Fresach/Villach - Widerstand, Aufruhr und Revolutionen gegen Obrigkeit und totalitäre Systeme haben die Menschheitsgeschichte von Anfang an begleitet. Doch was sind die Faktoren dafür, dass die Auflehnung auch gelingt? Die 12. Europäischen Toleranzgespräche 2026 im Kärntner Bergdorf Fresach versuchen, Antworten zu geben, die Eröffnungsrede am 21. Mai bestreitet der Wiener Historiker und Autor Doron Rabinovici. Tickets und Anmeldungen auf der Webseite: http://www.fresach.org
Wenn die Welt in Unordnung gerät oder sogar zum Verließ wird ohne Ausgang, gibt es nur zwei Handlungsoptionen – die Hände in den Schoß legen und zuschauen, oder den Aufstand proben. Die Menschheit ist geübt im Leiden, aber auch im Widerstand gegen Unrecht und Unterdrückung, die nicht selten zu Gewaltausbrüchen führt und – wie zuletzt im Iran geschehen, die Unterdrückung nur noch schlimmer machen. Mit Begriffen wie "Liebe" oder "Verantwortung" ist den politischen Fakten schwer beizukommen, zumal in Zeiten, in denen der Gegner zu schweren Waffen greift.Doron Rabinovici ist Ehrengast und Eröffnungsredner 2026. Der mehrfach ausgezeichnete Autor zählt zu den bekanntesten literarischen Stimmen des Landes, seine Bücher befassen sich mit Ressentiments und Rassismus, Antisemitismus und Aufbegehren. Mit der Zuspitzung des Nahostkonflikts und dem gewaltsamen Vorgehen Israels gegen seine Nachbarn hat auch er seine Not, denn seine ganz persönliche Familiengeschichte ist eine der Verfolgung und Vertreibung. Er plädiert für "einen aufrechten Gang", und spricht in Fresach "Vom ewigen Widerstand".Nach der Eröffnungsrede wird eine politische Diskussionsrunde die Frage erörtern, wie weit Widerstand gehen darf, ohne größeren Schaden anzurichten, wo Verantwortung und Rücksicht besser sind als Druck und Gewalt. Das jüngste Beispiel, die Abwahl Viktor Orbans in Budapest, wird dabei von der ungarischen Politologin Melani Barlai nachgezeichnet, die ARD-Korrespondentin Susanne Glass und EU-Botschafter Thomas Peyker werfen den Blick von außen durch das europäische Brennglas. Bestsellerautor Dimitré Dinev liefert seine ganz persönlichen Erfahrungen im Umgang mit Widerstand.Am Nachmittag geht es um nicht weniger als die "Revolution" und den dichterischen "Widerstand gegen die herrschenden Verhältnisse". Der 100. Geburtstag von Ingeborg Bachmann ist Anlass für eine Podiumsdiskussion der Bachmann-Kennerinnen Irene Fußl aus Salzburg, Simone Schönett aus Kärnten, Ines Charlotte Knoll aus Wien und der ORF-Filmerin Barbara Frank, die auf den Spuren der großen Dichterin verschollene Aufnahmen entdeckt hat. Moderiert wird die Runde von Katharina Herzmansky, Leiterin des Ingeborg Bachmann Hauses in Klagenfurt.Höhepunkt des Nachmittags ist eine ökumenisch-theologische Podiumsrunde über den Antagonismus zwischen "Widerstand und Feindesliebe". Den Feind lieben heißt ihn mit anderen Augen zu sehen, sagt der Benediktinerpater Anselm Grün. Hass und Rache könnten nur durch Gewaltlosigkeit und Bereitschaft zur Versöhnung überwunden werden. Diese spannende Aufgabenstellung diskutieren Psychotherapeut Arnold Mettnitzer, der Präsident der Katholischen Aktion, Ferdinand Kaineder, die evangelische Superintendentin Andrea Mattioli und Islamkritikerin Mina Ahadi.Donnerstag, 21. Mai – 9 Uhr: Begrüßung Eröffnung der Europäischen Toleranzgespräche9.30 Uhr: Eröffnungsrede von Doron Rabinovici Vom ewigen Widerstand - Plädoyer für einen aufrechten Gang Livestream: https://www.youtube.com/live/mAmqNpPnZZM11 Uhr: Europaforum I Welt in Aufruhr: Wie weit darf Widerstand? Podiumsgespräch mit Doron Rabinovici, ARD-Korrespondentin Susanne Glass, Politologin Melani Barlai, EU-Botschafter Thomas Peyer und Autor Dimitré Dinev, moderiert von Kleine Zeitung-Herausgeber Hubert Patterer. Livestream: https://youtube.com/live/XeXZvRGRqEQ ( https://www.youtube.com/live/XeXZvRGRqEQ )14 Uhr: Europaforum II Es komme die Revolution. Widerstand in den Schriften von Ingeborg Bachmann Mit den Bachmann-Kennerinnen Irene Fußl, Simone Schönett, Ines Charlotte Knoll und Barbara Frank. Moderation: Katharina Herzmansky (Bachmann-Haus). Livestream: https://youtube.com/live/qo8n3IwNlKU16 Uhr: Europaforum III Widerstand und Feindesliebe: Umgang mit Unrecht Über die Macht des Glaubens im Zeitalter des Glaubensverlustes Mit Arnold Mettnitzer, Ferdinand Kaineder, Andrea Mattioli und Mina Ahadi. Moderation: Peter Fritz (ORF). Livestream: https://youtube.com/live/kelloym0Z6Q18.30 Uhr: Preisverleihung Gegen Gewalt | Gewaltlos widerständig Ein Gespräch von Chefredakteur Claus Reitan mit der Ärztin und Sozialarbeiterin Umyma El-Jelede über den Widerstand von Frauen in patriarchalen Gesellschaften. Livestream: https://www.youtube.com/live/1ZDXl85w3ioDie Europäischen Toleranzgespräche finden seit 2015 alljährlich zu Pfingsten statt und behandeln gesellschaftliche Entwicklungen und politische Bildung zu Fragen der sozialen Integration, Demokratie und Menschenrechte. Die Gespräche haben ihren Ursprung in den Fresacher Schriftstellertagungen, die von 1972 bis 1996 unter der Ägide des Kärntner SchriftstellerInnenverbands (KSV) stattfanden. Die Toleranzgespräche werden vom Land Kärnten, der Stadt Villach, dem Kulturministerium und der Evangelische Kirche unterstützt und vom KSV begleitet.Organisation # ETG26 Dr. Wilfried Seywald, Tel.: 0699 1 811 4006, E-Mail: presse@fresach.orgTickets: 60 Euro | Für Schüler und Studierende unter 25 Jahren freier Eintritt.Anmeldungen auf der Webseite http://www.fresach.org/anmeldung oder an der Tageskasse. Das gesamte Tagungsprogramm der Toleranzgespräche ist hier abrufbar: https://www.fresach.org/tagesprogramm-2026/Denk.Raum.Fresach Dr. Wilfried Seywald | Pressekontakt Anmeldung: presse@fresach.org Tel.: 0699 1 811 4006(Ende)Aussender: Denk.Raum.Fresach Ansprechpartner: Dr. Wilfried Seywald Tel.: +43 699 1 811 4006 E-Mail: presse@fresach.org Website: www.fresach.org