Marie-Louise Eta, die neue Cheftrainerin von Union Berlin und zugleich die erste Frau auf einem solchen Top-Posten in der Geschichte der deutschen Bundesliga, will in erster Linie als Trainerin gesehen werden."Mir ging es nie vordergründig darum, die Rolle der Frau zu stärken, ich wollte schon immer mit Leistung überzeugen", sagte Eta in der aktuellen Ausgabe der "Zeit" und drei europäischen Partner-Medien.
"Ich möchte als Fußballtrainerin gesehen werden."Zugleich sei ihr bewusst, welche gesellschaftliche Bedeutung ihre Position habe. "Da entsteht eine Verantwortung für mich - ob ich will oder nicht."Unterschiede in der Arbeit mit männlichen und weiblichen Spielern sieht Eta nicht. "Ich habe es mit Individuen zu tun", sagte sie. Entscheidend sei, "was der Mensch, der vor mir steht, braucht, damit er die beste Leistung bringt".Mit Blick auf eigene Erfahrungen schildert Eta auch Widerstände. Sprüche wie "Lass dich nicht von einem Mädchen ausspielen" habe sie aus ihrer Jugend noch im Ohr. "Ich habe mir über die Jahre ein dickes Fell zugelegt", sagte Eta. "Aber ich kann mich wehren, ich kann weghören. Und ich kann zurückschreien." Im Profisport müssten sich ohnehin alle ständig beweisen.