Friedrich Merz will mit den CDU-Spitzengremien über eine weibliche Nachfolge für das Bundespräsidentenamt beraten. Die CSU hält zugleich an Ilse Aigner als Favoritin fest.
CDU-Spitze berät über Nachfolge im BundespräsidentenamtBundeskanzler und CDU-Chef Friedrich Merz will am Sonntagabend mit dem Präsidium seiner Partei über die künftige Bundespräsidentin beraten. Dazu hat er das CDU-Präsidium für 20 Uhr zu einem Abendessen im Konrad-Adenauer-Haus eingeladen.Weitere Sitzung am Montag geplantMehrere Mitglieder bestätigten die Einladung. Am Montag soll das Präsidium erneut zusammenkommen; anschließend ist eine Sitzung des CDU-Bundesvorstands zur Frage der Bundespräsidentin vorgesehen.Merz legt sich auf Kandidatin der Mitte festMerz hatte sich bei einer Konferenz der CDU-Kreisvorsitzenden für eine Kandidatin der politischen Mitte ausgesprochen. Einen Namen nannte er nicht.CSU unterstützt Ilse AignerDie CSU favorisiert weiterhin die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner. Aus Unionskreisen hieß es, Merz könne auf diesen Vorschlag einschwenken, falls es innerhalb der CDU Bewegung zugunsten Aigners gebe.
Die Nachfolge im Bundespräsidentenamt gewinnt an politischem Gewicht, weil Frank-Walter Steinmeiers Amtszeit im Jahr 2027 endet. Mit der Festlegung auf eine Frau hat Friedrich Merz den Kreis möglicher Bewerberinnen politisch eingegrenzt, ohne sich bereits auf eine konkrete Person festzulegen.Die Union muss dabei unterschiedliche Interessen zusammenführen. Die CSU unterstützt Ilse Aigner, die als Präsidentin des Bayerischen Landtags über ein hohes staatspolitisches Profil verfügt. Zugleich sucht die CDU nach einer Kandidatin, die innerhalb der eigenen Partei und über das Unionslager hinaus Zustimmung finden kann.Entscheidung in mehreren SchrittenDas geplante Abendessen des CDU-Präsidiums am Sonntag und die weiteren Beratungen am Montag zeigen, dass Merz zunächst innerparteiliche Geschlossenheit herstellen will. Danach dürfte die Abstimmung mit dem CDU-Bundesvorstand und der CSU entscheidend dafür sein, ob die Union eine gemeinsame Personalentscheidung trifft.Für die Wahl ist anschließend die Bundesversammlung zuständig. Sie setzt sich aus den Mitgliedern des Bundestags und einer gleichen Zahl von Delegierten der Länder zusammen. Eine unionsinterne Verständigung ist deshalb politisch besonders relevant, weil eine Kandidatin für das höchste Staatsamt breite Unterstützung über die Parteigrenzen hinweg benötigt.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene FragenZDFheute: „Steinmeier-Nachfolge: Merz spricht sich für Frau aus“ (02.11.2026)Der Beitrag bestätigt Merz’ Festlegung auf eine Frau als Nachfolgerin Steinmeiers. Im Mittelpunkt steht die grundsätzliche politische Vorgabe, während die konkrete Kandidatin offenbleibt.Frankfurter Rundschau: „Zoff in der Union: Schnappt Söders Favoritin der CDU das höchste Staatsamt weg?“ (03.11.2026)Die Frankfurter Rundschau rückt den möglichen Konflikt zwischen CDU und CSU sowie Ilse Aigners Rolle in den Vordergrund. Damit ergänzt der Artikel die Nachricht um die parteiinternen Interessen, ohne eine Entscheidung über die Personalie vorwegzunehmen.Übereinstimmend steht die Suche nach einer Bundespräsidentin im Zentrum. Unterschiede ergeben sich beim Schwerpunkt: Während ZDFheute die Festlegung auf eine Frau betont, konzentriert sich die Frankfurter Rundschau stärker auf das Ringen um Aigner und die innerunionale Abstimmung.