23.10.2026 - 06:26 Uhr

Deutschland-App: Wildberger verschiebt Start des Regelbetriebs

Die ersten Prototypen werden zwar in Kommunen getestet, der reguläre Betrieb der Deutschland-App hat sich jedoch verschoben. Für den Start sollen zunächst drei bis vier Verwaltungsverfahren vollständig digital verfügbar werden.

Deutschland-App startet später als geplantDie von Digitalminister Karsten Wildberger (CDU) geplante Deutschland-App für Verwaltungsleistungen liegt deutlich hinter dem ursprünglichen Zeitplan zurück. Der für Mitte September vorgesehene Probebetrieb in allen Pilotkommunen ist noch nicht gestartet, und für den Regelbetrieb gibt es weiterhin keinen Termin.Prototypen werden bereits getestetWildberger bestätigte die Verzögerung und erklärte, erste Prototypen stünden und würden in Kommunen getestet, befänden sich aber noch nicht im regulären Betrieb. Als Grund nannte der Minister gestiegene Ansprüche: Nach den ersten erreichten Meilensteinen seien die Anforderungen nochmals erhöht worden.Drei Verfahren als EinstiegDie App soll langfristig auch komplexe Verwaltungsverfahren automatisieren. Dafür sollen zunächst drei bis vier Verfahren ausgewählt werden, die schneller an die sogenannte Registermodernisierung angeschlossen und anschließend vollständig digital in der App verfügbar gemacht werden.Unterschiedliche IT-Systeme erschweren StartZu den Herausforderungen zählen die unterschiedliche Qualität vorhandener Onlinedokumente sowie verschiedene IT-Systeme und Digitalisierungsstände in den Kommunen. Den Auftrag für den ersten Prototypen erhielten die Telekom-Tochter T-Systems und SAP; die Deutsche Telekom verwies für weitere Auskünfte an das Digitalministerium. Die Verzögerung der Deutschland-App fällt in eine Phase, in der Bund, Länder und Kommunen ihre Verwaltungsleistungen stärker digital verknüpfen wollen. Dafür müssen nicht nur einzelne Onlineformulare bereitstehen: Register, Identitäten, Nachweise und Fachverfahren müssen technisch zusammenarbeiten, damit ein Antrag ohne Medienbrüche bearbeitet werden kann.Besonders anspruchsvoll ist die kommunale Ebene. Unterschiedliche IT-Systeme, uneinheitliche Datenbestände und verschieden weit entwickelte digitale Angebote erschweren einen einheitlichen Start. Die in der Meldung genannten drei bis vier zunächst ausgewählten Verwaltungsverfahren sollen deshalb offenbar als begrenzter Einstieg dienen, bevor weitere Leistungen hinzukommen.Register als technische GrundlageDie Registermodernisierung soll Verwaltungsdaten besser nutzbar machen und Bürgern wiederholte Nachweise ersparen. Ohne verlässliche Register und standardisierte Schnittstellen bleibt eine App jedoch vor allem eine zusätzliche Benutzeroberfläche. Für Nutzer dürfte daher weniger der Prototyp als der tatsächliche Umfang der digital abschließbaren Verfahren entscheidend sein.Folgen für den ZeitplanDer ursprünglich für Mitte September vorgesehene Pilotbetrieb in allen Pilotkommunen ist nicht erreicht worden. Weil der Regelbetrieb weiterhin keinen Termin hat, bleibt offen, wann die Anwendung flächendeckend nutzbar wird. Die angekündigte Ausweitung auf komplexe Verwaltungsverfahren erhöht zugleich den möglichen Nutzen, verlängert aber den technischen und organisatorischen Vorlauf.