29.10.2026 - 08:34 Uhr

Schülerkonferenz plant Protest am 20. November in Berlin

Die Bundesschülerkonferenz will am 20. November in Berlin gemeinsam mit Gewerkschaft, Elternvertretung und Fridays for Future demonstrieren. Von den Protesten am kommenden Samstag grenzt sich die Organisation wegen unklarer Strukturen und möglicher Gewalt ab.

Bundesschülerkonferenz ruft für 20. November nach BerlinDie Bundesschülerkonferenz plant am 20. November eine eigene Demonstration in Berlin. Generalsekretärin Amy Kirchhoff sagte den Sendern RTL und ntv, die Organisation werde mit einem „zivilgesellschaftlichen Bündnis“ auftreten.GEW, Elternrat und Fridays for Future zugesagtNach Angaben Kirchhoffs haben die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, der Bundeselternrat und Fridays for Future ihre Teilnahme zugesagt. Weitere Organisationen seien angefragt; möglicherweise werde es neben Berlin auch Proteste an anderen Orten geben.Die junge Generation sei wütend auf Menschen, die ihr nicht zuhörten und Politik über sie, aber nicht mit ihr machten, sagte Kirchhoff. Als Themen nannte sie marode Schulen, die Rente und den Arbeitsmarkt sowie die Sorge vieler Jüngerer, ihre Lebenssituation könne sich nicht besser entwickeln als die ihrer Eltern.Schülerorganisation distanziert sich von Samstag-ProtestenVon den für den kommenden Samstag geplanten Protesten hat sich die Schülerorganisation distanziert. Kirchhoff begründete dies mit unklaren Organisationsstrukturen hinter der Initiative „Gen Z regelt“ und der Sorge vor Krawallen.„Gewalt“ sei „keine Lösung an der Stelle“, sagte die Generalsekretärin. Friedliche Proteste und das grundlegende Anliegen unterstütze die Organisation; Wut, Frustration und der Wunsch nach mehr Investitionen, besonders in Bildung, wolle man „auf alle Fälle mittragen“.Forderung nach Dialog und politischen AntwortenDie ältere Generation müsse Verantwortung übernehmen, zuhören und umsetzen, was junge Menschen sich wünschten, forderte Kirchhoff. Mit dem eigenen Protest will die Bundesschülerkonferenz die Anliegen nach eigenen Angaben gemeinsam mit weiteren zivilgesellschaftlichen Akteuren öffentlich vertreten. Der geplante Protest der Bundesschülerkonferenz fällt in eine Phase, in der junge Menschen bundesweit stärker auf Bildungs-, Sozial- und Arbeitsmarktfragen aufmerksam machen. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht nur konkrete Forderungen nach besseren Schulen, sondern auch die grundsätzliche Wahrnehmung, dass politische Entscheidungen zu häufig über junge Menschen hinweg getroffen werden.Mit der angekündigten Demonstration setzt die Schülerorganisation zugleich einen eigenen organisatorischen Akzent. Die Beteiligung von GEW, Bundeselternrat und Fridays for Future würde unterschiedliche Gruppen aus Bildungsbereich, Elternvertretungen und Klimabewegung zusammenführen. Ob weitere Städte hinzukommen, ist zunächst offen.Abgrenzung zu den Protesten am 31. OktoberDie Distanzierung von der Initiative „Gen Z regelt“ begründet die Bundesschülerkonferenz mit unklaren Organisationsstrukturen und der Sorge vor möglichen Ausschreitungen. Damit trennt sie das eigene Vorhaben ausdrücklich von Protesten, deren Ablauf und Trägerschaft sie kritisch bewertet, unterstützt aber deren friedliche Anliegen und die Forderung nach höheren Bildungsinvestitionen.Für die politische Wirkung wird entscheidend sein, ob der Protest konkrete Forderungen mit einer breiten, verlässlich erkennbaren Trägerschaft verbindet. Die Themen marode Schulen, Rentenperspektiven und Arbeitsmarkt betreffen unterschiedliche Generationen und könnten deshalb über die Schülerschaft hinaus Resonanz finden. Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene FragenTagesschau: „Bundesschülerkonferenz warnt vor Gewalt bei Protesten“ (28.10.2026)Der Beitrag bestätigt die Distanzierung der Bundesschülerkonferenz von den geplanten Protesten am Samstag und stellt die Warnung vor einer möglichen Eskalation heraus. Der Schwerpunkt liegt damit stärker auf Sicherheits- und Organisationsfragen als auf dem angekündigten eigenen Protest am 20. November.taz: „Jugendproteste: Wer ist „Gen Z regelt“ und was wollen sie?“ (27.10.2026)Die taz ordnet die Initiative „Gen Z regelt“ und ihre Forderungen ein und berichtet ebenfalls über die Abgrenzung der Bundesschülerkonferenz. Anders als der Tagesschau-Beitrag richtet sich der Fokus auf die Entstehung und politische Ausrichtung der Jugendbewegung.Übereinstimmung besteht bei der Darstellung der Distanzierung von den Protesten am 31. Oktober. Offen bleibt vor allem, wie breit der eigene Protest am 20. November getragen wird und ob weitere Orte hinzukommen.