27.10.2026 - 21:35 Uhr

Bundespräsidentin: Grüne fordern Kandidatin mit Bekanntheit

Die Grünen verlangen für das höchste Staatsamt eine Frau mit bundesweiter Bekanntheit und breiter gesellschaftlicher Anerkennung. In der Union werden neben Ilse Aigner auch weitere Kandidatinnen gehandelt.

Grüne setzen auf überparteiliche BundespräsidentinGrünen-Fraktionschefin Katharina Dröge fordert für das Amt der Bundespräsidentin eine Kandidatin mit notwendiger bundesweiter Bekanntheit. Zugleich kritisiert sie, dass die Union bereits öffentlich über mögliche Namen diskutiere.Dröge verlangt verbindende PersönlichkeitEine Bundespräsidentin müsse nach Dröges Worten Menschen über Parteigrenzen hinweg repräsentieren und verbinden können. Es gebe mehrere geeignete Kandidatinnen mit bundesweiter Bekanntheit und gesellschaftlicher Anerkennung.Dröge betonte außerdem, es sei an der Zeit, dass eine Frau an der Spitze des Staates stehe. Zugleich drängte sie auf eine Entscheidung in der laufenden Debatte über die Nachfolge von Frank-Walter Steinmeier.Aigner und Claus im GesprächAus den Reihen der Grünen wird die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner von der CSU als geeignete Kandidatin genannt. Aigner wird in der Union bereits seit Längerem als mögliche Nachfolgerin Steinmeiers gehandelt.Auch der Name der hessischen CDU-Fraktionschefin Ines Claus kursiert seit einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom Dienstag. Ob Claus aus Sicht der Grünen die genannten Voraussetzungen erfüllt, ließ Dröge offen.Wahltermin steht festDie Bundesversammlung soll am 30. Januar 2027 ein neues Staatsoberhaupt wählen. Nach zwei Amtszeiten kann Steinmeier nicht erneut kandidieren.Die Bundesversammlung besteht aus den Abgeordneten des Bundestags und einer gleich großen Zahl von Delegierten der Landesparlamente. Im ersten und zweiten Wahlgang ist eine absolute Mehrheit erforderlich; im dritten Wahlgang genügt die relative Mehrheit. Die Debatte über die Nachfolge von Frank-Walter Steinmeier ist in eine entscheidende Phase eingetreten. Die Bundesversammlung soll am 30. Januar 2027 ein neues Staatsoberhaupt wählen; Steinmeier kann nach zwei Amtszeiten nicht erneut kandidieren.Die Union verfügt bei der Kandidatenfindung über erheblichen Einfluss, weil CDU und CSU die größte Gruppe in der Bundesversammlung stellen. Die CSU unterstützt die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner, während in der CDU zuletzt auch Ines Claus sowie weitere Politikerinnen genannt wurden.Breite Zustimmung als MaßstabDie Grünen verbinden ihre Forderung nach einer Bundespräsidentin mit Anforderungen an das Amt: Die Kandidatin soll bundesweit bekannt sein, gesellschaftliche Anerkennung genießen und über Parteigrenzen hinweg verbinden können. Damit rückt neben dem Geschlecht vor allem die überparteiliche Integrationskraft in den Mittelpunkt.Für die Regierungsparteien bleibt die Suche politisch sensibel. Eine gemeinsame Entscheidung wird für November erwartet, anschließend muss die Bundesversammlung formal über die Kandidatur entscheiden. Im ersten und zweiten Wahlgang ist eine absolute Mehrheit von 631 der 1.260 Stimmen nötig. Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragentagesschau: „Wahl des Bundespräsidenten: Wer folgt auf Steinmeier?“ (26.10.2026)Der Beitrag ordnet die Nachfolgesuche und den Wahltermin am 30. Januar 2027 ein. Er nennt Ilse Aigner als CSU-Vorschlag und beschreibt die weiterhin offene Entscheidung der CDU.Stern: „Bundespräsident: Steinmeier-Nachfolge: CDU-Vize Ines Claus zeigt Interesse“ (27.10.2026)Der Artikel stellt Ines Claus als weitere mögliche Kandidatin vor und berichtet über unterschiedliche Einschätzungen in der Union. Als nächstes entscheidendes Datum nennt er Beratungen der CDU-Führung am 9. November.Beide Beiträge bestätigen die offene Nachfolgesuche und die Diskussion über weibliche Kandidaturen. Unterschiede liegen vor allem im Schwerpunkt: Während die tagesschau den Wahlmodus und das Kandidatenfeld erklärt, konzentriert sich der Stern auf Claus und die innerparteilichen Reaktionen.