03.11.2026 - 10:18 Uhr

Wissenschaft: Verdi fordert Ende der Befristungsregeln

Vor der Bundestagsanhörung zur Reform des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes verlangt Verdi mehr unbefristete Stellen und kritisiert die Pläne der Bundesregierung als unzureichend.

Das Wissenschaftszeitvertragsgesetz erlaubt Hochschulen und Forschungseinrichtungen, wissenschaftliches Personal außerhalb der allgemeinen Regeln des Teilzeit- und Befristungsrechts zu beschäftigen. Die Sonderregelungen knüpfen Befristungen vor der Promotion und danach an Qualifizierungsphasen sowie an die Finanzierung aus Drittmitteln.Für Hochschulen schafft dieses Modell Flexibilität bei Qualifizierungsstellen und projektbezogener Forschung. Für Beschäftigte bedeutet es dagegen häufig, dass berufliche und private Entscheidungen unter unsicheren Vertragsbedingungen getroffen werden müssen. Besonders umstritten ist die Lage nach der Promotion, wenn weitere befristete Verträge mit Qualifizierung, Projektfinanzierung oder Haushaltsmitteln begründet werden.Reform zwischen Flexibilität und DauerstellenDie von Verdi genannte Befristungsquote macht deutlich, dass die Debatte nicht nur einzelne Karrierewege betrifft, sondern die Personalstruktur des deutschen Wissenschaftssystems. Eine Abschaffung der Sonderregeln würde Befristungen stärker an die allgemeinen arbeitsrechtlichen Voraussetzungen binden. Eine begrenztere Reform könnte dagegen Qualifizierungszeiten, Mindestlaufzeiten und Dauerstellenanteile neu ordnen.Für die Hochschulen wären die finanziellen Folgen entscheidend: Mehr unbefristete Stellen erfordern eine verlässlichere Grundfinanzierung und könnten die Zahl kurzfristiger Projektstellen verringern. Für Beschäftigte würden längere Vertragslaufzeiten und klarere Übergänge nach der Promotion die Planbarkeit verbessern. Die Bundestagsanhörung ist damit ein wichtiger Schritt für die Frage, ob der Gesetzentwurf die strukturelle Abhängigkeit von Befristungen tatsächlich reduziert.