Istanbul - Jede Reise nach Istanbul beginnt mit der weltberühmten Hagia Sophia, einer zeitlosen Architektur-Ikone, die auf keiner Stadtführung fehlen darf, oder mit der Blauen Moschee, einem Hauptwerk der osmanischen Architektur. Doch die Jahrtausende alte Geschichte der Bosporusstadt entfaltet sich auch in den faszinierenden Wohnvierteln und Museen jenseits der historischen Stadtmauern. In seinem Roman "Museum der Unschuld" hat Literaturnobelpreisträger Orhan Pamuk diese Faszination beschrieben.
Einst Heimat großer Kaiser und Sultane, Paschas und Patriarchen, spiegeln die Stadtviertel von Yedikule und Samatya heute vor allem lebendige, lokale Kultur wider. Auf den engen Gassen und Straßen begegnen Besucher Spuren längst vergangener Generationen, antike Läden, historische Herrenhäuser und traditionelle Kaffeehäuser (Kahvehane), in denen die Zeit stehen geblieben scheint. Das kulinarische Erbe der Meyhane ist verlockend, in diesen traditionellen Tavernen werden alkoholische Getränke wie Raki, Wein und Bier mit lokalen Speisen (Meze) gereicht.Sieben Türme am MarmarameerDie Sieben Türme der Yedikule-Festung sind der ideale Ausgangspunkt für einen Spaziergang entlang der alten Stadtmauer, die sich über einen Großteil der historischen Halbinsel von Istanbul erstreckt. https://istanbul.goturkiye.com/istanbul-city-wallsDas Bauwerk stammt aus dem 5. Jahrhundert und wurde vom Oströmischen Reich zur Verteidigung der Stadt am Marmarameer errichtet. Legendär ist das Goldene Tor, das einst zur Begrüßung der von ihren Feldzügen zurückkehrenden Kaiser erbaut wurde. Innerhalb der Festung kann man die sieben Türme erkunden, die der Anlage ihren Namen geben, darunter das Verlies, die Waffenkammer und die Schatzkammer.Auf dem Weg in Richtung Samatya befinden sich weitere Architektur-Denkmäler, so etwa die Kirche des Heiligen Konstantin und der Helena Rum mit ihrem eleganten Glockenturm. Ganz in der Nähe befinden sich die Überreste des Studios-Klosters, eines der bedeutendsten Klöster im Byzantinischen Reich, das später in die ?mrahor-Moschee umgewandelt wurde und einen eindrucksvollen Einblick in das vielschichtige oströmische und osmanische Erbe der Region bietet.Der Geist von SamatyaIn den "Gärten von Istanbul" schreibt der Dichter Ahmet Ümit: "Ich mochte Samatya, wenn auch nicht so sehr wie mein Viertel Balat, so doch, weil es zu den schönen alten Quartieren gehört, die Istanbul zu der Stadt machen, die sie ist." In Samatya beeindruckt der historische Marktplatz, bekannt aus beliebten türkischen Fernsehserien.Hier reihen sich Antiquariate, Cafés, Restaurants und Konditoreien aneinander, sowie historische Holzhäuser, die den zeitlosen Charakter des quirligen Viertels widerspiegeln. Einige dieser originellen Häuser wurden liebevoll zu Cafés umgebaut und dienen jetzt müden Passanten Stärkung und Erfrischung.Nahe dem historischen Bahnhof an der Grenze zwischen Yedikule und Samatya steht die "Eisenbahnerkirche". Heute von der syrisch-orthodoxen Gemeinde genutzt, erinnert das Gotteshaus an die Eisenbahner der spätosmanischen Zeit und spiegelt die lange Tradition des Bahnfernverkehrs in der Region wider. Die nahe gelegene armenische Kirche Samatya Surp Kevor gilt als eine der ältesten armenischen Kirchen Istanbuls, auch die griechisch-orthodoxe St.-Menas-Kirche spiegelt den multikulturellen und konfessionellen Geist des Viertels wider.Samatya war einst ein kleines Fischerdorf an der Küste, heute ist das Istanbuler Stadtviertel Treffpunkt von Feinschmeckern und Liebhabern der türkischen Küche. In den zahlreichen Meyhanes (Tavernen) wird geräucherter Fisch und türkischer Rak? serviert, ebenso Meze-Spezialitäten wie Topik (vegetarische "Fleischbällchen" aus Kichererbsenpaste und karamellisierten Zwiebeln) und Fisch-Börek.Kirchen, Moscheen und HospitälerNicht nur alte Kirchen und Moscheen, sondern auch historische Hospitäler, antike Badestuben (Hamams) und Heilzentren sind in Istanbul bis heute in Betrieb. Nach dem Sightseeing durch Kultur, Geschichte und Gastronomie in Yedikule und Samatya sollte daher ein Besuch im Bal?kl?-Rum-Krankenhaus auf dem Programm stehen. Das Hospital, das bis heute Patienten aus der ganzen Welt versorgt, ist Kulturerbestätte und lebendiges Museum zugleich.In seinem Garten steht die Aya Haralambos Kirche aus dem 18. Jahrhundert. Der Heilige Haralambos wird im orthodoxen Glauben als Schutzpatron gegen Epidemien verehrt. Die Kirche hat symbolische Bedeutung als "spiritueller Schutzschild" für das Krankenhaus, das in einer von der Pest geprägten Zeit gegründet wurde und Hoffnung und Schutz in Zeiten von Epidemien verkörpert.Link zum Fotodownload: https://docs.tga.gov.tr/oer23o99(Ende)Aussender: Temmel, Seywald & Partner Ansprechpartner: Dr. Wilfried Seywald Tel.: +43 699 18 11 4006 E-Mail: seywald@tsp.at Website: goturkiye.com/de-de