14.07.2026 - 07:35 Uhr

Qualifizierungsgeld für Transformation wird kaum genutzt

Das 2024 eingeführte Qualifizierungsgeld für Umschulungen innerhalb der Betriebe wird so gut wie nicht genutzt.

Von April 2024 bis Dezember 2025 hat die Förderung der Bundesagentur für Arbeit keine 400 Beschäftigte erreicht, wie die Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen zeigt, über die das "Handelsblatt" berichtet. Das Qualifizierungsgeld sollte das zentrale Instrument sein, um den Betrieben die Transformation zu erleichtern, indem zum Beispiel Experten für Verbrenner-Autos auf E-Autos umgeschult werden oder traditionelle Installateure für Fotovoltaik und Wärmepumpen.Die Arbeitsmarktpolitikerin der Grünen, Sylvia Rietenberg, nannte die Zahlen ernüchternd. Es zeige, dass gute Instrumente nicht nur eingeführt, sondern auch praxistauglich weiterentwickelt werden müssten, sagte sie dem "Handelsblatt". Angesichts der enormen Kosten für den Umbau der Wirtschaft hatte das Arbeitsministerium zunächst ein jährliches Budget von 360 Millionen Euro für das Qualifizierungsgeld veranschlagt, das dann für 2024 auf 200 Millionen Euro reduziert wurde. Tatsächlich ausgegeben wurden 2024 jedoch lediglich 108.035 Euro, im Jahr darauf 442.408 Euro.Der Zentralverband des Handwerks (ZdH) empfiehlt angesichts der faktischen Nicht-Nutzung des Instruments dessen Abschaffung. Das würde den bestehenden Instrumentenkasten der Qualifizierung übersichtlicher machen, sagte ein Sprecher dem "Handelsblatt". Die Ursache für das Desinteresse liegt nach Ansicht des Handwerks im großen Aufwand: Betriebe müssten nachweisen, dass eine Umschulung transformationsbedingt ist, und es müssten je nach Betriebsgröße mindestens zehn bis zwanzig Prozent der Belegschaft betroffen sein.