Die Zahl der Abschiebungen aus Deutschland ist im ersten Quartal 2026 gesunken.
Insgesamt mussten in den ersten drei Monaten dieses Jahres 4.807 Menschen das Land zwangsweise verlassen - 1.344 weniger als im Vorjahreszeitraum, als 6.151 Menschen abgeschoben wurden. Das berichtet die "Neue Osnabrücker Zeitung" (Donnerstagausgabe) unter Berufung auf eine Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken-Bundestagsfraktion.Die wichtigsten Zielstaaten der Abschiebungen im ersten Quartal 2026 waren nach Auskunft des Bundesinnenministeriums die Türkei (601), Georgien (266), Nordmazedonien (230), Spanien (192) sowie Marokko und Algerien (beide 178). Nach Syrien wurden drei Personen abgeschoben; in den Iran gab es drei Abschiebungen. Nach Afghanistan wurden im ersten Quartal 27 Personen abgeschoben. Unter den Betroffenen waren Hunderte Kinder bis 13 Jahren (547) und Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren (146). Auch Senioren waren betroffen: 99 Über-60-Jährige und sieben Über-71-Jährige.Besonders erschreckend sei der Umstand, dass Bund und Länder im ersten Quartal dieses Jahres sogar noch in den Iran abgeschoben hätten, sagte Clara Bünger, flüchtlingspolitische Sprecherin der Linken, der Zeitung. Angesichts der Repressionen des Regimes in Teheran und des "völkerrechtswidrigen Angriff Israels und der USA" brauche es dringend einen Abschiebestopp in den Iran, forderte sie.Bünger sagte, es sei grundfalsch, Abschiebungen zu forcieren, wie es die aktuelle Bundesregierung gemeinsam mit den Ländern tue. Stattdessen benötige Deutschland eine wirksame Bleiberechtsregelung, die Menschen eine sichere Perspektive eröffnet. "Spanien geht hier mit gutem Beispiel voran", sagte die Linken-Politikerin. Die spanische Regierung hatte kürzlich angekündigt, den Aufenthaltsstatus von rund 500.000 Migranten zu legalisieren, die bislang ohne gültige Papiere im Land leben.