01.07.2026 - 11:50 Uhr

FPSB Deutschland: Weniger sparen, mehr Vermögen - der unterschätzte Vorteil des frühen Starts

Frankfurt am Main - Viele junge Menschen blicken skeptisch auf ihre finanzielle Zukunft – dabei haben gerade sie einen entscheidenden Vorteil in der Hand: die Zeit. Der FPSB Deutschland zeigt anhand konkreter Rechenbeispiele, welchen Effekt der Zinseszins für den Vermögensaufbau erzielen kann.

Die Frage, obdas Geld fürs Leben im Alter reicht, beschäftigt viele Menschen hierzulande. Dies gilt gerade auch für die jüngere Generation, wie eine aktuelle Studie des Versicherers HDI verdeutlicht. Demnach blicken viele Frauen und Männer im Alter zwischen 18 und 35 Jahren skeptisch auf ihre finanzielle Situation im Alter. Und immerhin 21 Prozent erwarten bereits heute, ihren Lebensstandard im Ruhestand nicht halten zu können. Nur 13 Prozent gehen davon aus, dies später ohne finanzielle Abstriche zu schaffen.Was die Mehrheit dabei verkennt: Wer sich bereits in frühen Jahren um die eigene Altersvorsorge kümmert, sichert sich einen enormen finanziellen Vorteil für später. "Wer mit 20, 25 oder 30 Jahren beginnt, die Altersvorsorge ernst zu nehmen, hat bereits gewonnen. Nicht durch spektakuläre Gewinne, sondern durch die Kraft der Zeit und des Zinseszinses", sagt Marcel Reyers, CFP®, stellvertretender Vorsitzender des Financial Planning Standards Board Deutschland e.V. (FPSB Deutschland). "Viele junge Menschen unterschätzen die Kraft der Zeit beim Vermögensaufbau. Wer mit 25 Jahren beginnt, regelmäßig Geld anzulegen, hat einen Startvorteil, den Spätzünder kaum aufholen können – egal wie viel sie später sparen", erklärt Reyers und veranschaulicht dies anhand von zwei konkreten Rechenbeispielen.Der frühe Start wird zum TurboLisa beginnt mit 25 Jahren, monatlich 50 Euro in einen ETF-Sparplan zu investieren. Bei einer angenommenen durchschnittlichen jährlichen Rendite von 6 Prozent zahlt sie insgesamt 24.000 Euro ein (50 Euro x 12 Monate x 40 Jahre bis 65). Dank des Zinseszinses wächst ihr Vermögen auf etwa 99.500 Euro an.Markus wartet dagegen, bis er 45 Jahre alt ist und spart dann monatlich 200 Euro – viermal so viel wie Lisa. Er zahlt insgesamt 48.000 Euro ein (200 Euro x 12 Monate x 20 Jahre). Sein Endvermögen bei einer angenommenen durchschnittlichen jährlichen Rendite von 6 Prozent: etwa 92.400 Euro.Das Ergebnis ist bemerkenswert: Lisa hat weniger als die Hälfte eingezahlt, verfügt aber über deutlich mehr Vermögen. Der Grund liegt allein in dem längeren Zeitraum, in dem ihr Geld arbeiten konnte. "Dieses Beispiel zeigt eindrucksvoll, dass es nicht primär um die Sparquote geht, sondern um den Zeitfaktor", erläutert Reyers, der neben seiner FPSB-Vorstandstätigkeit geschäftsführender Gesellschafter der FINAKONS – Finanz Konsilium GmbH in Limburg a. d. Lahn ist.Da jedoch Frauen und Männer mit Anfang 20 auch andere finanziellen Ziele berücksichtigen müssen, rät der Experte rät dazu, die Altersvorsorge in einen größeren Kontext einzuordnen. Dazu gehört:* Notgroschen aufbauen: Bevor regelmäßig in langfristige Anlagen investiert wird, sollte ein Notfallfonds von drei bis sechs Monatsgehältern aufgebaut sein. "Dieser Puffer schützt vor unerwarteten Ausgaben und verhindert, dass Notlagen zu Verschuldung und der Inanspruchnahme teurer Konsumentenkredite führen", erläutert Reyers. * Schulden abbauen: Bestehen Schulden – etwa aus einem Kredit oder einem Darlehen – sollten diese mit höherer Priorität behandelt werden als der Vermögensaufbau. * Systematische Altersvorsorge: Erst wenn die ersten beiden Faktoren erfüllt sind, kann der Fokus auf regelmäßiges Sparen und Investieren gelegt werden.Die gute Nachricht lautet: Die drei Phasen sind nicht zeitlich getrennt. "Wer strukturiert vorgeht, kann parallel einen Notgroschen aufbauen, Schulden abbauen und bereits mit kleineren Beträgen die Altersvorsorge starten", erläutert der FPSB-Vorstand. Für den Einstieg eignen sich für junge Berufseinsteiger vor allem zwei Instrumente.Mit ETFs und betrieblicher AltersvorsorgeZum einen der ETF-Sparplan. Schon mit 25 oder 50 Euro monatlich lässt sich ein breit gestreutes Portfolio aufbauen. Die Flexibilität ist hoch, da die Sparrate jederzeit angepasst oder ausgesetzt werden kann – ideal für eine Lebensphase mit möglichen Veränderungen. "Ein ETF-Sparplan ist transparent, kostengünstig und einfach umzusetzen", sagt Reyers.Zum anderen die betriebliche Altersvorsorge, kurz bAV. Denn viele Arbeitgeber bieten eine betriebliche Altersvorsorge an. Hier gibt es oft Arbeitgeberzuschüsse - im Grunde kostenloses Geld für die Altersvorsorge. Zudem profitieren Arbeitnehmer von Steuerersparnissen. "Wer die Möglichkeit einer bAV hat, sollte diese nutzen. Das ist einer der wenigen Fälle, wo es quasi garantierte Zusatzrenditen gibt", so Reyers.Was beim Thema Altersvorsorge von jungen Menschen zudem häufig übersehen wird: Sie sollte nicht isoliert betrachtet werden, sondern als Teil der Karriereplanung. "Wer mit 25 Jahren anfängt zu sparen, hat einen anderen Blick auf Karriereschritte, Jobwechsel und Gehaltsverhandlungen", erklärt Reyers. "Jedes zusätzliche Gehalt, das durch Verhandlungen oder einen besseren Job erzielt wird, kann teilweise in die Altersvorsorge fließen. Das führt zu einer Art dynamischen Anpassung der Altersvorsorge an die Gehaltsentwicklung."Langfristiger Plan statt kurzfristiger TippsWichtige Unterstützung beim Aufbau einer langfristigen Strategie für die Altersvorsorge können zertifizierte CERTIFIED FINANCIAL PLANNER®-Professionals des FPSB Deutschland leisten. Ein CFP®-Professional als langfristiger Partner kann helfen, die persönliche Situation realistisch einzuschätzen, die finanziellen Prioritäten richtig zu setzen und ein maßgeschneidertes Vorsorgekonzept zu entwickeln. Wichtig ist es, diesen Plan über Jahrzehnte hinweg immer wieder anzupassen, etwa bei einem Jobwechsel, einer Gehaltserhöhung oder bei der Gründung einer Familie."Ein guter Finanzplaner ist kein Verkäufer, sondern ein Partner auf Augenhöhe", unterstreicht Reyers. "Er denkt in Jahrzehnten, nicht in Quartalen. Das ist gerade für junge Menschen wichtig, die noch viel vor sich haben." Doch der wichtigste Schritt ist, überhaupt anzufangen. "Mit kleinen, regelmäßigen Beträgen und einer klaren Strategie lässt sich eine solide finanzielle Grundlage schaffen. Wer das mit Anfang 20 versteht, kann sich im Ruhestand entspannen", resümiert Reyers.Über den FPSB Deutschland e.V. Das Financial Planning Standards Board Ltd. - FPSB ist ein globales Netzwerk mit derzeit 29 Mitgliedsländern und über 236.000 CFP®-Professionals. Dessen Ziel ist es, den weltweiten Berufsstandard für Financial Planning zu verbreiten und das öffentliche Vertrauen in Financial Planner zu fördern. Das Financial Planning Standards Board Deutschland e.V. (FPSB Deutschland) mit Sitz in Frankfurt/ Main gehört seit 1997 als Vollmitglied dieser Organisation an. Zentrale Aufgabe des FPSB Deutschland ist die Zertifizierung von Finanz- und Nachfolgeplanern nach international einheitlich definierten Regeln. Wichtige Gütesiegel sind der CERTIFIED FINANCIAL PLANNER®-Professional, der CERTIFIED FOUNDATION AND ESTATE PLANNER, der EFPA European Financial Advisor® EFA und der CGA® CERTIFIED GENERATIONS ADVISOR. Der FPSB Deutschland hat ferner den Anspruch, Standards zur Methodik der ganzheitlichen Finanzberatung zu setzen. Dafür arbeitet der FPSB Deutschland eng mit Regulierungs- und Aufsichtsbehörden, Wissenschaft und Forschung, Verbraucherschützern sowie Presse und interessierter Öffentlichkeit zusammen. Ein weiteres Anliegen des FPSB Deutschland ist die Verbesserung der finanziellen Allgemeinbildung. Zu diesem Zweck hat der Verband den Verbraucher-Blog www.frueher-planen.de ( https://www.frueher-planen.de )lanciert. Er informiert neutral, anbieterunabhängig und werbefrei über alle relevanten finanziellen Themen und beinhaltet drei Online-Rechner zur Berechnung der Altersrente und der Basisrente sowie zur Optimierung der Fondsanlage.Weitere Informationen erhalten Sie unter: www.fpsb.de ( https://www.fpsb.de )Folgen Sie uns auch auf LinkedIn unter: https://de.linkedin.com/company/fpsbdeutschland ( https://de.linkedin.com/company/fpsbdeutschland )(Ende)Aussender: FPSB Financial Planning Standards Board Deutschland e.V. Ansprechpartner: Iris Albrecht Tel.: +49 681 41 09 806 10 E-Mail: presse@fpsb.de Website: www.fpsb.de