Die Deutsche ReGas erweitert ihr LNG-Terminal „Deutsche Ostsee“ auf Rügen um ein zweites FSRU. Der langfristige Vertrag mit MOL soll zusätzliche Kapazitäten für die Befüllung deutscher und europäischer Gasspeicher schaffen.
Deutsche ReGas erweitert LNG-Terminal in MukranDie Deutsche ReGas nimmt für ihr LNG-Importterminal „Deutsche Ostsee“ in Mukran auf Rügen ein zweites LNG-Schiff in Betrieb. Geschäftsführer Ingo Wagner erwartet, dass das Schiff bereits im Winter 2027/2028 und besonders im folgenden Frühjahr beim Auffüllen der Gasspeicher in Deutschland und Europa hilft.Vertrag mit MOL läuft bis 2043Das Schiff wird vom japanischen Unternehmen Mitsui O.S.K. Lines, kurz MOL, bereitgestellt. Der Vertrag soll am Donnerstag unterzeichnet werden und läuft nach Angaben Wagners bis 2043; das Vertragsvolumen beträgt mehrere hundert Millionen Dollar.Bei dem Schiff handelt es sich um eine Floating Storage and Regasification Unit, kurz FSRU. Sie nimmt verflüssigtes Erdgas auf, wandelt es wieder in gasförmigen Zustand um und speist es in das Erdgasnetz ein.Mukran soll 13,5 Milliarden Kubikmeter einspeisenDie Deutsche ReGas betreibt bereits ein LNG-Schiff in Mukran. Mit dem zweiten Schiff wären künftig sechs FSRUs in Deutschland im Einsatz. Neben der Deutschen ReGas betreibt die bundeseigene Deutsche Energy Terminal GmbH drei FSRUs und will im November ein viertes LNG-Schiff in Betrieb nehmen.Nach Angaben der Deutschen ReGas können die beiden Schiffe des Terminals „Deutsche Ostsee“ zusammen jährlich 13,5 Milliarden Kubikmeter Erdgas in das Netz einspeisen. Das entspricht etwa 15 Prozent des gesamten deutschen Erdgasbedarfs.
Mit dem zweiten FSRU erweitert die Deutsche ReGas die Importinfrastruktur am Standort Mukran deutlich. Die beiden Schiffe sollen zusammen jährlich bis zu 13,5 Milliarden Kubikmeter Erdgas in das deutsche Netz einspeisen können. Das entspricht nach Angaben des Unternehmens etwa 15 Prozent des deutschen Erdgasbedarfs.Der Ausbau steht im Zusammenhang mit der seit dem russischen Angriff auf die Ukraine beschleunigten Suche Deutschlands nach alternativen Gasbezugswegen. LNG-Terminals können Lieferungen per Schiff aufnehmen und damit zusätzliche Flexibilität schaffen, ersetzen aber nicht die weiterhin wichtige Pipelineversorgung. Nach Angaben des Stern lag der Anteil der LNG-Terminals an den deutschen Gasimporten im ersten Halbjahr 2026 bei rund 12 Prozent, während der größere Teil weiterhin über Pipelines kam.Mehr Kapazität, aber auch KritikDie Deutsche ReGas will das zusätzliche Schiff bereits im Winter 2027/2028 und besonders im folgenden Frühjahr für die Befüllung deutscher und europäischer Speicher einsetzen. Der langfristige Vertrag mit Mitsui O.S.K. Lines bis 2043 bindet dafür erhebliche Kapazitäten und soll die Nutzung des Terminals planbarer machen.Für Verbraucher, Industrie und Energiemärkte bedeutet die Erweiterung vor allem eine zusätzliche Importoption, falls andere Lieferwege ausfallen oder saisonal weniger verfügbar sind. Zugleich bleibt die Infrastruktur politisch umstritten, weil Kritiker angesichts langfristig sinkender fossiler Nachfrage einen überdimensionierten Ausbau befürchten. Die tatsächliche Bedeutung des zweiten Schiffes wird daher auch davon abhängen, wie stark Deutschland LNG künftig benötigt und zu welchen Preisen es verfügbar ist.
stern: „Mehr Kapazität: Betreiber sichert sich zweites LNG-Terminalschiff für Rügen“ (29.10.2026)Der Artikel bestätigt die geplante Stationierung des zweiten Terminalschiffs in Mukran und nennt den Chartervertrag mit Mitsui O.S.K. Lines. Anders als die dts-Meldung ordnet er den Ausbau stärker in die Entwicklung der deutschen LNG-Infrastruktur, die frühere Reduzierung der Kapazität in Mukran und die Kritik an fossiler Überkapazität ein.