25.10.2026 - 20:11 Uhr

Ilse Aigner: Kretschmer und Bovenschulte werben für Kandidatur

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer und Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte unterstützen Ilse Aigner als mögliche Nachfolgerin von Frank-Walter Steinmeier. In der Union ist die Kandidatenfrage jedoch noch offen.

Unterstützung für Aigner wächst vor UnionsentscheidungDie Regierungschefs von Bremen und Sachsen haben sich hinter eine mögliche Kandidatur von Ilse Aigner (CSU) als Bundespräsidentin gestellt. Michael Kretschmer (CDU) und Andreas Bovenschulte (SPD) nannten die CSU-Politikerin für das Amt besonders geeignet.Kretschmer fordert überparteiliche PersönlichkeitKretschmer sagte im „Bericht aus Berlin“ des ARD-Hauptstadtstudios, Aigner sei für ihn eine „ganz herausragende Persönlichkeit“. Er sprach sich für eine Frau als nächstes Staatsoberhaupt aus, die das Land zusammenführen könne und parteiübergreifend antrete.Nach seiner Einschätzung treffe dies auf Aigner zu. Eine Kandidatin müsse nicht zwingend aus der CDU kommen, sagte der sächsische Ministerpräsident: Entscheidend sei, die beste Persönlichkeit für das Land zu finden.Auch Bovenschulte wirbt für AignerBovenschulte bescheinigte Aigner die notwendigen Voraussetzungen bei Fachlichkeit, Auftreten und empathischer Grundeinstellung. Zugleich verwies der Bremer Bürgermeister darauf, dass die Entscheidung nicht bei der SPD liege.Nun seien die CDU und der Bundeskanzler gefordert, sagte Bovenschulte. Auch er bezeichnete es als richtig, dass Deutschland erstmals eine Bundespräsidentin bekommen könnte.CSU pocht auf eigenen AnspruchBayerns Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder bekräftigte den Anspruch seiner Partei, Aigner ins Rennen zu schicken. Die CSU habe in den vergangenen 75 Jahren weder den Bundeskanzler noch den Bundespräsidenten gestellt, argumentierte Söder.Die CDU habe sich zwar für eine Frau ausgesprochen, bislang aber keinen eigenen Vorschlag unterbreitet. Die frauenpolitische Sprecherin der Unionsfraktion, Anne König (CDU), zeigte sich offen für eine Kandidatin der Schwesterpartei.CDU berät im NovemberDer stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion, Mathias Middelberg (CDU), stellte dagegen das Geschlecht der künftigen Amtsinhaberin oder des künftigen Amtsinhabers nicht in den Mittelpunkt. Entscheidend sei politische Autorität.Die CDU will sich am 9. November mit der Kandidatenfrage befassen. Die Bundesversammlung tritt Ende Januar zusammen, um über die Nachfolge von Noch-Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zu entscheiden. Die Unterstützung für Ilse Aigner fällt in eine früh gestartete Personaldebatte über die Nachfolge von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Die Bundesversammlung soll Ende Januar über das Staatsoberhaupt entscheiden; damit gewinnt die Frage an Gewicht, welche Personalie CDU und CSU gemeinsam in das Verfahren einbringen.Für Aigner spricht aus Sicht ihrer Unterstützer, dass sie als CSU-Politikerin ein eigenständiges Profil und politische Erfahrung auf Bundes- und Landesebene verbindet. Zugleich wäre ihre Nominierung mit einer parteipolitischen Machtfrage verbunden: Die CSU argumentiert mit ihrem bislang fehlenden Zugriff auf das Amt, während in der CDU der Anspruch auf einen eigenen Vorschlag im Raum steht.Entscheidung in der Union steht bevorDie Äußerungen von Michael Kretschmer und Andreas Bovenschulte erweitern die Unterstützung über die CSU hinaus. Kretschmer stellt dabei ausdrücklich die überparteiliche Integrationsfähigkeit und nicht die Herkunft aus einer bestimmten Unionspartei in den Mittelpunkt. Bovenschulte signalisiert Zustimmung aus der SPD, verweist aber zugleich auf die entscheidende Rolle von CDU und Bundeskanzler.Die CDU will sich am 9. November mit der Kandidatenfrage befassen. Bis dahin dürfte es vor allem darum gehen, ob die Union Aigner gemeinsam trägt oder eine andere Persönlichkeit nominiert. Die Debatte über eine erste Bundespräsidentin verleiht dem Verfahren zusätzliche politische Bedeutung, ersetzt aber nicht die notwendige Mehrheit in der Bundesversammlung. Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene FragenStern: „Staatsoberhaupt gesucht: CDU-Vize: Aigner als Staatsoberhaupt geeignet, andere auch“ (25.10.2026)Der Beitrag bestätigt die Unterstützung für Aigner durch Andreas Bovenschulte und stellt ihr zugleich die Offenheit der CDU gegenüber weiteren Kandidaten gegenüber. Damit liegt der Schwerpunkt auf der noch nicht entschiedenen Auswahl innerhalb der Union.Stern: „Steinmeier-Nachfolge: Merz lässt Personalie offen - CSU-Chef wirbt für Aigner“ (25.10.2026)Dieser Bericht ordnet Aigners Unterstützung in den Wettbewerb zwischen CSU-Forderung und offener CDU-Entscheidung ein. Gemeinsam ist beiden Beiträgen die Erwartung, dass die Personalfrage vor dem anstehenden Verfahren in der Union geklärt werden muss.Die Berichte stimmen darin überein, dass Aigner als geeignete Bewerberin gilt und die CDU noch keine abschließende Festlegung getroffen hat. Offen bleibt, ob sich die Schwesterparteien auf sie einigen oder einen anderen Vorschlag vorlegen.