Nach Angriffen auf Kühlanlagen von Supermärkten verlangt Bundesdigitalminister Karsten Wildberger mehr Schutz für vernetzte Betriebs- und Gebäudetechnik. Unternehmen und Verwaltung sollen vorhandene BSI-Empfehlungen umsetzen.
Wildberger fordert Schutz für vernetzte KühltechnikBundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU) ruft nach Cyber-Angriffen auf die Kühltechnik von Supermärkten zu größeren Anstrengungen beim Schutz digitaler Gebäude- und Betriebstechnik auf. Dem Nachrichtensender Welt sagte er, das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik habe bereits vor den jüngsten Attacken vor solchen Angriffsmöglichkeiten gewarnt.BSI veröffentlichte HandlungskatalogDas BSI habe vor zwei Wochen schriftlich darauf hingewiesen, dass vernetzte Betriebs- und Gebäudetechnik angegriffen werden könne, sagte Wildberger. Die Behörde habe dazu einen Katalog mit Handlungsempfehlungen veröffentlicht, der nun umgesetzt werden müsse.Wildberger betonte, Cybersicherheit gewinne leider zunehmend an Bedeutung. Auch Unternehmen und die Verwaltung müssten mehr Vorsorge treffen.Sicherheit als Voraussetzung für KIBei der geplanten KI-Initiative in Deutschland müsse die Sicherheit kritischer Infrastruktur gewahrt bleiben, mahnte der Minister. Technologie und Künstliche Intelligenz könnten nicht ohne Sicherheit gedacht werden.Für den Schutz digitaler Systeme gebe es in Deutschland entsprechendes Know-how. Im vergangenen Jahr sei bereits viel geschehen, zugleich müsse noch deutlich mehr umgesetzt werden.Minister setzt auf ZusammenarbeitWildberger verwies auf Unternehmen sowie den Austausch zwischen Politik, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Wissenschaft. Ein Comeback könne gelingen, wenn Deutschland den Mut aufbringe, die Vorhaben umzusetzen.Dazu gehöre auch Künstliche Intelligenz, die sicher sein müsse.
Der Angriff auf Kühlanlagen macht sichtbar, dass digitale Risiken nicht nur klassische IT-Systeme betreffen. Vernetzte Gebäude- und Betriebstechnik steuert zunehmend Kühlung, Heizung, Energieversorgung und industrielle Abläufe. Werden solche Systeme aus dem Internet erreicht oder unzureichend getrennt, können Manipulationen unmittelbare wirtschaftliche und praktische Folgen haben.Für Supermärkte ist die Kühlkette besonders sensibel: Schon vor dem aktuellen Vorfall verwies das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik auf die Notwendigkeit, internet erreichbare Steuerungsanlagen nach dem Stand der Technik abzusichern. Die Herausforderung liegt dabei nicht allein bei großen Handelsketten. Auch kleinere Betriebe müssen Zugänge kontrollieren, Systeme aktualisieren, Netzwerke segmentieren und Notfallabläufe für den manuellen Betrieb bereithalten.Schutz wird zur Voraussetzung für DigitalisierungWildbergers Verbindung von Cybersicherheit und der geplanten KI-Initiative zielt auf ein grundlegendes Spannungsfeld: Mehr Vernetzung kann Effizienz und Automatisierung erhöhen, vergrößert aber zugleich die Zahl potenzieller Angriffspunkte. Kritische Infrastruktur umfasst deshalb nicht nur Rechenzentren oder Energieanlagen, sondern auch die digitale Steuerung alltäglicher Versorgung.Für Verbraucher können solche Angriffe vor allem indirekte Folgen haben, etwa durch verdorbene Waren, vorübergehend geschlossene Märkte oder zusätzliche Kosten. Unternehmen und Behörden stehen vor der Aufgabe, Sicherheitsvorgaben nicht nur zu veröffentlichen, sondern sie in Beschaffung, Wartung und Krisenplanung dauerhaft zu verankern.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene FragenBayerischer Rundfunk: „Cyberangriff auf Kühlungen: Supermarkt in Niederbayern ...“ (03.11.2026)Der Beitrag berichtet über betroffene Kühlungen und hebt die Empfehlung des BSI hervor, aus dem Internet erreichbare Steuerungsanlagen nach dem Stand der Technik abzusichern. Damit liegt der Schwerpunkt stärker auf dem konkreten Schutzbedarf als auf der politischen Einordnung.Deutschlandfunk: „Hackerangriffe auch auf Kühlanlagen in deutschen Supermärkten“ (03.11.2026)Der Deutschlandfunk ordnet die Angriffe als europaweites Geschehen ein und berichtet, dass auch deutsche Unternehmen betroffen waren. Gemeinsam ist beiden Beiträgen der Fokus auf manipulierte Kühltechnik; offen bleibt der genaue technische Ablauf der Angriffe.Die Berichte stimmen beim unmittelbaren Schutzbedarf und der Betroffenheit deutscher Märkte überein. Unterschiede ergeben sich vor allem beim Blickwinkel: Der BR betont die BSI-Empfehlungen, während der Deutschlandfunk den europäischen Zusammenhang hervorhebt.