24.10.2026 - 13:02 Uhr

CSU-Parteitag: Merz fordert engere Geschlossenheit der Union

Bundeskanzler Friedrich Merz fordert beim CSU-Parteitag in München ein engeres Zusammenstehen von CDU und CSU. Als zentrale Herausforderungen nennt er innere und äußere Bedrohungen, die Lage in Europa sowie wirtschaftliche und soziale Fragen.

Merz wirbt beim CSU-Parteitag für engere UnionCDU-Chef und Bundeskanzler Friedrich Merz hat die Union beim CSU-Parteitag in München zur Geschlossenheit aufgerufen. CDU und CSU müssten angesichts extremistischer Kräfte von links und rechts „enger zusammenstehen denn je“, sagte Merz am Samstag.Gemeinsame Verantwortung für DeutschlandMerz begründete den Appell mit einer gemeinsamen Verantwortung für das Land. Eine starke CDU und eine starke CSU seien nötig, um auf die großen politischen Herausforderungen Antworten zu geben.Im Mittelpunkt seiner Rede standen Fragen der Freiheit und Sicherheit in Europa, der Sicherung von Arbeitsplätzen sowie der Bezahlbarkeit des Lebens und der Gerechtigkeit. Die Union müsse gemeinsam handeln und kämpfen, sagte der CDU-Chef.Abgrenzung gegenüber Linker und AfDMerz griff dabei sowohl die Linke als auch die AfD scharf an. Er warf der Linken in Berlin vor, gegen Juden, die Polizei und das Existenzrecht Israels zu hetzen, und kritisierte SPD und Grüne für ihren Umgang mit der Partei.Der AfD warf Merz vor, Deutschland zu destabilisieren, die Ukraine aufzugeben, russische Narrative zu verbreiten und Deutschland zu isolieren. Die Union werde diesen Kräften das Land nicht überlassen, sagte er.Merz betont europäische SicherheitsaufgabeDie entscheidenden Aufgaben könnten nicht allein in Deutschland gelöst werden, erklärte Merz. Für die Verteidigung der Freiheit brauche es in besonderem Maß die Europäische Union.Mit Blick auf Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine sprach der Kanzler von einer massiven Bedrohung im Osten Europas. Zusätzlich verwies er auf Cyberangriffe, Sabotage und Anschläge auf kritische Infrastruktur in Europa.Mehr Investitionen in SicherheitsstrukturenDeutschland investiere deshalb in die Bewahrung der Freiheit, in Polizei, Blaulichtorganisationen und Bundeswehr, sagte Merz. Im Kern verband er den Appell an die Geschlossenheit der Schwesterparteien damit mit einer sicherheits- und europapolitischen Begründung. Der Auftritt von Friedrich Merz fällt in eine Phase, in der CDU und CSU ihre gemeinsame Linie gegenüber AfD und Linker sichtbar geschlossen darstellen wollen. Beim CSU-Parteitag in München standen bereits zuvor politische Abgrenzung und die Mobilisierung der Partei im Mittelpunkt.Merz verbindet diese parteipolitische Botschaft mit sicherheits- und europapolitischen Themen. Der Verweis auf Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine, Cyberangriffe, Sabotage und den Schutz kritischer Infrastruktur erweitert den innerdeutschen Wahlkampfkontext um die Frage, wie Deutschland und Europa ihre Sicherheitsfähigkeit stärken.Geschlossenheit als politische ArbeitsgrundlageFür die Union hat die Zusammenarbeit von CDU und CSU praktische Bedeutung: Sie muss außen- und sicherheitspolitische Positionen, wirtschaftliche Antworten und soziale Fragen gemeinsam vertreten. Merz nennt dabei neben der Verteidigung auch Arbeitsplätze, Lebenshaltungskosten und Gerechtigkeit als Felder, auf denen die Union Handlungsfähigkeit zeigen muss.Die Rede markiert damit weniger einen einzelnen Beschluss als eine politische Rahmung der kommenden Aufgaben. Die angekündigten Investitionen in Polizei, Blaulichtorganisationen und Bundeswehr dürften zugleich Debatten über Prioritäten, Finanzierung und Zuständigkeiten auslösen. Für Bürger sind die Themen unmittelbar relevant, weil sie Sicherheit, Infrastruktur und staatliche Ausgaben miteinander verbinden. Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene FragenZDFheute: „CSU-Parteitag in München: Merz spricht zu Delegierten“ (24.10.2026)Der Beitrag ordnet Merz’ Auftritt als Abschluss des CSU-Parteitags ein und stellt den Besuch des Bundeskanzlers bei den Delegierten in den Mittelpunkt. Damit bestätigt er den Veranstaltungsrahmen der Meldung, setzt aber einen stärkeren Fokus auf den Ablauf des Parteitags.tagesschau: „Söder fordert Kampf gegen AfD und Linke“ (23.10.2026)Der Bericht beleuchtet vor allem Markus Söders Auftaktrede und die Abgrenzung der CSU gegenüber AfD und Linker. Er liefert damit den parteipolitischen Hintergrund für Merz’ Aufruf zur Geschlossenheit, behandelt aber einen früheren Abschnitt des Parteitags.Gemeinsam ist den Beiträgen der Fokus auf den CSU-Parteitag in München und die Abgrenzung gegenüber politischen Gegnern. Unterschiede ergeben sich beim Schwerpunkt: Während die Meldung Merz’ Sicherheits- und Europapolitik hervorhebt, richten die ergänzenden Beiträge den Blick stärker auf Parteitagsablauf und Söders politische Positionierung.