Sportstaatsministerin Christiane Schenderlein (CDU) erwartet trotz Fußball-WM keinen grundsätzlichen Stimmungsumschwung im Land und betont den Vorrang der politischen Reformarbeit.
Sie verwies darauf, dass viele Menschen die Belastungen der anstehenden Projekte deutlich spürten."Machen wir uns nichts vor - wir wissen natürlich auch um die Notwendigkeit der Reformen und dass es eben auch Anstrengungen damit verbunden sind", sagte Schenderlein am Donnerstag den Sendern RTL und ntv. "Bis zur Sommerpause haben wir noch sehr viel vor und die Zeit ist auch knapp."Eine erfolgreiche Nationalmannschaft könne zwar positiv wirken, ersetze aber keine Politik, so die Ministerin. "Klar, eine erfolgreiche Mannschaft, das ist schon auch etwas, was positiv ist", sagte sie. Zugleich betonte Schenderlein, die Bürger unterschieden sehr genau zwischen Fußball und Regierungshandeln: "Ich glaube, die Menschen schauen schon sehr differenziert auf die Politik."Gleichzeitig setzt die Sportstaatsministerin auf die verbindende Kraft des Turniers im Alltag der Menschen. Man freue sich vor allem auf gemeinsame Erlebnisse: "Wir freuen uns auf jeden Fall darauf, dass wir auch Public Viewing hier genießen können." Die Bundesregierung habe die rechtlichen Voraussetzungen geschaffen, "dass man auch noch nach 22 Uhr gemeinsam Fußball schauen kann". Fußball sei dabei mehr als ein Spiel: "Fußball ist ja auch wie so oft das letzte Lagerfeuer der Nation, wie man sagt", so Schenderlein. Es sei "auch etwas Schönes, um Gemeinschaft zu erleben", selbst wenn laut einer RTL-Umfrage nur ein Viertel der Deutschen glaubt, dass die WM die allgemeine Atmosphäre im Land verbessern kann. Für sie bleibe entscheidend: "Wir müssen vor allen Dingen eben auch unsere Aufgaben hier in Berlin machen."