27.10.2026 - 12:56 Uhr

KI an Schulen: 51 Prozent der Lehrkräfte fühlen sich überfordert

Eine Bitkom-Umfrage zeigt erhebliche Unsicherheit beim Einsatz künstlicher Intelligenz an Schulen. Gleichzeitig nutzen viele Lehrkräfte KI bereits für schulische Aufgaben und erwarten Unterstützung bei Routinearbeiten.

Bitkom-Umfrage zeigt Unsicherheit bei KI an Schulen51 Prozent der Lehrkräfte fühlen sich beim Umgang mit Künstlicher Intelligenz überfordert. Zugleich nutzen 58 Prozent KI bereits für schulische Zwecke, während nur 57 Prozent von klaren Regeln an ihrer Schule berichten.KI soll bei Routineaufgaben entlastenDie Umfrage des IT-Branchenverbandes Bitkom zeigt, dass jede zweite Lehrkraft KI-Anwendungen zur Unterstützung bei Routineaufgaben wünscht. 19 Prozent gehen davon aus, dass KI die Rolle von Schule und Lehrkräften grundlegend verändern wird.20 Prozent setzen KI bereits zur Kontrolle von Aufgaben und Prüfungen ein. Sieben Prozent haben nach eigenen Angaben KI schon für die Benotung verwendet, ohne das Ergebnis zu überprüfen.Kontrolle der Schülernutzung bleibt schwierig70 Prozent der Lehrkräfte sagen, die KI-Nutzung durch Schüler lasse sich kaum kontrollieren. Jede achte Lehrkraft, zwölf Prozent, erlaubt den Einsatz von KI nach eigenen Angaben sogar bewusst in Prüfungssituationen.Gleichzeitig fordern 92 Prozent Transparenz: Schüler sollten kenntlich machen, wenn sie KI für schulische Aufgaben genutzt haben.Regeln und Transparenz gewinnen an GewichtDie Ergebnisse machen deutlich, dass Schulen den praktischen Einsatz von KI mit verbindlichen Vorgaben verbinden müssen. Besonders bei Prüfungen und Benotungen stehen Nachvollziehbarkeit und die Verantwortung der Lehrkräfte im Mittelpunkt. Die Zahlen zeigen ein Spannungsfeld: Lehrkräfte nutzen Künstliche Intelligenz bereits für schulische Aufgaben, verfügen aber vielerorts noch nicht über verbindliche Leitplanken. Besonders sensibel ist der Einsatz bei Korrekturen und Benotungen, weil dabei pädagogische Verantwortung, Datenschutz und die Nachvollziehbarkeit von Entscheidungen zusammenkommen.Für Schulen bedeutet das, dass allgemeine Empfehlungen allein nicht ausreichen. Benötigt werden klare Vorgaben dazu, welche Anwendungen zulässig sind, wie Ergebnisse kontrolliert werden müssen und wann der Einsatz gegenüber Schülern und Eltern offengelegt wird. Auch Fortbildungen sind entscheidend, damit Lehrkräfte Chancen und Fehlerquellen von KI einschätzen können.Transparenz bleibt zentralDie hohe Zustimmung zur Kennzeichnungspflicht macht deutlich, dass KI-Nutzung im Unterricht nicht unsichtbar bleiben soll. Eine solche Regel kann helfen, Eigenleistung und technische Unterstützung voneinander zu unterscheiden, ersetzt aber keine einheitlichen Bewertungsmaßstäbe. Zugleich dürfte die geringe Kontrollierbarkeit der Schülernutzung den Druck auf Schulen erhöhen, Prüfungsformate und Aufgabenstellungen weiterzuentwickeln.Für Schüler und Eltern wird damit wichtiger, welche Regeln an der jeweiligen Schule gelten. Der weitere Ausbau von KI im Bildungsbereich wird voraussichtlich nicht nur technische Ausstattung, sondern auch verbindliche Zuständigkeiten und pädagogische Konzepte erfordern. Stern: „Bitkom-Umfrage: Teil der Lehrkräfte vergibt Noten ungeprüft durch KI“ (27.10.2026)Der Beitrag greift die Bitkom-Erhebung auf und hebt besonders hervor, dass ein Teil der Lehrkräfte KI-Ergebnisse bei der Notenvergabe nicht überprüft. Damit bestätigt er den Kern der Meldung, setzt seinen Schwerpunkt aber auf die Risiken für die Leistungsbewertung.