23.10.2026 - 06:31 Uhr

Mercedes-Benz will 3.000 Leiharbeiter in Deutschland abbauen

Mercedes-Benz will die Arbeitskosten in Deutschland deutlich senken und dafür unter anderem Leiharbeit abbauen. Betriebsrat und IG Metall lehnen geplante Einschnitte bei Arbeitszeit und Sonderzahlungen ab.

Mercedes-Benz prüft weniger Leiharbeit in drei WerkenMercedes-Benz will mit seinem Sparprogramm offenbar die Zahl der Leiharbeiter in Deutschland reduzieren. Betroffen wären nach einem Bericht die Fahrzeugwerke in Sindelfingen bei Stuttgart, Bremen und Rastatt, in denen etwa 3.000 Zeitarbeiter tätig sind.Konzern plant Einsparungen bei ArbeitskostenDas Management will die Arbeitskosten in Deutschland drücken, indem Beschäftigte unbezahlt mehr arbeiten. Zudem sollen Sonderzahlungen wie Weihnachts- und Urlaubsgeld sowie die jährliche Gewinnbeteiligung gekürzt oder gestrichen werden.Mercedes-Benz äußerte sich auf Anfrage nicht zu den konkreten Plänen und sprach von „einigen Tausend“ Leiharbeitern. Betriebsrat und IG Metall wehren sich gegen die vorgesehenen Einschnitte.Keine Kürzung der Stammbelegschaft vorgesehenEinen Abbau der Stammbelegschaft erwägt das Management aktuell nicht. Dem Unternehmen kommt dabei die Altersstruktur entgegen: In den nächsten zehn Jahren scheiden etwa 20 Prozent der Beschäftigten altersbedingt aus.800 Millionen Euro EinsparzielMit den Maßnahmen will Mercedes-Benz in Deutschland jährlich 800 Millionen Euro einsparen. Dadurch könnte die Marge um knapp einen Prozentpunkt steigen. Mercedes-Benz steht wie andere deutsche Autohersteller unter erheblichem Kostendruck. Ursachen sind unter anderem die schwache Nachfrage in wichtigen Märkten, hohe Investitionen in Elektromobilität und Software sowie der zunehmende Wettbewerb durch Anbieter aus China.Die geplante Reduzierung der Leiharbeit würde vor allem die Werke in Sindelfingen, Bremen und Rastatt treffen. Zeitarbeit dient in der Industrie häufig dazu, Produktionsschwankungen abzufedern. Ein Abbau in diesem Bereich kann deshalb kurzfristig Kosten senken, zugleich aber die Flexibilität der Werke einschränken.Arbeitskosten und demografischer WandelDer im Bericht genannte Einsparbetrag von 800 Millionen Euro jährlich zeigt die Größenordnung des Sparprogramms. Für die Beschäftigten geht es neben der Leiharbeit um Arbeitszeit, Sonderzahlungen und die Gewinnbeteiligung. Diese Punkte dürften die Verhandlungen zwischen Management, Betriebsrat und IG Metall prägen.Dass derzeit kein Abbau der Stammbelegschaft geplant ist, mildert die unmittelbaren Folgen für die regulär Beschäftigten. Gleichzeitig können altersbedingte Abgänge in den kommenden zehn Jahren die Personalzahl deutlich verringern und dem Unternehmen ermöglichen, Kosten über natürliche Fluktuation zu senken. Für die betroffenen Standorte bleibt entscheidend, wie stark die Produktion ausgelastet ist und ob die geplanten Einsparungen mit verbindlichen Beschäftigungszusagen verbunden werden.