Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge verlangt von Bundeskanzler Friedrich Merz eine engere strategische Zusammenarbeit mit Singapur, Japan und Südkorea. Sie verbindet den Vorstoß mit dem Ziel, Europas Partnernetzwerk angesichts der Spannungen mit Russland, China und den USA auszubauen.
Dröge fordert Merz zu Allianz in Asien aufGrünen-Fraktionschefin Katharina Dröge hat Bundeskanzler Friedrich Merz aufgefordert, bei seiner fünftägigen Asien-Reise eine „Allianz der Gegenmacht“ zu Russland, China und den USA zu schmieden. Merz reist ab Montag nach Singapur, Japan und Südkorea.Grüne setzen auf regelbasierte Ordnung„In einer Zeit, in der die Trump-Administration die internationale Ordnung bricht, in der Putin einen brutalen Angriffskrieg gegen die Ukraine führt und in der China durch seinen wachsenden wirtschaftlichen und militärischen Einfluss eine Vormachtstellung zu erlangen versucht, braucht Europa verlässliche Partner“, sagte Dröge den Zeitungen des „Redaktionsnetzwerks Deutschland“.Der Kanzler solle die Reise nutzen, um strategische Partnerschaften zu vertiefen und Allianzen für eine regelbasierte internationale Ordnung auszubauen. Nötig seien nach ihrer Darstellung stabile Bündnisse zwischen Staaten, die fair zusammenarbeiten und das Völkerrecht achten.Japan, Südkorea und Singapur im MittelpunktDröge bezeichnete Japan, Südkorea und Singapur als zentrale Partner für diese Zusammenarbeit. Von Merz erwarte sie, dass er auf der Reise aktiv für die Vision werbe und konkrete Schritte zu ihrer Umsetzung anstoße.Zugleich müsse der Kanzler eine enge Abstimmung mit den europäischen Partnern sicherstellen. Die Reise soll damit außenpolitische Gespräche in Asien mit einer stärkeren europäischen Koordinierung verbinden.
Die Reise führt Friedrich Merz zu drei Staaten, die für Europas Beziehungen im indo-pazifischen Raum unterschiedliche Funktionen erfüllen. Singapur ist ein wichtiger Handels- und Finanzplatz, Japan eine führende Industriemacht und sicherheitspolitisch enger Partner westlicher Staaten, Südkorea zugleich Technologiezentrum und Akteur in einer von Spannungen mit Nordkorea geprägten Region.Dröges Forderung zielt damit auf eine breitere außenpolitische Zusammenarbeit jenseits der bisherigen Fixierung auf transatlantische Beziehungen. Gemeinsame Interessen mit den asiatischen Partnern liegen unter anderem in offenen Handelswegen, wirtschaftlicher Resilienz, technologischer Kooperation und der Unterstützung des Völkerrechts. Eine solche Zusammenarbeit müsste allerdings unterschiedliche Sicherheitsinteressen und Abhängigkeiten berücksichtigen.Reise mit wirtschaftlicher und sicherheitspolitischer BedeutungDie Reise fällt in eine Phase, in der Europa seine außenpolitische Handlungsfähigkeit stärken und zugleich wirtschaftliche Beziehungen im asiatisch-pazifischen Raum ausbauen will. Für Deutschland geht es deshalb nicht nur um politische Signale, sondern auch um konkrete Kontakte für Unternehmen, Lieferketten und Zukunftstechnologien.Ob aus dem politischen Aufruf konkrete Vereinbarungen entstehen, hängt von den Gesprächen und den gemeinsamen Prioritäten der Beteiligten ab. Für deutsche Leser sind insbesondere mögliche Folgen für Handel, Investitionen, Lieferketten und die europäische Sicherheitsdebatte relevant.
ntv: „Die Kanzlerin reist nach Asien: Merz kann in Singapur, Japan und Südkorea viel lernen“ (25.10.2026)Der Beitrag ordnet die fünftägige Reise als weiteren Asien-Besuch des Bundeskanzlers in diesem Jahr ein und hebt neben den politischen Gesprächen auch den wirtschaftlichen Austausch hervor. Damit bestätigt er den Reiseweg und ergänzt den politischen Aufruf um die wirtschaftliche Dimension.