06.11.2026 - 12:50 Uhr

COP31: Merz fehlt wegen Haushaltsfragen bei Klimakonferenz

Bundeskanzler Friedrich Merz nimmt nicht an der am Montag beginnenden COP31 in der Türkei teil. Ausschlaggebend sind nach der nun erläuterten Begründung offene Fragen in der Koalition vor der Haushaltsbereinigung sowie anschließende EU-Termine in Dublin.

Merz bleibt der COP31 in der Türkei fernBundeskanzler Friedrich Merz (CDU) reist nicht zur am Montag beginnenden Klimakonferenz COP31 in der Türkei. In Berlin wird die Entscheidung nun mit offenen Haushaltsfragen und wichtigen anschließenden Europaterminen begründet.Koalition muss Haushalt vorberatenVor der Bereinigungssitzung des Haushaltsausschusses am Mittwoch besteht demnach noch erheblicher Klärungsbedarf innerhalb der Koalition. Die Beratungen gelten als zentral für die weitere Abstimmung des Bundeshaushalts.EU-Termine folgen in DublinAm Donnerstag treffen sich der Europäische Rat und die Europäische Politische Gemeinschaft in Dublin. Das Treffen endet erst am Freitag; auf der Tagesordnung stehen unter anderem die Verhandlungen über den mehrjährigen Finanzrahmen der Europäischen Union und die Nachfolgeregelung an der Spitze der Europäischen Zentralbank.Minister reisen zur KlimakonferenzUmweltminister Carsten Schneider und Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan, beide SPD, waren bereits zuvor als Teilnehmer der Klimakonferenz angekündigt worden. Sie sollen Deutschland bei dem Treffen in der Türkei vertreten. Die Absage fällt in eine Woche, in der die Bundesregierung mehrere innen- und europapolitische Termine parallel bewältigen muss. Im Zentrum steht zunächst die Bereinigungssitzung des Haushaltsausschusses am Mittwoch. Dort werden offene Punkte des Bundeshaushalts innerhalb der Koalition abschließend beraten.Unmittelbar danach folgen in Dublin Beratungen des Europäischen Rates und der Europäischen Politischen Gemeinschaft. Der mehrjährige Finanzrahmen der Europäischen Union gehört zu den Themen, bei denen nationale Haushaltsentscheidungen und europäische Zusagen eng zusammenhängen. Auch die Nachfolgeregelung an der Spitze der Europäischen Zentralbank erhöht das politische Gewicht der Termine.Politisches Signal trotz deutscher VertretungDeutschland bleibt bei der COP31 dennoch durch Umweltminister Carsten Schneider und Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan vertreten. Damit können Fachfragen und Verhandlungen auf Ministerebene weitergeführt werden, während der Kanzler bei den parallel angesetzten Regierungs- und EU-Beratungen bleibt.Politisch ist die Entscheidung dennoch relevant: Die Teilnahme eines Regierungschefs dient bei internationalen Klimagipfeln nicht nur der Verhandlung einzelner Beschlüsse, sondern auch der öffentlichen Gewichtung des Themas. Das Fernbleiben lenkt deshalb den Blick auf die Prioritäten der Bundesregierung und dürfte die Erwartungen an die beiden entsandten Minister erhöhen. Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragentaz: „Kritik am Kanzler: Merz' No-Show bei der COP“ (05.11.2026)Der Artikel bestätigt, dass Merz nicht zur UN-Klimakonferenz in die Türkei reist, und stellt die heftige Kritik von Umweltverbänden, Grünen und Linken heraus. Anders als die dts-Meldung konzentriert sich der Beitrag auf die klimapolitische Bewertung und die Reaktionen auf die Absage.taz: „UN-Klimakonferenz in Antalya: Kein Zukunftskanzler“ (05.11.2026)Der Kommentar ordnet die Abwesenheit als Signal der deutschen Klimapolitik ein und verbindet sie mit früheren Aussagen und Entscheidungen der Bundesregierung. Damit setzt er einen deutlich wertenderen Schwerpunkt als die dts-Meldung, die vor allem die offenen Haushalts- und EU-Termine nennt.Übereinstimmung besteht beim Fernbleiben des Kanzlers; Unterschiede ergeben sich vor allem bei der Bewertung der politischen Bedeutung und beim Schwerpunkt zwischen Terminplanung und Klimapolitik.