Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt spricht sich für die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner als Nachfolgerin von Frank-Walter Steinmeier aus. In der Union stehen dazu Beratungen über die Kandidatenfrage an.
Voigt unterstützt Aigner als mögliche BundespräsidentinDer Thüringer Ministerpräsident Mario Voigt hält die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner für geeignet, Bundespräsidentin zu werden. „Ich finde sie gut“, sagte der CDU-Politiker dem „Stern“.Erfahrung und verbindendes ProfilVoigt verwies auf seine mehr als 20-jährige Zusammenarbeit mit Aigner und sagte, sie ticke wie jemand, den Deutschland gerade brauche. Sie habe das Zeug zur Bundespräsidentin.Aigner könne das Land verbinden, sei nah an den Menschen und habe sich selbst hochgearbeitet, erklärte der Thüringer Regierungschef. Darin liege eine Erzählung, die das Land gebrauchen könne.Union berät über Steinmeier-NachfolgeDie Nachfolge von Frank-Walter Steinmeier soll nach Voigts Angaben gemeinschaftlich in der Union entschieden werden. Er bezeichnete dieses Vorgehen als richtig.Voigt traf Aigner am Mittwoch in Erfurt. Die bayerische Landtagspräsidentin sagte dem „Stern“ am Rande ihres Thüringen-Besuchs, man solle die Debatte über eine mögliche Nachfolge nicht unendlich fortführen.Entscheidung am Wochenende erwartet„Man sollte jetzt irgendwann einfach entscheiden“, sagte Aigner. Das CDU-Präsidium, dem Voigt angehört, soll am Sonntag und Montag über die Kandidatenfrage beraten.
Die Nachfolge von Frank-Walter Steinmeier gewinnt innerhalb der Union an Kontur. Steinmeiers zweite Amtszeit endet im März 2027; die Wahl des Bundespräsidenten erfolgt durch die Bundesversammlung, die aus den Mitgliedern des Bundestages und einer gleich großen Zahl von Ländervertretern besteht.Ilse Aigner verbindet mehrere für das Amt relevante politische Ebenen. Die CSU-Politikerin ist Präsidentin des Bayerischen Landtags und war zuvor Bundesministerin. Ihre mögliche Nominierung würde zudem die parteipolitische Abstimmung zwischen CDU und CSU in den Mittelpunkt rücken.Entscheidung in der UnionMit Mario Voigts Unterstützung erhält Aigner Rückhalt aus einem CDU-geführten Bundesland. Zugleich deutet der Hinweis auf die Beratungen des CDU-Präsidiums darauf hin, dass die Personalie noch Teil eines innerparteilichen Entscheidungsprozesses ist. Für die Union geht es dabei nicht nur um eine einzelne Kandidatur, sondern auch um das Verfahren zwischen CDU und CSU.Das Amt des Bundespräsidenten ist parteipolitisch unabhängig angelegt, wird aber durch die Mehrheitsverhältnisse in der Bundesversammlung geprägt. Eine Kandidatin aus der Union müsste deshalb über die eigene Parteienfamilie hinaus Zustimmung gewinnen. Aigners Profil als Landtagspräsidentin und ihre Erfahrung in verschiedenen politischen Funktionen könnten dabei eine Rolle spielen.Signal für die BundesversammlungDie anstehenden Beratungen am Sonntag und Montag markieren den nächsten konkreten Schritt. Sollte sich die Union auf eine Kandidatin verständigen, würde anschließend die Suche nach Unterstützung bei weiteren Parteien und Wahlleuten an Bedeutung gewinnen. Bis dahin bleibt die Personalfrage innerhalb der Union offen.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragenn-tv: „Zuspruch zu Bundespräsidentin wächst - Merkel und Aigner besonders gewünscht“ (03.11.2026)Der Beitrag ordnet Aigner als eine der besonders gewünschten möglichen Kandidatinnen ein und verweist auf die erwartete Entscheidung der Union. Damit bestätigt er die zentrale Personaldebatte, setzt den Schwerpunkt jedoch auf die öffentliche Zustimmung.SWR: „Wahl zum Bundespräsident: BW nominiert Prominente“ (03.11.2026)Der SWR beschreibt Aigner als Favoritin und betont zugleich, dass die Nachfolgefrage noch nicht geklärt ist. Anders als die dts-Meldung konzentriert sich der Beitrag auf das Auswahlverfahren und mögliche Nominierungen aus Baden-Württemberg.Gemeinsam ist den Beiträgen die Einordnung Aigners als zentrale Figur der Debatte. Unterschiede bestehen beim Schwerpunkt zwischen persönlicher Unterstützung, öffentlicher Zustimmung und dem weiteren Auswahlverfahren; offen bleibt die endgültige Entscheidung der Union.