04.11.2026 - 13:28 Uhr

EU-Beitritt: Montenegro könnte Kapitel bis Ende 2026 schließen

Montenegro könnte die verbleibenden Verhandlungskapitel bis Ende 2026 vorläufig abschließen. Auch Albanien macht Fortschritte, während die EU bei Moldau und der Ukraine unterschiedliche Reformgeschwindigkeiten verlangt.

Montenegro rückt dem Abschluss näherDie EU-Kommission sieht Montenegro vor dem Abschluss der Beitrittsverhandlungen. Das Land habe „bemerkenswerte Fortschritte“ auf dem Weg zum EU-Beitritt erzielt, teilte die Brüsseler Behörde am Mittwoch mit.Vorläufiger Abschluss bis Jahresende möglichVorbehaltlich der Zustimmung der Mitgliedstaaten könnte Montenegro die verbleibenden Kapitel bis Ende 2026 vorläufig abschließen. Die laufenden Arbeiten am Beitrittsvertrag und die geplanten Schlussfolgerungen des Rates zum Finanzpaket für den EU-Beitritt bestätigen nach Einschätzung der Kommission, dass das Land „kurz vor der Endphase“ seines Beitrittsprozesses steht.Die EU-Kommission knüpft den weiteren Fortschritt an anhaltende Reformbemühungen und einen breiten politischen Konsens in Montenegro. Erst nach dem vorläufigen Abschluss aller Kapitel folgen weitere Schritte bis zur Unterzeichnung und Ratifizierung des Beitrittsvertrags.Albanien eröffnet letzten ThemenbereichAuch Albanien kommt auf dem Weg in die EU voran. Das Land eröffnete den letzten noch verbleibenden Themenbereich und erfüllte die Zwischenziele in den Kapiteln zur Rechtsstaatlichkeit.Damit ist der Weg für den vorläufigen Abschluss von vier Kapiteln frei. Für das Ziel, die Beitrittsverhandlungen bis 2027 abzuschließen, seien weitere Anstrengungen in allen verbleibenden Kapiteln sowie eine anhaltende Reformdynamik und ein inklusiver politischer Dialog erforderlich.Moldau und Ukraine mit unterschiedlichen VorgabenDie Ziele Moldaus und der Ukraine, ihre Beitrittsverhandlungen bis Anfang 2028 abzuschließen, bewertet die EU-Kommission unterschiedlich. Moldau müsse das Reformtempo aufrechterhalten, um dieses Ziel weiterzuverfolgen.Von der Ukraine verlangt die Kommission dagegen eine weitere Beschleunigung der Reformen. Damit verbindet sie die Beitrittsperspektive beider Länder mit unterschiedlichen Erwartungen an das Tempo der politischen und institutionellen Veränderungen. Die Bewertung der EU-Kommission markiert für Montenegro einen wichtigen verhandlungstechnischen Fortschritt. Entscheidend ist dabei nicht eine automatische Aufnahme, sondern die Aussicht, die noch offenen Kapitel bis Ende 2026 vorläufig abzuschließen. Dafür müssen die Mitgliedstaaten zustimmen und die vereinbarten Reformen dauerhaft umgesetzt werden.Montenegro gehört damit zu den Ländern, deren Beitrittsperspektive innerhalb der Erweiterungspolitik besonders weit fortgeschritten ist. Zugleich bleibt der Prozess an Bedingungen gebunden: Rechtsstaatlichkeit, institutionelle Stabilität und ein breiter politischer Konsens gelten als zentrale Voraussetzungen für den Abschluss und die spätere Ratifizierung des Beitrittsvertrags.Unterschiedliche Geschwindigkeiten auf dem WestbalkanAuch Albanien kommt voran, befindet sich aber in einer anderen Phase. Die Eröffnung des letzten Themenbereichs und mögliche vorläufige Abschlüsse von vier Kapiteln zeigen Fortschritte, lassen jedoch weitere Reformarbeit in allen Bereichen erforderlich erscheinen. Das von Albanien angestrebte Ende der Verhandlungen bis 2027 bleibt deshalb an eine anhaltende Reformdynamik und einen inklusiven politischen Dialog geknüpft.Die unterschiedlichen Bewertungen von Moldau und Ukraine verdeutlichen, dass die EU keine einheitliche Beitrittsgeschwindigkeit erwartet. Moldau soll sein Reformtempo halten, während die Ukraine es beschleunigen muss. Für Bürger und Unternehmen in den Kandidatenländern bedeutet der Prozess, dass politische Reformen zunehmend mit konkreten Anforderungen an Verwaltung, Justiz und Gesetzgebung verbunden werden. Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene FragenEuronews: „EU-Erweiterung: Kommission bewertet Kandidaten, Montenegro vorn, Nordmazedonien hinten“ (03.11.2026)Der Beitrag ordnet Montenegro als führenden Kandidaten ein und stellt die unterschiedlichen Geschwindigkeiten der Erweiterung gegenüber. Er bestätigt damit die hervorgehobene Position Montenegros, setzt den Schwerpunkt aber stärker auf den Abstand zu Ländern mit stagnierenden Beitrittsperspektiven.Euronews: „EU-Erweiterungsgipfel: Wer ist dem Beitritt am nächsten?“ (03.11.2026)Dieser Beitrag betrachtet die Kandidaten im Vergleich und hebt die unterschiedlichen Zeitpläne hervor. Montenegro steht auch dort im Vordergrund, während für die Ukraine und andere Bewerber weitere Verhandlungsschritte als entscheidend beschrieben werden.Übergreifend steht Montenegro in den Beiträgen als Spitzenreiter der Erweiterungsrunde, während die konkreten Reformauflagen und die Zustimmung der Mitgliedstaaten die offenen Bedingungen des weiteren Verfahrens bilden.