25.10.2026 - 21:38 Uhr

Bulgarien-Wahl: Jotowa liegt mit 35 Prozent vorn

Ilijana Jotowa führt nach den ersten Hochrechnungen knapp vor dem früheren Ministerpräsidenten Andrej Gjurow. Weil keiner der Kandidaten die absolute Mehrheit erreicht, fällt die Entscheidung in einer zweiten Runde.

Jotowa führt nach erster HochrechnungBei der Präsidentschaftswahl in Bulgarien liegt Amtsinhaberin Ilijana Jotowa vorn. Laut Hochrechnungen des Instituts Alpha Research kommt sie auf knapp 35 Prozent der Stimmen, während der frühere Ministerpräsident Andrej Gjurow knapp 33 Prozent erreicht.Entscheidung fällt in StichwahlDa kein Kandidat am Sonntag mehr als 50 Prozent der Stimmen erhielt, wird in der kommenden Woche eine Stichwahl stattfinden. Damit entscheidet sich das Rennen zwischen Jotowa und Gjurow erst im zweiten Wahlgang.Unterstützung aus unterschiedlichen LagernBeide Kandidaten treten formal unabhängig an. Jotowa, die seit dem Rücktritt von Rumen Radew als Präsident Anfang des Jahres im Amt ist, wird von einem Mitte-Links-Bündnis unterstützt.Gjurow tritt als Kandidat der eher Konservativen an. Die politische Unterstützung der beiden Bewerber gibt der Stichwahl eine klare Lagerprägung, obwohl beide nicht offiziell als Parteikandidaten antreten. Die bulgarische Präsidentschaftswahl steht im Zeichen des Kriegs in der Ukraine und der außenpolitischen Ausrichtung des EU- und NATO-Mitglieds. Der Wahlkampf wird dabei nicht nur von innenpolitischen Fragen geprägt, sondern auch von der Frage, wie Sofia künftig zu Russland, zur Unterstützung der Ukraine und zur europäischen Sicherheitsordnung steht.Das knappe Ergebnis zwischen Ilijana Jotowa und Andrej Gjurow macht die Stichwahl zur entscheidenden zweiten Runde. Jotowa kann auf die Unterstützung eines Mitte-Links-Bündnisses bauen, während Gjurow konservative Wähler anspricht. Beide treten formal unabhängig an, sodass die Parteien ihre Anhänger nun für die jeweils favorisierte Seite mobilisieren müssen.Stichwahl entscheidet über politische RichtungFür die zweite Runde wird neben den ursprünglichen Unterstützern auch das Verhalten der ausgeschiedenen Kandidaten und ihrer Wähler entscheidend. Eine geringe Wahlbeteiligung kann das Gewicht gut organisierter Parteimilieus erhöhen. Die Stichwahl soll am 1. November stattfinden.Das Präsidentenamt besitzt in Bulgarien vor allem in Phasen politischer Instabilität und bei Übergangsregierungen besondere Bedeutung. Die Nachfolge von Rumen Radew sowie die europäische und sicherheitspolitische Positionierung des Landes verleihen dem Duell zusätzliche Reichweite über Bulgarien hinaus. Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene FragenEuronews: „Wahl überschattet von Ukraine-Krieg: Wer wird Präsident in Bulgarien?“ (25.10.2026)Der Beitrag ordnet die Wahl in den Zusammenhang des Ukraine-Kriegs ein und verweist auf eine erwartete geringe Beteiligung. Anders als die dts-Meldung stellt er die Stichwahl stärker als Folge der niedrigen Wahlbeteiligung und des engen Rennens dar.Stern: „Ukraine-Krieg überschattet Präsidentschaftswahl in Bulgarien“ (25.10.2026)Der Artikel bestätigt die Wahl und hebt den außenpolitischen Hintergrund sowie Andrej Gjurows Profil als pro-westlichen Herausforderer hervor. Gemeinsam ist den Berichten die Erwartung einer zweiten Runde; unterschiedliche Akzente liegen bei der Einordnung der internationalen und innenpolitischen Bedeutung.Übereinstimmend steht damit ein knappes Duell mit Stichwahl im Mittelpunkt. Offen bleibt vor allem, welche ausgeschiedenen Kandidaten und Wählergruppen sich in der zweiten Runde hinter Jotowa oder Gjurow stellen.