Der Evonik-Vorstand weist das aufgestockte Angebot von BASF zurück und will zunächst keine Übernahmegespräche führen. NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur stellt sich hinter die Eigenständigkeit und warnt vor Folgen für Arbeitsplätze, Produktion, Forschung und Verwaltung.
Evonik weist aufgestocktes BASF-Angebot zurückNordrhein-Westfalens Wirtschaftsministerin Mona Neubaur begrüßt, dass Evonik das Übernahmeangebot von BASF zurückweist. Der Evonik-Vorstand hatte am Freitag das aufgestockte Angebot des Ludwigshafener Chemiekonzerns abgelehnt.Neubaur pocht auf Eigenständigkeit„Evonik ist ein starkes, zukunftsfähiges Unternehmen und wichtiger Teil des Industriestandortes Nordrhein-Westfalen - und das soll auch so bleiben“, sagte Neubaur der „Rheinischen Post“. Eine Übernahme des Unternehmens lehne sie ab.Die Ministerin erklärte, mögliche Gespräche seien Entscheidungen der Unternehmen. Zugleich werde die Landesregierung die Entwicklungen rund um Evonik und BASF aufmerksam verfolgen.Arbeitsplätze und Standorte im FokusNeubaur mahnte, die Arbeitsplätze und die eigenständige Entwicklung des Unternehmens dürften nicht infrage gestellt werden. Das gelte für die Produktion, die Forschung und ebenso für die Verwaltung.Strategische Unabhängigkeit, verlässliche Rahmenbedingungen und Mitbestimmung müssten nach ihrer Auffassung die Grundlage für Innovationen und Investitionen in den Standort Nordrhein-Westfalen bilden. Dafür werde sich die Landesregierung einsetzen.
Die Ablehnung des aufgestockten Angebots beendet zunächst die von BASF angestrebte direkte Annäherung an Evonik. Der Essener Konzern erklärte, nicht in Übernahmeverhandlungen einzutreten. Damit bleibt Evonik eigenständig und kann seine strategische Entwicklung zunächst ohne einen Zusammenschluss mit BASF fortsetzen.Für Nordrhein-Westfalen hat der Vorgang eine besondere Bedeutung. Evonik beschäftigt in der Region zahlreiche Mitarbeiter und unterhält dort wichtige Produktions-, Forschungs- und Verwaltungsstrukturen. Eine Übernahme könnte deshalb nicht nur Eigentumsfragen, sondern auch Standortentscheidungen, Investitionen und die künftige Organisation von Arbeitsplätzen berühren.Standortinteressen im MittelpunktNeubaur verbindet ihre Ablehnung mit dem Anspruch, die industrielle Wertschöpfung und die Mitbestimmung im Land zu sichern. Ihre Position richtet sich damit gegen eine Veränderung, bei der mögliche Synergien eines größeren Chemiekonzerns zulasten eigenständiger Entscheidungen oder einzelner Standorte gehen könnten.Für BASF bleibt die Frage offen, ob der Konzern seine Pläne weiterverfolgt oder die Entscheidung des Evonik-Vorstands akzeptiert. Der Vorgang zeigt zugleich den wachsenden Druck zur Neuordnung in der europäischen Chemieindustrie: Unternehmen müssen Kosten, Energiepreise, internationale Konkurrenz und Investitionen in neue Technologien miteinander vereinbaren. Für Beschäftigte und Kommunen kommt es deshalb darauf an, ob die Eigenständigkeit langfristig mit verbindlichen Investitions- und Beschäftigungsperspektiven verbunden wird.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene FragenWDR: „Keine Übernahme-Verhandlungen: Evonik lehnt BASF-Angebot ab“ (30.10.2026)Der Beitrag hebt hervor, dass Evonik keine Verhandlungen über eine Übernahme aufnehmen will. Damit bestätigt er den Kern der Meldung und stellt die Entscheidung des Essener Konzerns in den Mittelpunkt.n-tv: „Evonik lehnt auch verbessertes BASF-Übernahme-Angebot ab“ (30.10.2026)Der Bericht betont, dass der Evonik-Vorstand auf Grundlage der vorliegenden Informationen den Eintritt in Verhandlungen ablehnt. Im Unterschied zum WDR liegt der Schwerpunkt stärker auf der formalen Entscheidung des Vorstands und dem verbesserten Angebot.Beide Beiträge bestätigen die Zurückweisung des BASF-Vorstoßes. Offen bleibt, ob BASF weitere Schritte einleitet und wie sich die Entscheidung auf die strategische Entwicklung und die Standorte von Evonik auswirkt.