CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann bezeichnet Ilse Aigner als sehr gut geeignet für das Bundespräsidentenamt. Eine Festlegung auf die CSU-Politikerin vermeidet sie und verweist auf Friedrich Merz’ Vorschlag in den Parteigremien am Montag.
Hoppermann lobt Aigner vor Entscheidung über Steinmeier-NachfolgeCDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann hält Ilse Aigner für sehr gut geeignet als Bundespräsidentin, bestätigt eine Festlegung auf die CSU-Politikerin aber nicht. Den Vorschlag will der Parteivorsitzende und Bundeskanzler Friedrich Merz am Montag in den Gremien machen, sagte Hoppermann dem Nachrichtenportal „T-Online“.Aigner als geeignete Bewerberin genannt„In jedem Fall wäre Ilse Aigner sehr gut für das Amt geeignet, so wie auch einige Frauen aus unserer Partei“, sagte Hoppermann. Zugleich verwies sie darauf, dass der parteiintern vereinbarte Prozess noch laufe und Merz seinen Vorschlag erst in den zuständigen Gremien vorlegen werde.Union verteidigt lange SucheDie CDU-Generalsekretärin verteidigte die innerhalb der Union teils kritisierte Dauer der Suche nach einem Nachfolger für Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Die Union habe stets angekündigt, im Herbst nach den Landtagswahlen einen Vorschlag zu machen.Entscheidung bis zum 9. NovemberMerz habe eine Entscheidung zum 9. November in Aussicht gestellt, sagte Hoppermann. Bis dahin würden die erforderlichen Gespräche geführt; die Union befinde sich damit genau im vereinbarten Prozess.Bei der Suche nach dem Nachfolger gehe es um das höchste Staatsamt. Gesucht werde eine Person, die die Gesellschaft in polarisierten Zeiten wieder zusammenführe. „Das ist nichts, was sich mal eben so macht“, sagte Hoppermann.
Das Amt des Bundespräsidenten wird durch die Bundesversammlung gewählt. Die Amtszeit von Frank-Walter Steinmeier endet im Frühjahr 2027; die Wahl eines Nachfolgers muss deshalb rechtzeitig vorbereitet werden. Der Bundespräsident hat vor allem repräsentative und verfassungsrechtliche Aufgaben, besitzt aber als überparteiliche Instanz erhebliches politisches Gewicht.Ilse Aigner ist seit 2018 Präsidentin des Bayerischen Landtags und gehört der CSU an. Eine Kandidatur der langjährig erfahrenen Landespolitikerin würde innerhalb der Union mehrere Interessen verbinden: Die CSU könnte erstmals seit längerer Zeit eine Bewerberin für das höchste Staatsamt stellen, während die CDU ihre Unterstützung für eine Frau mit eigenständigem politischen Profil signalisieren könnte.Entscheidung in den ParteigremienEntscheidend ist der von Hoppermann genannte nächste Schritt: Der Parteivorsitzende und Bundeskanzler Friedrich Merz soll seinen Vorschlag am Montag in den Gremien vorlegen. Bis dahin dürften Gespräche innerhalb der Union und mit weiteren politischen Kräften fortgesetzt werden. Eine formelle Nominierung ist von der politischen Unterstützung in der Bundesversammlung zu unterscheiden.Die Debatte fällt in eine Phase, in der Parteien nach einem Kandidaten suchen, der über das eigene Lager hinaus Zustimmung finden kann. Hoppermann begründet die lange Dauer mit der Bedeutung des Amtes und dem Ziel, in polarisierten Zeiten eine gesellschaftlich verbindende Persönlichkeit zu finden. Für die Öffentlichkeit bleibt damit bis zur Entscheidung vor allem die Frage relevant, ob die Union Aigner tatsächlich gemeinsam nominiert und welche Unterstützung sie außerhalb von CDU und CSU erhält.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene FragenZDFheute: „Ilse Aigner soll Bundespräsidentin werden: Kandidatin der Union“ (06.11.2026)Der Beitrag berichtet, dass die CSU-Politikerin Aigner Bundespräsidentin werden soll. Damit bestätigt er den sich abzeichnenden Unionskurs, während die dts-Meldung den Schwerpunkt auf Hoppermanns ausdrückliche Eignungsbewertung und den angekündigten Entscheidungsprozess legt.tagesschau: „Nach ARD-Informationen soll Ilse Aigner Bundespräsidentin werden“ (06.11.2026)Die Meldung ordnet Aigner als mögliche gemeinsame Kandidatin von CDU und CSU ein. Anders als das Hoppermann-Interview stellt sie stärker die politischen Informationen zur erwarteten Nominierung in den Mittelpunkt; offen bleibt der formelle Beschluss in den Parteigremien.Übereinstimmend zeichnet sich Unterstützung der Union für Aigner ab. Unterschiede bestehen vor allem beim Schwerpunkt zwischen politischer Vorabinformation und dem noch ausstehenden formellen Vorschlag; die endgültige Entscheidung und die Mehrheiten in der Bundesversammlung bleiben die nächsten zentralen Schritte.