30.10.2026 - 14:24 Uhr

Nvidia-Chef Huang weist Kritik an 30-Milliarden-Investment zurück

Nvidia-Chef Jensen Huang verteidigt die Beteiligungen und Garantien seines Konzerns im KI-Geschäft. Zugleich verweist er auf anhaltend hohe Nachfrage nach Nvidia-Chips und die finanzielle Belastung einzelner Cloud-Anbieter.

Nvidia verteidigt Milliarden-Engagements im KI-GeschäftNvidia-Chef Jensen Huang weist den Vorwurf zurück, sein Konzern treibe mit Beteiligungen an Kunden die KI-Blase an. "Das ist falsch", sagte er dem "Handelsblatt".Nvidia habe 30 Milliarden Dollar in OpenAI investiert, sagte Huang. OpenAI brauche jedoch weit mehr Geld für seine Rechenleistung, weshalb Nvidia dessen Nachfrage offensichtlich nicht finanziert habe.Huang sieht CoreWeave in guter VerfassungZum angeschlagenen Cloud-Anbieter CoreWeave sagte Huang, eine Rettung halte er nicht für nötig. Das Geschäft sei "in guter Verfassung", die Beschaffung von Betriebskapital werde aber teurer.Die Nachfrage nach Nvidia-Chips übersteige das Angebot noch "viele Jahre", so der Nvidia-Chef.Fünf Kunden stehen für 70 Prozent des UmsatzesNvidia ist mit 5,2 Billionen Dollar das wertvollste Unternehmen der Welt, hängt aber an wenigen Kunden. Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres, das am 26. Juli endete, erzielte der Konzern mit den fünf größten Abnehmern 70 Prozent seines Umsatzes.Garantien für RechenzentrenDas Unternehmen sichert zudem den Bau von Rechenzentren ab. Für OpenAIs Campus in Ohio steht Nvidia mit bis zu 105 Milliarden Dollar ein.Hinzu kommen Garantien über 3,5 Milliarden Dollar für andere Rechenzentrumsbetreiber. An sogenannten Neoclouds, jungen Anbietern von KI-Rechenleistung, hält Nvidia mehr als sieben Milliarden Dollar. Nvidia steht im Zentrum eines Finanzierungsmodells, in dem der führende Anbieter von KI-Chips zugleich als Investor, Abnehmerpartner und Unterstützer beim Aufbau von Rechenzentren auftritt. Diese Verflechtung kann das Wachstum der Infrastruktur beschleunigen, erhöht aber auch die Abhängigkeit des Konzerns von wenigen großen Kunden.Die von Nvidia genannten Beteiligungen und Garantien haben deshalb eine doppelte Bedeutung. Sie sichern potenziell Nachfrage nach den eigenen Prozessoren und helfen Kunden, die für KI-Rechenleistung erforderlichen Kapazitäten aufzubauen. Gleichzeitig entstehen finanzielle Risiken, wenn Betreiber ihre Investitionen nicht schnell genug refinanzieren oder die Nachfrage nach Rechenleistung hinter den Erwartungen zurückbleibt.Abhängigkeit von GroßkundenBesonders groß ist die Konzentration auf wenige Abnehmer: Die fünf größten Kunden standen im zweiten Quartal für 70 Prozent des Nvidia-Umsatzes. Für Anleger und Geschäftspartner wird damit entscheidend, ob die hohen Ausgaben der Betreiber in dauerhaft rentable Anwendungen münden. Huang verweist auf eine weiterhin über Jahre erwartete Knappheit bei Nvidia-Chips, während die Finanzierungskosten einzelner Anbieter wie CoreWeave steigen.Für OpenAI und andere Rechenzentrumsbetreiber kann Nvidias Engagement den Ausbau beschleunigen. Zugleich verschiebt es einen Teil des Geschäftsrisikos in die Lieferkette des Chipkonzerns. Die Debatte über eine mögliche KI-Blase richtet sich damit nicht nur auf Bewertungen, sondern auch auf die Frage, wie unabhängig die gemeldete Nachfrage von der Finanzierung durch die beteiligten Unternehmen ist.