03.11.2026 - 12:09 Uhr

Schaeffler schließt vier Werke und streicht 3.460 Stellen

Der Autozulieferer streicht in Europa 3.460 Stellen und schließt vier deutsche Werke. VDA-Präsidentin Hildegard Müller verlangt von der Politik schnellere Verbesserungen bei den Standortbedingungen.

VDA reagiert auf Schaeffler-SparprogrammVDA-Präsidentin Hildegard Müller fordert nach den angekündigten Werksschließungen von Schaeffler schnelle Verbesserungen der Standortbedingungen in Deutschland. Der Autozulieferer will vier deutsche Standorte schließen und in Europa 3.460 Stellen abbauen, davon 2.660 in Deutschland.Müller verlangt politische PrioritätAm Rande des „Competitive Germany Summit“ des Nachrichtenmagazins Politico in Berlin sagte Müller, die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands müsse auf allen politischen Ebenen zur Top-Priorität werden. Politisches Nicht-Handeln koste jeden Tag weitere Jobs.Die VDA-Präsidentin verwies auf die Transformation der Automobilindustrie vom Verbrennungsmotor zur Elektrotechnologie. Wo neue Arbeitsplätze entstünden und Milliardeninvestitionen getätigt würden, entscheide sich an den Standortfaktoren.Vier Standorte betroffenSchaeffler hatte zuvor die Schließung von vier Standorten in Deutschland bekannt gegeben. Zusätzlich sollen in Europa 3.460 Stellen wegfallen; 2.660 davon entfallen auf Deutschland.Müller bezeichnete den Fall als weiteres Beispiel dafür, dass Unternehmen auf die aus ihrer Sicht schlechten Standortbedingungen in Deutschland reagieren müssten. Die angekündigten Maßnahmen verbinden damit den laufenden Technologiewandel mit einer politischen Debatte über die Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandorts. Die angekündigten Schließungen und der Abbau von 3.460 Stellen stehen im Zusammenhang mit dem anhaltenden Umbau der Automobilindustrie. Zulieferer müssen gleichzeitig auf den Rückgang klassischer Verbrennerkomponenten, den Hochlauf elektrischer Antriebe, hohe Produktionskosten und den internationalen Wettbewerbsdruck reagieren.Für Schaeffler verschärft sich die Lage durch die Integration von Vitesco und die schwächere Nachfrage nach bestimmten Produkten. Das Unternehmen hatte bereits zuvor ein umfangreiches Sparprogramm eingeleitet und den Abbau früherer Stellenziele beschleunigt. Die neue Maßnahme erhöht damit den Anpassungsdruck auf die deutschen Standorte deutlich.Standortkosten und InvestitionenHildegard Müller verknüpft den Fall mit der grundsätzlichen Standortdebatte. Entscheidend ist aus Sicht der Industrie, ob Energie-, Arbeits- und Bürokratiekosten sowie Genehmigungsverfahren Investitionen in Deutschland zulassen. Der Abbau zeigt zugleich, dass technologische Transformation nicht automatisch neue Beschäftigung an denselben Orten schafft.Für die betroffenen Regionen hängt viel davon ab, welche Ersatzarbeitsplätze entstehen und wie schnell neue industrielle Aktivitäten aufgebaut werden können. Politisch dürfte die Debatte deshalb über kurzfristige Hilfen hinaus auf verlässliche Rahmenbedingungen für Elektromobilität, Forschung, Produktion und Qualifizierung zielen. Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene FragenFrankfurter Rundschau: „Nächster Job-Schock bei Schaeffler: 3.460 Stellen fallen weg – vier Standorte sollen schließen“ (03.11.2026)Der Beitrag bestätigt den Abbau von 3.460 Stellen und die Schließung von vier deutschen Standorten. Er ordnet die Maßnahme in frühere Sparprogramme, die Vitesco-Integration und Belastungen im Elektroantriebsgeschäft ein.Tagesschau: „Kahlschlag bei Schaeffler: Stellenabbau und Standortschließungen“ (03.11.2026)Die Tagesschau nennt ebenfalls 2.660 wegfallende Stellen in Deutschland und beschreibt zusätzlich erwartete Einsparungen sowie die Kosten des Programms. Einen anderen Schwerpunkt setzt der Beitrag auf mögliche Gehaltsverzichte und die Kritik von Gewerkschaft und Betriebsrat.Gemeinsam bestätigen die Beiträge Umfang und geografischen Schwerpunkt des Stellenabbaus. Unterschiede liegen vor allem bei der Darstellung der finanziellen Ziele und bei der Gewichtung der Reaktionen von Beschäftigtenvertretungen.