Die Union steht höheren Rückkehrprämien für syrische Flüchtlinge offen gegenüber.
Wie das Nachrichtenmagazin Focus berichtet, prüft das Bundesinnenministerium von Alexander Dobrindt (CSU) derzeit eine Rückkehrförderung für Syrer in Höhe von 8.000 Euro."Die freiwillige Rückkehr ist für alle Seiten die beste und auch günstigste Lösung", sagte Günter Krings, Fraktionsvize der Union im Bundestag, dem Focus. "Insofern ist es richtig, dass wir über höhere Rückkehrförderungen nachdenken." Wer als Migrant von deutschen Sozialleistungen lebe, erhalte schon in wenigen Monaten des Aufenthalts in Deutschland einen namhaften vierstelligen Euro-Betrag. "Auch jede unterstützte freiwillige Rückkehr ist daher eine positive Nachricht für den Steuerzahler", so der frühere Parlamentarische Staatssekretär im Bundesinnenministerium.Der CDU-Politiker pochte darauf, "dass wir auch die Abschiebungen nach Syrien deutlich erhöhen." Neben den Rückführungen von Straftätern müsse die Bundesregierung auch "die schlecht Integrierten in den Blick nehmen: insbesondere die Syrer, die seit Jahren hier leben, ohne das eigene Leben zu finanzieren." Krings sah auch keine Gründe dafür, bei sunnitischen Männern ein humanitäres Aufenthaltsrecht zu verlängern.Siegfried Lorek, Migrationsstaatsekretär in Baden-Württemberg, hielt Rückkehrberatungen und Rückkehrprämien für "wichtige Instrumente". Diese seien günstiger als zwangsweise Rückführungen. "Deshalb stehen wir einer Weiterentwicklung dieser Instrumente grundsätzlich offen gegenüber", sagte der CDU-Politiker dem Focus. Wie Krings drängte auch Lorek darauf, "dass regelmäßige Abschiebungsmöglichkeiten für Straftäter etabliert werden."Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) hielt ebenfalls großzügigere Rückkehrsummen für denkbar. "Selbst höhere Unterstützungsleistungen im vierstelligen oder in einzelnen Fällen auch im unteren fünfstelligen Bereich wären gemessen an den langfristigen Kosten von Sozialleistungen häufig weiterhin ein Gewinn für den Staat", erklärte er gegenüber "Focus". Ähnliche Töne schlug auch Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) im April dem Focus an: "Eine stärkere finanzielle Unterstützung ist notwendig - insbesondere für Menschen, die nicht über ausreichende Mittel verfügen, um die ersten Monate nach ihrer Ankunft abzusichern."Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens (SPD) zeigte sich hingegen skeptisch: Ob eine Rückkehrprämie in Höhe von 8.000 Euro tatsächlich dazu führen wird, "dass deutlich mehr Syrerinnen und Syrer freiwillig in ihre von einem verheerenden Bürgerkrieg gezeichnete Heimat zurückkehren, halte ich für fraglich, aber auch nicht für vollkommen ausgeschlossen", sagte sie dem Focus. Vom Bundesinnenministerium forderte sie mit Blick auf die hier lebenden Syrer eine "konstruktive Gesamtstrategie". Die SPD-Politikerin zeigte sich enttäuscht über die bislang schleppenden Abschiebungen nach Syrien. "Seit den ersten wenigen Einzelmaßnahmen zum Ende des vergangenen und dem Beginn dieses Jahres ist in dieser Frage bis heute nichts mehr passiert", so Behrens. Gleichzeitig forderte sie Bleibeperspektiven für gut integrierte Syrer. In einer Beschlussvorlage für die Innenministerkonferenz im Juni, aus der das Magazin Focus berichtet, forderte sie das Bundesinnenministerium dazu auf, "für diese Personen Rechtssicherheit und eine verlässliche Bleibeperspektive" zu schaffen.Bislang erhalten Syrer im Schnitt 1.000 Euro für die freiwillige Rückkehr. Allerdings ist die derzeitige Rückkehrprämie mit einem hohen Verwaltungsaufwand verbunden, da der genaue Betrag individuell für jeden Flüchtling berechnet wird. Bei den gegenwärtig geprüften 8.000 Euro soll es sich hingegen laut Focus-Bericht um einen Pauschalbetrag handeln. Das Bundesinnenministerium wollte die Pläne bis dato weder bestätigen noch dementieren.