Leipzig - Spielstände werden bei vielen aktuellen Konsolen und Gaming-Plattformen automatisch über ein Benutzerkonto synchronisiert. Daraus entsteht schnell der Eindruck, dass bei einem defekten Datenträger keine wichtigen Daten verloren gehen können. Doch Cloud-Speicher erfassen längst nicht alle Inhalte. Eigene Aufnahmen, Mods, Maps, Konfigurationen oder Analysedateien befinden sich häufig ausschließlich auf einer Speicherkarte oder SSD.
Im Datenrettungslabor von DATA REVERSE® werden deshalb neben Festplatten, Servern und RAID-Systemen regelmäßig auch Flash-Speicher aus Konsolen, Gaming-PCs und Aufzeichnungsgeräten untersucht. Ursachen für den Datenverlust sind unter anderem Stürze, elektronische Defekte, beschädigte Dateisystemstrukturen, unterbrochene Schreibvorgänge oder verschlissene Speicherzellen.Welche Daten tatsächlich in der Cloud liegenWelche Inhalte automatisch gesichert werden, hängt von der jeweiligen Plattform ab.Bei Nintendo Switch und Switch 2 befinden sich Spielstände im internen Speicher der Konsole. Auf der microSD-Karte werden vor allem heruntergeladene Spiele, Updates, Screenshots und Videoaufnahmen abgelegt. Gekaufte Spiele lassen sich in der Regel erneut herunterladen. Persönliche Aufnahmen können jedoch verloren sein, wenn keine zusätzliche Sicherung vorhanden ist.Bei Xbox werden Spielstände üblicherweise über das Microsoft-Konto mit der Xbox Cloud synchronisiert. Speichererweiterungskarten enthalten vor allem installierte Spiele und lokale Daten. Eine funktionierende Synchronisation der Spielstände bedeutet deshalb nicht automatisch, dass sämtliche persönlichen Inhalte extern gesichert sind.Besonders kritisch sind Daten, für die keine Cloud-Anbindung vorgesehen ist. Dazu gehören selbst entwickelte Mods, individuelle Maps, Konfigurationsdateien sowie Replay- und Analysedaten aus dem eSports-Umfeld. Auch PC-Spielstände können ausschließlich lokal gespeichert sein, wenn die Cloud-Funktion des jeweiligen Spiele-Clients nicht aktiviert wurde oder die Synchronisation unvollständig war.Moderne Speicherkarten stellen höhere AnforderungenMit der Switch 2 kommt erstmals microSD Express in einer Nintendo-Konsole zum Einsatz. Der Standard nutzt eine Anbindung über PCIe und NVMe und erreicht theoretische Übertragungsraten von bis zu rund 985 MB/s. Damit ist microSD Express deutlich schneller als klassische UHS-I-Karten.Für die Datenrettung ist jedoch nicht allein die Geschwindigkeit entscheidend. Moderne Flash-Speicher arbeiten mit komplexen Controller- und Verwaltungsstrukturen. Fällt der Controller aus oder werden interne Zuordnungstabellen beschädigt, reicht ein einfaches Auslesen des Datenträgers häufig nicht mehr aus.MicroSD-Express-Karten unterscheiden sich zudem technisch von herkömmlichen Speicherkarten. Ihre NVMe-Architektur stellt andere Anforderungen an Diagnose, Kommunikation und Rohdatenzugriff. Welche Verfahren eingesetzt werden können, hängt deshalb immer vom konkreten Kartenmodell und vom Schadensbild ab.Der Defekt bestimmt das weitere VorgehenBei logischen Schäden können beschädigte Dateisysteme, fehlerhafte Dateizuordnungen oder abgebrochene Schreibvorgänge verhindern, dass Dateien angezeigt oder geöffnet werden. Sind die betroffenen Speicherbereiche noch lesbar, lassen sich die vorhandenen Daten häufig gezielt extrahieren und rekonstruieren.Aufwendiger ist die Datenrettung bei elektronischen oder physischen Defekten. Bei modernen Speicherkarten befinden sich Controller und NAND-Flash oft gemeinsam in einem vergossenen Baustein. Ist ein Rohdatenzugriff auf den NAND-Flash technisch möglich, werden die Speicherinhalte ausgelesen und anschließend anhand der internen Speicherorganisation rekonstruiert.Dabei müssen unter anderem Seiten, Blöcke, Fehlerkorrekturdaten und logische Zuordnungen berücksichtigt werden. Die Rohdaten entsprechen deshalb nicht unmittelbar den ursprünglichen Dateien. Erst durch die Rekonstruktion der Controller-Logik können daraus wieder nutzbare Daten entstehen.Auch bei SSDs kommen unterschiedliche Fehlerbilder infrage. Dazu zählen Controllerdefekte, beschädigte Firmwarestrukturen, fehlerhafte Verwaltungsdaten oder verschlissene Speicherzellen. Eine pauschale Erfolgsgarantie ist nicht möglich. Entscheidend sind der Zustand des Speichers und die Frage, ob die relevanten Datenbereiche noch zuverlässig ausgelesen werden können.Persönliche Inhalte werden häufig unterschätztIn der Praxis zeigt sich immer wieder, dass Nutzer erst nach einem Ausfall feststellen, welche Inhalte ausschließlich lokal gespeichert waren. Installierte Spiele können meist erneut heruntergeladen werden. Synchronisierte Spielstände lassen sich häufig über das Benutzerkonto wiederherstellen.Für eigene Aufnahmen, Mods, Konfigurationen oder lokale Projektdaten gilt das nicht. Befinden sich diese Inhalte nur auf einer Speicherkarte oder SSD, gibt es im Schadensfall keine zweite Kopie.Wer solche Daten dauerhaft erhalten möchte, sollte sie deshalb regelmäßig auf ein separates Speichermedium oder in einen geeigneten Cloud-Speicher kopieren. Eine einzelne Speicherkarte oder SSD ist keine Datensicherung.Keine weiteren Schreibzugriffe durchführenWird ein Datenträger plötzlich nicht mehr erkannt, treten Lesefehler auf oder verschwinden Dateien, sollte er nicht weiterverwendet werden. Jeder erneute Schreibvorgang kann vorhandene Daten verändern oder überschreiben.Auch Reparaturfunktionen des Betriebssystems oder frei verfügbare Wiederherstellungsprogramme sind bei einem unbekannten Schadensbild mit Vorsicht zu nutzen. Solche Programme können Dateisystemstrukturen verändern und damit eine spätere professionelle Rekonstruktion erschweren.Ist keine funktionierende Sicherung vorhanden, sollte der Datenträger sicher entfernt beziehungsweise das betroffene Gerät ausgeschaltet werden. Anschließend empfiehlt sich eine technische Analyse durch ein spezialisiertes Datenrettungslabor.(Ende)Aussender: DATA REVERSE® Datenrettung Ansprechpartner: Christine Schröder Tel.: +49 341 392 817 89 E-Mail: presse@datareverse.de Website: www.datareverse-datenrettung.de