03.11.2026 - 15:42 Uhr

Forsa-Umfrage: Frauen sorgen sich häufiger vor Krieg und Preisen

Das Sorgenbarometer von RTL und ntv zeigt markante Unterschiede nach Geschlecht, Alter und Wohnort. Besonders stark belasten Frauen steigende Preise, Wohnkosten und die Angst vor einer deutschen Kriegsbeteiligung.

Forsa-Umfrage zeigt geschlechtsspezifische SorgenFrauen sorgen sich laut einer Forsa-Umfrage häufiger als Männer über aktuelle Entwicklungen in Deutschland. Besonders groß ist der Abstand bei der Angst, dass Deutschland in einen Krieg hineingezogen werden könnte: 68 Prozent der Frauen äußerten darüber große oder sehr große Sorgen, bei den Männern waren es 47 Prozent.Das Sorgenbarometer von RTL und ntv wurde am 22. und 23. Oktober unter 1.009 Bundesbürgern erhoben. Die Befragten bewerteten 16 Themen und Entwicklungen mit den Kategorien sehr große, große, weniger große oder keine Sorgen.Preise und Rechtsextremismus belasten Frauen stärkerÜber eine Zunahme des Rechtsextremismus sorgen sich 77 Prozent der Frauen und 64 Prozent der Männer. Steigende Wohnkosten nennen 79 Prozent der Frauen und 69 Prozent der Männer, bei steigenden Preisen liegen die Werte bei 88 beziehungsweise 79 Prozent.Männer bei zwei Themen besorgterNur bei zwei abgefragten Themen äußerten Männer häufiger große oder sehr große Sorgen. Eine Zunahme des Linksextremismus nannten 63 Prozent der Männer und 57 Prozent der Frauen. Bei den Folgen von Zuwanderung lagen die Werte bei 58 gegenüber 54 Prozent.Junge Erwachsene blicken auf Regierung und PreiseBei den 18- bis 29-Jährigen steht die Sorge über eine Überforderung der Bundesregierung mit 90 Prozent an erster Stelle. Es folgen steigende Preise mit 88 Prozent sowie die Sicherheit der Renten und eine Zunahme des Rechtsextremismus mit jeweils 83 Prozent.Die Folgen des Klimawandels beunruhigen 77 Prozent der unter 30-Jährigen, deutlich mehr als im Bevölkerungsdurchschnitt von 64 Prozent. Auch steigende Wohnkosten nennen 79 Prozent und soziale Ungleichheit 76 Prozent.Ältere sorgen sich stärker um KriminalitätBei den mindestens 60-Jährigen bereitet das Ausmaß der Kriminalität 81 Prozent große oder sehr große Sorgen. Unter den 18- bis 29-Jährigen sind es 50 Prozent. Eine Zunahme des Linksextremismus nennen 74 Prozent der Älteren und 38 Prozent der jungen Erwachsenen als Sorge.Die Angst, dass Deutschland in einen Krieg hineingezogen wird, äußern 68 Prozent der mindestens 60-Jährigen und 46 Prozent der unter 30-Jährigen. Damit unterscheiden sich die Altersgruppen bei sicherheitspolitischen Fragen deutlich.Großstädte besonders von Wohnkosten betroffenIn Städten mit mindestens 500.000 Einwohnern sorgen sich 84 Prozent über steigende Wohnkosten. In kleineren Ortsgrößenklassen liegen die Anteile zwischen 70 und 74 Prozent.Beim Linksextremismus zeigt sich ein umgekehrtes Muster: In Städten ab 100.000 Einwohnern äußern 47 bis 48 Prozent große oder sehr große Sorgen. In kleineren Städten und Gemeinden liegen die Werte zwischen 64 und 67 Prozent. Das Sorgenbarometer zeigt ein breites Belastungsgefühl, das sich je nach Geschlecht, Alter und Wohnort deutlich unterscheidet. Preissteigerungen und Wohnkosten gehören zu den Themen, die den Alltag unmittelbar berühren und deshalb besonders stark wahrgenommen werden. Die Unterschiede zwischen Frauen und Männern fallen zugleich bei sicherheits- und gesellschaftspolitischen Fragen besonders deutlich aus.Bei den jüngeren Befragten verbindet sich die Sorge über steigende Preise mit einem ausgeprägten Misstrauen in die Problemlösungskraft der Bundesregierung. Dass 90 Prozent der 18- bis 29-Jährigen eine Überforderung der Regierung befürchten, verweist auf eine politische Dimension, die über einzelne Sachthemen hinausgeht. Die erhöhte Sorge vor Klimafolgen und sozialer Ungleichheit ergänzt dieses Bild um langfristige Zukunftsfragen.Wohnort prägt die WahrnehmungDie Ergebnisse machen außerdem sichtbar, wie stark der Lebensort die Bewertung gesellschaftlicher Entwicklungen beeinflusst. Hohe Wohnkosten treffen Menschen in Großstädten besonders unmittelbar, während Sorgen über Linksextremismus in kleineren Städten und Gemeinden häufiger genannt werden. Für Politik und öffentliche Debatten bedeutet das, dass ein einheitliches Sorgenprofil die unterschiedlichen Erfahrungen der Bevölkerung nur unvollständig abbildet.