Der frühere Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich sieht Ilse Aigner als klare Favoritin für das Amt der Bundespräsidentin. Das Schweigen von Kanzler Friedrich Merz beim CSU-Parteitag in München erklärt er mit taktischen Erwägungen.
Friedrich sieht Aigner als Favoritin für Steinmeier-NachfolgeDer frühere Innenminister und CSU-Landesgruppenchef Hans-Peter Friedrich rechnet mit Ilse Aigner als nächster Bundespräsidentin. Trotz des Schweigens von Bundeskanzler Friedrich Merz auf dem CSU-Parteitag in München erwartet Friedrich, dass die Entscheidung in Richtung der bayerischen Landtagspräsidentin geht.Friedrich lobt Aigners politische Erfahrung„Ich gehe ganz stark davon aus, dass es in Richtung Ilse Aigner läuft und dass es niemanden gibt, der ihr das streitig machen kann“, sagte Friedrich der „Rheinischen Post“. Es gebe keine bessere Kandidatin, ergänzte der frühere Vizepräsident des Bundestages.Aigner sei seit Jahrzehnten in der Politik unterwegs und habe auf allen Positionen und Funktionen bewiesen, „dass sie souverän und auch versöhnlich gegenüber allen politischen Richtungen Politik macht“, sagte der CSU-Politiker weiter.Merz hält sich beim Parteitag zurückDas Zögern des Kanzlers bezeichnete Friedrich als „eine Frage der Taktik, wann man mit einer Entscheidung wirklich rausgeht“. Viele wollten schließlich ein Wort mitreden, so der frühere Innenminister.CSU wirbt öffentlich für AignerBeim CSU-Parteitag erhielt Aigner breite Unterstützung aus ihrer Partei. Friedrich Merz äußerte sich dort jedoch nicht ausdrücklich zur Nachfolge des amtierenden Bundespräsidenten.
Die mögliche Nachfolge von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ist innerhalb von CDU und CSU bislang nicht abschließend entschieden. Ilse Aigner steht dabei im Zentrum der bayerischen Unterstützung: Die CSU drängt auf ihre Nominierung, während Friedrich Merz sich beim Parteitag in München nicht öffentlich festlegte.Das Amt des Bundespräsidenten wird von der Bundesversammlung gewählt. Für die Mehrheitsbildung sind deshalb nicht allein die Mehrheiten innerhalb von CDU und CSU entscheidend, sondern auch Gespräche mit den Koalitionspartnern und weiteren Parteien. Eine frühe Festlegung kann den innerkoalitionären Abstimmungsprozess erleichtern, zugleich aber den Spielraum des Kanzlers bei der Kandidatensuche verkleinern.Entscheidung bleibt politisch offenAigner bringt als Präsidentin des Bayerischen Landtags und langjährige CSU-Politikerin umfangreiche Regierungserfahrung mit. Der öffentliche Druck auf Merz dürfte durch die Unterstützung aus der CSU und den Beifall für Aigner beim Parteitag steigen; eine formelle Nominierung ersetzt das jedoch nicht. Für die weitere Entwicklung kommt es darauf an, wann Merz die Gespräche abschließt und ob CDU und CSU gemeinsam auf Aigner setzen.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragentagesschau: „Merz auf CSU-Parteitag bejubelt für Begrüßung Aigners“ (24.10.2026)Der Beitrag schildert, dass Merz Aigner beim CSU-Parteitag namentlich begrüßte und dafür starken Beifall erhielt. Im Mittelpunkt steht damit das Signal der öffentlichen Anerkennung, während eine ausdrückliche Festlegung auf ihre Kandidatur ausblieb.Bayerischer Rundfunk: „Führende CSU-Politiker setzen Merz in P-Frage unter Druck“ (24.10.2026)Der Bericht hebt die Forderungen führender CSU-Politiker nach einer schnellen Entscheidung zugunsten Aigners hervor. Gemeinsam ist beiden Beiträgen die Unterstützung für Aigner; der BR legt den Schwerpunkt stärker auf den innerparteilichen Druck und die offene Entscheidung des Kanzlers.Die Berichte stimmen darin überein, dass Aigner breite Unterstützung in der CSU erhält und Merz sich noch nicht festgelegt hat. Unterschiedlich gewichtet werden das öffentliche Signal beim Parteitag und der politische Druck auf die CDU-Führung.