nach aktuellem Planungsstand das erste deutsche Unternehmen, das grünen Stahl im industriellen Maßstab produziert.Direktreduktionsanlagen ersetzen den klassischen Hochofenprozess, indem sie Eisenerz mit einem Reduktionsgas bearbeiten. Perspektivisch kann dafür Wasserstoff eingesetzt werden. Der Klimavorteil hängt deshalb nicht nur von der Anlage selbst, sondern auch von der Verfügbarkeit ausreichend großer Mengen klimaneutral erzeugten Wasserstoffs und erneuerbaren Stroms ab.Folgen für Industrie und FörderungDas Duisburger Projekt gehört zu den zentralen deutschen Vorhaben zur Verringerung der CO2-Emissionen in der Stahlproduktion. Die EU-Förderzusage von zwei Milliarden Euro unterstreicht seine industriepolitische Bedeutung. Der spätere Start verlängert zugleich die Übergangsphase, in der Thyssenkrupp auf bestehende Produktionsverfahren angewiesen bleibt.Für Kunden aus Bau, Maschinenbau und Automobilindustrie verschiebt sich damit auch das Angebot größerer Mengen klimaverträglicheren Stahls aus Duisburg. Thyssenkrupp prüft nach eigenen Angaben Beschleunigungs- und Kompensationsmaßnahmen; ein konkreter Termin für die Inbetriebnahme steht jedoch noch nicht fest. Die Aussage, dass sich die Projektkosten durch die Verzögerung nicht erhöhen sollen, begrenzt zunächst die finanziellen Folgen, ändert aber nichts an der zeitlichen Verschiebung.