Die AfD behauptet ihren ersten Platz, während CDU/CSU bei 20 Prozent verharren. Trotz einer leichten Verbesserung bleibt die Zufriedenheit mit Kanzler Friedrich Merz und der Bundesregierung niedrig.
AfD bleibt im Deutschlandtrend vor der UnionDie AfD liegt in der neuen Infratest-Umfrage für den ARD-Deutschlandtrend unverändert bei 27 Prozent. CDU/CSU kommen auf 20 Prozent, während die Zufriedenheit mit der Bundesregierung trotz einer leichten Verbesserung mit 11 Prozent sehr niedrig bleibt.SPD und Grüne verändern ihre Werte kaumDie SPD erreicht weiterhin 13 Prozent, die Grünen kommen auf 16 Prozent und die Linke auf 11 Prozent. FDP und BSW liegen mit jeweils 3 Prozent unterhalb der Mandatsschwelle; alle anderen Parteien kommen zusammen auf 7 Prozent.Merz verbessert sich leichtFür die Erhebung wurden von Montag bis Mittwoch dieser Woche 1.297 Wahlberechtigte befragt. Mit der Arbeit von Bundeskanzler Friedrich Merz sind 12 Prozent zufrieden oder sehr zufrieden, zwei Prozentpunkte mehr als im Oktober; 85 Prozent äußern sich unzufrieden.Nur Minderheit bewertet Regierung positivMit der Arbeit der Bundesregierung sind 11 Prozent zufrieden, ein Prozentpunkt mehr als im Vormonat. 87 Prozent sind weniger oder gar nicht zufrieden. Vizekanzler und Finanzminister Lars Klingbeil erreicht 20 Prozent Zustimmung, während 66 Prozent seine Arbeit negativ bewerten.Pistorius bleibt Kabinettsmitglied mit höchster ZustimmungVerteidigungsminister Boris Pistorius kommt auf 49 Prozent Zufriedenheit und 36 Prozent Unzufriedenheit. Außenminister Johann Wadephul erreicht 32 Prozent Zustimmung bei 40 Prozent Unzufriedenheit, Innenminister Alexander Dobrindt 29 Prozent bei 54 Prozent.Oppositionspolitiker vielen Befragten unbekanntMit der Arbeit der Linken-Bundesvorsitzenden Ines Schwerdtner sind 9 Prozent zufrieden, 24 Prozent unzufrieden; 67 Prozent kennen sie nicht oder können sie nicht bewerten. Grünen-Co-Chef Felix Banaszak erreicht 12 Prozent Zustimmung, 28 Prozent äußern sich unzufrieden und 60 Prozent geben keine Bewertung ab.AfD-Fraktionschefin Alice Weidel kommt auf 25 Prozent Zufriedenheit. 65 Prozent sind mit ihrer politischen Arbeit unzufrieden.
Die Umfragewerte zeigen ein weiterhin stark fragmentiertes Parteiensystem. Die AfD liegt mit 27 Prozent deutlich vor CDU/CSU, während SPD, Grüne und Linke zusammen auf 40 Prozent kommen. Für die Regierungsparteien ist besonders der Abstand zwischen ihrer gemeinsamen Stimmenbasis und der Bewertung der Regierungsarbeit relevant: Nur 11 Prozent äußern sich zufrieden mit der Bundesregierung, 87 Prozent sind weniger oder gar nicht zufrieden.
Regierungsbewertung bleibt schwach
Die leichte Verbesserung der persönlichen Werte von Friedrich Merz um zwei Punkte verändert das Gesamtbild nur begrenzt. Mit 12 Prozent Zufriedenen bleibt die Zustimmung zum Bundeskanzler niedrig; zugleich bewerten 85 Prozent seine Arbeit negativ. Auch Vizekanzler Lars Klingbeil erreicht nur 20 Prozent Zustimmung. Innerhalb des Kabinetts ragt Verteidigungsminister Boris Pistorius mit 49 Prozent Zufriedenheit heraus.
Parteien vor strategischen Herausforderungen
Die Zahlen erhöhen den Druck auf Union und SPD, ihre Regierungsarbeit sichtbarer und überzeugender zu vermitteln. Die Union bleibt zwar zweitstärkste Kraft, erreicht aber nur 20 Prozent. FDP und BSW liegen mit jeweils 3 Prozent unterhalb der Mandatsschwelle, wodurch sich die rechnerischen Möglichkeiten für Koalitionen weiter verengen. Für die Opposition bleibt die hohe Unbekanntheit ihrer Spitzenpolitiker ein Problem: Zwei Drittel der Befragten können Ines Schwerdtner nicht bewerten, bei Felix Banaszak sind es 60 Prozent.