27.10.2026 - 07:35 Uhr

Exportwirtschaft: Ifo-Erwartungen steigen auf 12,2 Punkte

Die deutschen Unternehmen blicken im Oktober deutlich optimistischer auf das Auslandsgeschäft. Der Aufschwung fällt jedoch nach Branchen unterschiedlich aus: Während Autohersteller und mehrere Industriezentren auf Wachstum setzen, bleiben Chemie und Papier zurückhaltend.

Deutsche Exporteure erwarten wieder mehr AusfuhrenDie Stimmung unter den Exporteuren in Deutschland hat sich im Oktober deutlich gebessert. Die Ifo-Exporterwartungen stiegen auf 12,2 Punkte, nach 9,0 Punkten im September.Automobilindustrie korrigiert Prognosen nach oben„Vor allem die Automobilindustrie hat ihre Exportaussichten deutlich nach oben korrigiert“, sagte Klaus Wohlrabe, Leiter der Ifo-Umfragen. „Auch in vielen anderen Industriebranchen stehen die Zeichen auf Exportwachstum.“Nach einem deutlichen Minus im September rechnen die Automobilhersteller nun wieder mit steigenden Exporten. Im Maschinenbau bleiben die Unternehmen optimistisch.Elektronik und Getränke mit positiven ErwartungenBesonders zuversichtlich zeigen sich weiterhin die Hersteller elektrischer Ausrüstungen sowie von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen. Auch in der Metallerzeugung und -bearbeitung haben sich die Exportaussichten verbessert.Die Getränkeindustrie erwartet weiterhin ein kräftiges Exportgeschäft. Dagegen rechnen Unternehmen der chemischen Industrie und des Papiergewerbes im Oktober mit rückläufigen Ausfuhren. Die Exporterwartungen sind ein Frühindikator für die deutsche Industrie. Sie erfassen nicht die bereits verbuchten Ausfuhren, sondern die Einschätzungen der Unternehmen für die kommenden Monate. Der Anstieg von 9,0 auf 12,2 Punkte signalisiert daher eine breitere Zuversicht, ersetzt aber noch keine tatsächliche Belebung des Außenhandels.Besonders relevant ist die Verbesserung in der Automobilindustrie. Die Branche zählt zu den wichtigsten deutschen Exportsektoren und steht zugleich unter erheblichem Anpassungsdruck durch den Wandel zur Elektromobilität, intensiveren internationalen Wettbewerb und veränderte Absatzmärkte. Dass die Hersteller nach einem Rückgang im Vormonat wieder steigende Ausfuhren erwarten, erhöht die Bedeutung des Oktoberwerts für die Gesamtstimmung der Industrie.Exporthoffnung trifft globale RisikenAuch Maschinenbau, Elektrotechnik sowie Datenverarbeitungs-, elektronische und optische Produkte tragen zur positiven Tendenz bei. Diese Bereiche profitieren von der internationalen Nachfrage nach Investitionsgütern und technologischen Lösungen. Gleichzeitig bleibt das Bild uneinheitlich: Chemie und Papier rechnen mit rückläufigen Ausfuhren, während andere Branchen Wachstum erwarten.Der parallel gestiegene Ifo-Geschäftsklimaindex deutet auf eine leichte allgemeine Aufhellung der Unternehmensstimmung hin.[1] Für die deutsche Wirtschaft kommt es nun darauf an, ob sich die besseren Erwartungen in Auftragseingängen, Produktion und tatsächlichen Exportzahlen niederschlagen. Handelskonflikte, schwache Auslandskonjunktur und branchenspezifische Kosten bleiben dabei zentrale Belastungsfaktoren. Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene FragenEuronews: „Unternehmensstimmung in Deutschland steigt im Oktober trotz globaler Risiken“ (26.10.2026)Der Beitrag ordnet die bessere Exportstimmung in den allgemeinen Anstieg des Ifo-Geschäftsklimas ein. Sein Schwerpunkt liegt auf der weiterhin bestehenden Belastung durch globale Wirtschaftsrisiken, während die dts-Meldung die Branchenunterschiede bei den Exporterwartungen hervorhebt.Deutschlandfunk: „Konjunkturbelebung - Ifo-Index steigt sechstes Mal in Folge“ (26.10.2026)Deutschlandfunk stellt die sechste Verbesserung des Ifo-Geschäftsklimas in Folge heraus und bewertet sie als Zeichen einer anhaltenden Konjunkturbelebung. Damit ergänzt der Beitrag den exportbezogenen Blick um die breitere Entwicklung der deutschen Unternehmensstimmung.Beide Beiträge bestätigen die allgemeine Aufhellung der Wirtschaftsstimmung, setzen aber andere Schwerpunkte: Im Vordergrund stehen dort der Gesamtindex und globale Risiken, während die dts-Meldung die Exportbranchen und besonders die Automobilindustrie betrachtet. Offen bleibt, ob die verbesserten Erwartungen bald in messbare Ausfuhrzuwächse münden.