Unionsfraktionschef Thorsten Frei hält eine Frau im höchsten Staatsamt für wahrscheinlich und will die Personalfrage ohne Zeitdruck mit SPD und weiteren Kräften beraten. Einen festen Anspruch der CDU auf die Nachfolge von Frank-Walter Steinmeier formuliert er nicht.
Thorsten Frei erwartet Frau als Nachfolgerin SteinmeiersUnionsfraktionschef Thorsten Frei rechnet damit, dass die nächste Bundespräsidentin eine Frau wird. Eine schnelle Festlegung lehnt der CDU-Politiker ab, weil die Bundesversammlung erst am 30. Januar zusammentritt.Frei nennt mehrere mögliche KandidatinnenIm Gespräch über eine mögliche Kandidatur der hessischen CDU-Fraktionschefin Ines Claus wollte sich Frei nicht an Spekulationen beteiligen. Er sagte, es gebe mehrere gute Kandidatinnen, über die derzeit gesprochen werde.Die Entscheidung sollten die Parteivorsitzenden zur richtigen Zeit treffen. Anschließend müssten sie mit der SPD und weiteren politischen Kräften über eine möglichst breite Mehrheit beraten.Kein Anspruch der Union auf das AmtEinen grundsätzlichen Anspruch seiner Partei auf das Bundespräsidentenamt erhob Frei nicht. Maßgeblich sei vielmehr, die bestmögliche Kandidatin für die herausfordernde Aufgabe zu finden.Mit Blick auf die kommenden Jahre erwartet der CDU-Politiker schwierige Bedingungen für die Gesellschaft. Dadurch könne die Rolle des Bundespräsidenten an Bedeutung gewinnen.
Die Nachfolge von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ist politisch bereits deutlich vor dem Wahltermin in den Mittelpunkt gerückt. Die Bundesversammlung soll am 30. Januar 2027 zusammentreten und den nächsten Bundespräsidenten oder die nächste Bundespräsidentin wählen.In der Union werden mehrere Frauen als mögliche Kandidatinnen genannt. Dazu gehören neben der hessischen CDU-Fraktionschefin Ines Claus auch Bundestagspräsidentin Julia Klöckner, Bildungsministerin Karin Prien und die frühere CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer. Aus Bayern wird zudem Landtagspräsidentin Ilse Aigner als mögliche gemeinsame Kandidatin der Regierungsparteien ins Gespräch gebracht.Entscheidung zwischen Union und SPDEine Mehrheit in der Bundesversammlung erfordert traditionell parteiübergreifende Verständigung. Frei betont deshalb nicht nur die Suche nach einer geeigneten Persönlichkeit, sondern auch Gespräche mit der SPD und weiteren politischen Kräften.Für die Bürgerinnen und Bürger ist die Personalie relevant, weil das Bundespräsidentenamt über die formale Funktion hinaus politische Orientierung geben kann. In gesellschaftlich angespannten Zeiten gehören öffentliche Ansprachen, die Repräsentation Deutschlands und die Vermittlung zwischen politischen Lagern zu den besonders beachteten Aufgaben des Staatsoberhaupts.Mehrere Namen im GesprächDie Debatte befindet sich noch in einer frühen Phase. Freis Verzicht auf eine Festlegung hält den Kreis möglicher Kandidatinnen offen und lässt den Parteivorsitzenden Spielraum für Gespräche. Zugleich zeigt die Diskussion, dass Geschlechtergerechtigkeit und parteiübergreifende Akzeptanz bei der Auswahl eine wichtige Rolle spielen.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene FragenFocus: „Nouripour 'sehr irritiert' über Namen Claus“ (28.10.2026)Der Beitrag ordnet die Debatte über Ines Claus über die Reaktion des Grünen-Politikers Omid Nouripour ein. Damit bestätigt er, dass Claus als mögliche Nachfolgerin Steinmeiers diskutiert wird, setzt den Schwerpunkt aber auf die Kritik an diesem frühen Namedropping.BR24: „Steinmeier-Nachfolge: CDU-Vize Claus macht Aigner Konkurrenz“ (28.10.2026)Der Bericht stellt Claus und Ilse Aigner als konkurrierende Namen aus dem Unionslager gegenüber. Er bestätigt Freis Zurückhaltung bei einer Festlegung und macht zugleich deutlich, dass die Union mehrere Personaloptionen prüft.Gemeinsam ist beiden Beiträgen die Einschätzung, dass die Nachfolgefrage offen ist. Unterschiede ergeben sich beim Schwerpunkt: Während der eine Artikel die politische Reaktion auf Claus hervorhebt, konzentriert sich der andere auf das Duell möglicher Unionskandidatinnen.