30.10.2026 - 09:20 Uhr

Audi-Gewinn fällt im dritten Quartal auf 95 Millionen Euro

Die VW-Tochter führt den Einbruch auf die schwache Entwicklung in China, intensiveren Wettbewerb und zusätzliche Belastungen durch Zölle und Energiepreise zurück. Parallel steht Konzernchef Gernot Döllner wegen eines gemeinsamen Auftritts mit Donald Trump unter Druck.

Audi meldet Gewinneinbruch im dritten QuartalAudi hat im dritten Quartal nur noch 95 Millionen Euro nach Steuern verdient. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum mit 718 Millionen Euro entspricht das einem Rückgang um 87 Prozent.China-Geschäft belastet die BilanzDas Unternehmen begründete die schwache Geschäftsentwicklung unter anderem mit dem Markteinbruch in China, besonders bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor. Zudem verwies Audi auf die steigende Wettbewerbsintensität und den Exportdruck chinesischer Hersteller auf den europäischen Markt.Belastend wirkten nach Unternehmensangaben auch Unsicherheiten infolge der Lage im Nahen Osten und der damit verbundenen Energiekosten. Hinzu kamen US-Zölle.Audi senkt JahresprognoseAudi passte seine Prognose für das Gesamtjahr nach unten an. Zugleich erwartet die VW-Tochter ein stärkeres viertes Quartal.Kritik an Auftritt mit Donald TrumpKonzernchef Gernot Döllner steht außerdem wegen eines Auftritts bei Donald Trump in der Kritik. Döllner nahm an einer Wahlkampfveranstaltung in Georgia teil, bei der Trump den Bau eines neuen Audi-Werks ankündigte.Kritiker werfen dem Audi-Chef vor, gegen eigene Unternehmensregeln verstoßen zu haben. Döllner verteidigte den Auftritt als im Interesse des Unternehmens und betonte seinen Respekt vor dem Amt des Präsidenten. Audis Quartalszahlen fallen in eine Phase, in der die deutsche Autoindustrie gleichzeitig mit schwächerer Nachfrage in China, wachsendem Preisdruck und hohen Investitionsanforderungen konfrontiert ist. Für Audi ist China besonders relevant, weil der Markt lange zu den wichtigsten Absatzregionen der Marke gehörte und sich dort der Wettbewerb durch lokale Hersteller, insbesondere bei Elektrofahrzeugen, deutlich verschärft hat.Der Rückgang bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor trifft Audi in einem ohnehin schwierigen Übergang. Hersteller müssen ihre Modellpaletten elektrifizieren, während chinesische Anbieter mit kurzen Entwicklungszyklen und aggressiver Preisgestaltung Marktanteile gewinnen. Der genannte Exportdruck chinesischer Hersteller erhöht zugleich den Wettbewerbsdruck in Europa.US-Pläne und politische RisikenDer Auftritt von Gernot Döllner mit Donald Trump rückt neben der Geschäftsentwicklung die künftige US-Strategie in den Mittelpunkt. Ein möglicher lokaler Produktionsstandort könnte Audi helfen, Zölle zu begrenzen und näher am nordamerikanischen Markt zu produzieren. Zugleich schafft die politische Inszenierung zusätzliche Angriffsflächen, wenn Investitionsentscheidungen eng mit einer Wahlkampfveranstaltung verbunden werden.Für Kunden, Beschäftigte und Zulieferer ist vor allem entscheidend, wie stark Audi seine Prognose senkt und ob das erwartete stärkere vierte Quartal tatsächlich einsetzt. Die Entwicklung bei Nachfrage, Kosten, Zöllen und Energiepreisen wird damit zum Maßstab für die kurzfristige Stabilität der Marke und für den Spielraum bei künftigen Investitionen. Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragentaz: „Audi-Chef bei Trumps Wahlveranstaltung: Zweifel an US-Milliarden für neues Audi-Werk“ (29.10.2026)Der Beitrag konzentriert sich auf die Zweifel an der angekündigten US-Investition und deren politische Einbettung. Er ergänzt die Quartalsmeldung um die offene Frage, ob das Werk tatsächlich gebaut werden kann.Focus: „Audi-Chef Döllner bei Trump: Was das US-Werk für Deutschland bedeutet“ (30.10.2026)Der Artikel ordnet Döllners Auftritt und die angekündigte Investition mit Blick auf die Folgen für Deutschland ein. Anders als der Schwerpunkt auf Audis Quartalsgewinn stellt er die Standortfrage und die Bedeutung der US-Pläne in den Vordergrund.Beide Beiträge greifen den US-Auftritt des Audi-Chefs auf; offen bleibt, wie die angekündigte Investition konkret umgesetzt wird und welche Auswirkungen sie auf den deutschen Standort hätte.