27.10.2026 - 16:37 Uhr

Privatjets: Dröge fordert Extra-Abgabe für Luxusflüge

Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge und der SPD-Umweltpolitiker Jakob Blankenburg wollen besonders klimaschädliche Luxusflüge stärker belasten. Die Einnahmen sollen unter anderem in Klimaschutz und den Schutz vor Hochwasser und Dürre fließen.

Grüne und SPD fordern höhere Abgaben für PrivatjetsGrünen-Fraktionschefin Katharina Dröge fordert angesichts des hohen Klimabeitrags sehr wohlhabender Menschen eine Extra-Abgabe auf Privatjet-Flüge. Der SPD-Umweltpolitiker Jakob Blankenburg verlangt zudem eine stärkere Besteuerung der Flüge und eine Einbeziehung von Privatjets in den europäischen Emissionshandel.Dröge verbindet Abgabe mit VermögensteuerDröge verwies auf eine am Dienstag vorgestellte Oxfam-Studie. Demnach kann ein Privatjet-Flug bis zu 80-mal klimaschädlicher sein als ein Linienflug.Die Grünen-Politikerin fordert neben einer Klimaschutz-Offensive der Bundesregierung eine faire Besteuerung von Menschen mit einem Vermögen von mehr als 500 Millionen Euro. Außerdem müsse es eine Übergewinnsteuer für Ölkonzerne geben, während Subventionen beendet werden sollten.SPD verlangt Änderungen bei LuftverkehrsteuerBlankenburg sagte, wer deutlich mehr zur Klimakrise beitrage, müsse auch einen fairen Anteil an ihren Kosten tragen. Privatjet-Flüge sollten deshalb in der Luftverkehrsteuer extra besteuert werden, wie es in Frankreich und Italien bereits der Fall sei.Zudem müssten Privatjets in Europa ohne Schlupflöcher in den Emissionshandel einbezogen werden. Mit Blick auf den Koalitionspartner CDU/CSU räumte Blankenburg ein, für diese Schritte müsse politisch noch geworben werden.Einnahmen für Schutz vor KlimafolgenNach Darstellung des SPD-Politikers würden die Einnahmen für den Schutz vor Hochwasser und Dürre in Deutschland gebraucht. Sie sollten außerdem Menschen weltweit zugutekommen, die am wenigsten zur Klimakrise beitragen. Die Forderungen von Grünen und SPD knüpfen an eine internationale Debatte über die Verteilung der Klimaverantwortung an. Oxfam stellt in der am Dienstag vorgestellten Analyse den besonders hohen Ausstoß sehr wohlhabender Menschen durch Privatjets und klimaschädliche Investitionen heraus.Die Größenordnungen unterscheiden sich jedoch je nach Betrachtung. Privatjets verursachten 2025 an deutschen Flughäfen laut Oxfam rund 180.000 Tonnen CO2, während der gesamte deutsche Luftverkehr auf deutlich höhere Emissionen kam. Politisch steht deshalb neben der Symbolwirkung einer Sonderabgabe auch die Frage im Raum, wie wirksam einzelne Maßnahmen für den gesamten Ausstoß wären.Steuern, Emissionshandel und VerteilungDröge verbindet die Abgabe auf Privatjet-Flüge mit einer höheren Besteuerung sehr großer Vermögen und einer Übergewinnsteuer für Ölkonzerne. Blankenburg setzt zusätzlich auf eine Einbeziehung von Privatjets in den europäischen Emissionshandel ohne Schlupflöcher. Die Einnahmen sollen nach seiner Darstellung dem Schutz vor Hochwasser und Dürre sowie besonders betroffenen Menschen zugutekommen.Für die Bundesregierung und den Koalitionspartner CDU/CSU ergäbe sich daraus ein politischer Zielkonflikt zwischen Klimaschutz, sozialer Verteilung und den Interessen der Luftverkehrsbranche. Entscheidend wären die konkrete Höhe der Abgabe, ihre rechtliche Ausgestaltung und die Verwendung der Einnahmen. Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene FragenFrankfurter Rundschau: „Wie Superreiche das Klima belasten“ (27.10.2026)Der Beitrag ordnet die Oxfam-Berechnungen zu Privatjets und Investitionen ein und hebt die Forderung nach höheren Abgaben auf Luxusflüge hervor. Zugleich stellt er die Emissionen des Privatjetverkehrs den deutlich größeren Gesamtemissionen des deutschen Luftverkehrs gegenüber.BR24: „Superreiche heizen laut Oxfam-Studie Klimakrise an“ (27.10.2026)BR24 fasst die Oxfam-Berechnungen zu Privatflügen und klimaschädlichen Investitionen zusammen und nennt die Forderung nach einer stärkeren Besteuerung hoher Vermögen und von Privatjets. Der Schwerpunkt liegt stärker auf den globalen Zahlen und dem Beitrag der Superreichen insgesamt.Beide Beiträge stellen den überproportionalen Klimabeitrag sehr wohlhabender Menschen heraus. Unterschiede liegen vor allem in der Einordnung der Größenordnung und im Schwerpunkt zwischen deutschem Luftverkehr und globalen Vermögens- und Investitionsemissionen.