04.06.2026 - 14:19 Uhr

Sonja Sagmeister plädiert für Weißfunk

Wien - Nachdem sie die Qualifikationskriterien als Kandidatin erfüllt, hat Sonja Sagmeister ihr Programm für die nächste ORF-Generaldirektion am Mittwochvormittag in einem Pressegespräch vorgestellt. Gleichzeitig verwies sie – unterstützt von einem europäisch gesinnten Personenkomitee darauf, dass sie als unabhängige Kandidatin die Stimme von zumindest einem Stiftungsrat benötigt, um ins Hearing der Bestgereihten zu kommen.

Zentrale Eckpfeiler des Programms von Sonja Sagmeister sind die Stärkung von Informationsfreiheit, Unabhängigkeit und Transparenz nach innen und außen sowie eine Aufwertung der Landesstudios, des Auslandskorrespondenten-Netzes und der investigativen Berichterstattung. Budgetär werden Einsparungen nötig sein, so die langjährige Journalistin und Unternehmerin in ihrem Plädoyer für einen "Weißfunk". Solange der nächste Rechnungshofbericht aber nicht vorliege, sei es zu früh, Sparansagen zu machen.Sonja Sagmeister geht es vor allem um die Glaubwürdigkeit und das Vertrauen, das in den vergangenen Jahren durch Postenschacher, weit überzogene Management-Gagen und Skandale verspielt wurde. Die große Mehrheit der ORF-MitarbeiterInnen sei daher zurecht frustriert und demotiviert. Die neue Generaldirektion müsse sich beim Publikum entschuldigen, Kritiker einbinden und den ORF-Teams wieder neuen Spirit geben, Österreich brauche einen starken und unabhängigen Rundfunk.Die Generalskandidatin überrascht dabei auch mit einem Anti-Privilegien-Programm . Im Gegensatz zu den anderen Kandidaten würde Sagmeister auf Dienstwagen und Chauffeur verzichten und diese Vorgabe auch den anderen ORF-Direktoren machen. "In Zeiten des Sparens sind solche Privilegien dem Publikum nicht mehr zu erklären." Grundlage des künftigen Sparprogramms ist für Sagmeister der erwartete, erste Entwurf des Rechnungshofbericht, ohne diese Grundlage wären Sparansagen "unseriös".Sonja Sagmeister hat mit ihrem "Weißfunk"-Programm für Transparenz und Unabhängigkeit im Journalismus bereits viel Unterstützung aus der Zivilgesellschaft erhalten, so unter anderem vom Präsidenten des Club Carinthia, Leo Stollwitzer, vom Konsumentenschützer Peter Kolba, dem ehemaligen EU-Kommissar Franz Fischler, dem früheren EU-Parlamentarier Hans Peter Martin, dem ÖJC-Präsidenten a.D. und Dokumentarfilmer Fred Turnheim sowie vom emeritierten Diplomaten Wolfgang Petritsch.Wolfgang Petritsch, derzeit Präsident der Austrian Marshall Plan Foundation, unterstützt die Forderung, die gebürtige Villacherin Sonja Sagmeister für das Hearing zuzulassen, da sie in der Vorrunde die Ausschreibungskriterien laut EU-Gesetz erfüllt habe. "Sonja Sagmeister ist eine Kandidatin mit starker europäischer Identität und Weltoffenheit", so der frühere EU-Sonderbeaufragte und Hohe Repräsentant der Vereinten Nationen für Bosnien und Herzegowina.Sagmeisters zentrale Ansagen:• Hofberichterstattung steht nicht im ORF- Gesetz • Mehr Bürgerbeteiligung durch Publikumskonvents, die live übertragen werden • Kündigungsschutz für Investigativ-JournalistInnen • Demokratisierung der ORF-Redaktion • Chancengleichheit für FrauenZur Unterstützung des Reformprogramms von Sonja Sagmeister können BürgerInnen wie Gebührenzahlerinnen eine E-Mailnachricht an stiftungsrat@orf.at oder die Vorsitzenden heinz.lederer@orf.at bzw. gregor.schütze@orf.at schicken.(Ende)Aussender: Temmel | Seywald Ansprechpartner: Dr. Wilfried Seywald Tel.: +43 1 402 4851 116 E-Mail: seywald@tsp.at Website: www.tsp.at