Deutsche Haushalte haben 2025 einen größeren Anteil ihres Bruttoeinkommens zurückgelegt als der Durchschnitt der Europäischen Union. Im ersten Halbjahr 2026 blieb die Quote auf diesem Niveau, nachdem sie 2024 noch höher gelegen hatte.
Deutsche Haushalte sparen mehr als der EU-DurchschnittPrivate Haushalte in Deutschland haben 2025 mit einer Bruttosparquote von 18,9 Prozent mehr gespart als die Haushalte in vielen anderen Industriestaaten. Der EU-Durchschnitt lag bei 14,3 Prozent, teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag mit.Damit lag Deutschland vor Frankreich, den Niederlanden, Österreich und Italien, während die Schweiz mit 27,4 Prozent einen höheren Wert auswies.Vergleich mit europäischen NachbarnIn Frankreich betrug die Bruttosparquote 17,8 Prozent, in den Niederlanden 17,4 Prozent und in Österreich 15,7 Prozent. Italien kam auf 10,8 Prozent.Außerhalb Europas lag die Quote in den Vereinigten Staaten bei 10,7 Prozent. Der Schweizer Wert wird unter anderem durch die größere Bedeutung der privaten Altersvorsorge geprägt.Quote im ersten Halbjahr 2026 stabilDie Bruttosparquote setzt das Gesparte ins Verhältnis zum verfügbaren Bruttoeinkommen der privaten Haushalte. Abschreibungen, vor allem auf Immobilien, werden dabei nicht abgezogen.Auch im ersten Halbjahr 2026 lag die deutsche Quote bei 18,9 Prozent. 2024 hatte sie 19,6 Prozent betragen; den Höchststand erreichte sie 2020 mit 22,9 Prozent, als die Covid-19-Pandemie den Konsum einschränkte.Langfristig hohe SparneigungÜber die Jahre 2016 bis 2025 sparten deutsche Haushalte durchschnittlich 19,1 Prozent ihres Einkommens. Frankreich kam in diesem Zeitraum auf 16,6 Prozent, die Niederlande auf 16,3 Prozent und Österreich auf 15,3 Prozent.Italien erreichte im Zehnjahresdurchschnitt 12,1 Prozent, die Vereinigten Staaten 13,0 Prozent. Die Schweiz lag mit durchschnittlich 24,5 Prozent erneut über Deutschland.
Die Sparquote misst, welcher Anteil des verfügbaren Bruttoeinkommens nicht für den privaten Konsum verwendet wird. Für internationale Vergleiche nutzt Destatis die Bruttosparquote, weil Abschreibungen – insbesondere auf Immobilien – dabei noch nicht abgezogen sind.Der deutsche Wert liegt 2025 deutlich über dem EU-Durchschnitt und über den Quoten Frankreichs, der Niederlande, Österreichs und Italiens. Zugleich zeigt der Vergleich, dass die Sparneigung stark von nationalen Vorsorgesystemen, Einkommensstrukturen und Konsumgewohnheiten geprägt ist: Die Schweiz weist wegen der größeren Bedeutung der privaten Altersvorsorge einen noch höheren Wert auf, während die US-Quote deutlich niedriger liegt.Hohe Quote trotz leichtem RückgangDer Rückgang gegenüber 2024 fällt moderat aus. Die weiterhin hohe Quote kann die private Vermögensbildung und Altersvorsorge stützen, bedeutet volkswirtschaftlich aber auch, dass ein größerer Teil des Einkommens nicht unmittelbar in den Konsum fließt. Das ist für den Einzelnen eine Sicherheitsreserve, kann bei breiter Zurückhaltung jedoch die Nachfrage dämpfen.Der Höchststand im Pandemiejahr 2020 erklärt sich vor allem durch eingeschränkte Konsummöglichkeiten. Die aktuellen Zahlen markieren deshalb weniger einen neuen Ausschlag als eine anhaltend ausgeprägte Sparneigung deutscher Haushalte.