30.10.2026 - 09:55 Uhr

Arbeitslosigkeit steigt im Oktober um 44.000 auf 2,955 Millionen

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Oktober saisonal gesunken, liegt aber weiterhin über dem Niveau des Vorjahres. Die Entwicklung trifft auf eine anhaltend schwache Nachfrage nach Arbeitskräften.

Arbeitslosigkeit liegt im Oktober über VorjahresniveauIn Deutschland waren im Oktober 2026 insgesamt 2,955 Millionen Menschen arbeitslos. Damit lag die Zahl um 44.000 höher als im Oktober des Vorjahres.Gegenüber September sank die Zahl der Arbeitslosen um 40.000, wie die Bundesagentur für Arbeit am Freitag mitteilte.Jahresvergleich fällt trotz Monatsrückgang negativ ausDer Rückgang zum Vormonat entspricht der üblichen saisonalen Entwicklung im Herbst, ändert aber nichts am Anstieg gegenüber dem Vorjahr. Der Arbeitsmarkt zeigt damit zugleich eine kurzfristige Entlastung und eine schwächere Entwicklung im längerfristigen Vergleich.Die Bundesagentur für Arbeit veröffentlicht mit den Oktoberzahlen den aktuellen Stand der Arbeitslosigkeit und der Beschäftigungslage in Deutschland.Unternehmen fragen weniger Arbeitskräfte nachDer Stellenindex der Bundesagentur blieb im Oktober auf niedrigem Niveau. Eine gedämpfte Nachfrage nach Arbeitskräften erschwert Arbeitslosen den schnellen Wechsel in eine neue Beschäftigung.Besonders sichtbar ist die Entwicklung bei jüngeren Menschen: In Nordrhein-Westfalen waren im September knapp 74.000 Unter-25-Jährige arbeitslos, fast sechs Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die Oktoberzahlen zeigen ein gemischtes Bild: Gegenüber September ist die Arbeitslosigkeit saisonal bedingt zurückgegangen, zugleich liegt sie deutlich über dem Vorjahresniveau. Der Rückgang um 40.000 auf 2,955 Millionen fällt damit nicht stark genug aus, um den jahresbezogenen Anstieg auszugleichen.Arbeitskräftenachfrage bleibt gedämpftFür die weitere Entwicklung ist neben der Zahl der Arbeitslosen vor allem die Nachfrage der Unternehmen entscheidend. Der Stellenindex der Bundesagentur für Arbeit blieb im Oktober auf niedrigem Niveau. Das spricht für einen Arbeitsmarkt, auf dem offene Stellen schwerer entstehen und der Übergang aus der Arbeitslosigkeit länger dauern kann.Die Entwicklung betrifft auch jüngere Menschen. In Nordrhein-Westfalen waren im September knapp 74.000 Unter-25-Jährige arbeitslos, fast sechs Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Für Betroffene bedeutet eine schwächere Einstellungsdynamik größere Konkurrenz um Ausbildungs- und Berufseinstiegsplätze.Bedeutung für die KonjunkturSteigende Arbeitslosigkeit im Jahresvergleich kann den privaten Konsum belasten, weil betroffene Haushalte vorsichtiger ausgeben. Zugleich erhöhen höhere Arbeitslosenzahlen den Finanzierungsdruck auf die sozialen Sicherungssysteme. Entscheidend wird daher, ob sich die Nachfrage nach Arbeitskräften in den kommenden Monaten stabilisiert oder der jahresbezogene Anstieg anhält.