24.03.2026 - 12:35 Uhr

Tag der pharmazeutischen Industrie 2026: Pharmastandort Schweiz am Scheideweg

Zürich - Der Schweizer Pharmastandort steht unter Druck: Neue US-Handelspolitiken, der globale Trend zur regionalen Eigenproduktion und regulatorische Entscheide treffen direkt auf einen Standort, der mit einem Marktanteil von 0,6 Prozent beinahe sieben Prozent der weltweiten Pharmawertschöpfung erbringt. Am Tag der pharmazeutischen Industrie war die Botschaft unmissverständlich: Es geht um strukturelle Herausforderungen, die nur gemeinsam mit klaren strategischen Weichenstellungen zu bewältigen sind.

Die Rahmenbedingungen für die Pharmaindustrie haben sich grundlegend verändert. Neue Handelspolitiken und der globale "Local-for-Local"-Trend setzen kleinere, offene Volkswirtschaften wie die Schweiz zunehmend unter Druck. Besonders das von der US-Administration eingeführte Most-Favored-Nation-Regime (MFN) – das die Schweiz als Referenzland für die Medikamentenpreisfestsetzung in den USA einschliesst – schafft vollständig neue Voraussetzungen für die Lancierung innovativer Medikamente und stellt die Patientenversorgung in der Schweiz vor ernsthafte Herausforderungen.Trotz dieser Entwicklungen bleibt die Ausgangslage der Schweiz stark: Fast sieben Prozent der globalen Pharma-Wertschöpfung fliessen in die Schweiz, die Patentdichte pro Einwohner ist weltweit führend. Jedoch: Das Beschäftigungswachstum in der Pharmaindustrie in der Schweiz stagnierte in den letzten Jahren, die Investitionen in Forschung und Entwicklung gingen sogar zurück. Dies verdeutlicht, dass die Herausforderungen struktureller Natur sind und ebenso strukturelle Antworten verlangen.Drei Prioritäten für den Pharmastandort SchweizDie Branche sieht konkreten Handlungsbedarf auf drei Ebenen: – Den raschen und gleichberechtigten Zugang zu innovativen Medikamenten für alle Patientinnen und Patienten sicherstellen. – Die Schweiz als führenden Innovations- und Produktionsstandort für Life Sciences nachhaltig stärken und weiterentwickeln. – Wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen schaffen, die geopolitischen Veränderungen Rechnung tragen und Unternehmen sowie Talente nachhaltig in der Schweiz halten.Standortpolitik, Gesundheitspolitik und geopolitische Entwicklungen können nicht länger isoliert betrachtet werden. Rund die Hälfte des gesamtwirtschaftlichen Wachstums der vergangenen Jahre stammt aus der Pharmaindustrie – ihre Stärke ist eng mit der Stärke der Schweiz verknüpft.Generalversammlung: neue Vorstandsmitglieder gewähltAn der ordentlichen Generalversammlung vom gleichen Tag wurde der Jahresbericht 2025 verabschiedet und der Vorstand mit den folgenden Personen ergänzt: – Julian Bertschinger, Head EMEA External Scientific Innovation, Johnson & Johnson – Patrick Schuler, Managing Director, Johnson & Johnson Innovative Medicine – Michele Ravara, Managing Director for Switzerland, AbbVie – Jérome Garcin, General Manager for Switzerland and Austria, Bristol Myers Squibb – Lauren McNamer, General Manager of Lilly Switzerland, Eli Lilly – Rea Lal, Country Lead of Pfizer Switzerland, PfizerInterpharma freut sich über das Engagement und Know-how dieser Persönlichkeiten zum Wohl des Pharmastandortes Schweiz und seinen Patientinnen und Patienten.(Ende)Aussender: Interpharma Ansprechpartner: Georg Därendinger Tel.: +41 61 264 34 00 E-Mail: georg.daerendinger@interpharma.ch Website: www.interpharma.ch