CDU-Politiker Norbert Röttgen und Grünen-Politiker Anton Hofreiter lehnen eine Teilnahme Russlands an der Eishockey-WM 2027 in Deutschland ab. Im Zentrum steht die Frage, ob die Bundesregierung russischen Spielern die Einreise ermöglicht.
Röttgen und Hofreiter lehnen Russlands Teilnahme abDer CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen spricht sich gegen eine Teilnahme Russlands an der Eishockey-Weltmeisterschaft in Deutschland 2027 aus und erwartet von der Bundesregierung, keine Visa an russische Spieler auszugeben. Auch der Grünen-Politiker Anton Hofreiter lehnt eine Einreise des russischen Teams angesichts des fortgesetzten Angriffskriegs gegen die Ukraine ab.Röttgen fordert Visa-Stopp„Russland führt einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg, der sogar immer mehr ein menschenverachtender Vernichtungskrieg gegen Zivilisten und zivile Lebensräume in der Ukraine wird“, sagte Röttgen dem „Stern“. Solange dies der Fall sei, könne es keine Teilnahme Russlands an internationalen Sportwettbewerben geben.Als Konsequenz könne es auch keine Visaerteilung nach Deutschland für russische Sportler und Sportfunktionäre geben, sagte Röttgen. Der internationale Sport dürfe keine Normalität vortäuschen, „die im Gegensatz zu der Brutalität, dem Töten und Sterben steht, das die Ukrainer jeden Tag durch die russische Aggression erleiden“.Hofreiter kritisiert CAS-EntscheidungHofreiter bezeichnete die Entscheidung des Internationalen Sportgerichtshofs als fatal. Eishockey sei in Russland hochpolitisch; russische Nationalspieler hätten Putin und seine Partei bei den vergangenen Wahlen öffentlich unterstützt.Angesichts des mit unverminderter Härte fortgesetzten russischen Angriffskriegs und der zunehmenden russischen Kriegsverbrechen könne er sich nicht vorstellen, dass die Bundesregierung dem russischen Team Einreisevisa erteile, sagte Hofreiter. Russland dürfe keine internationale Bühne im Sport erhalten.CAS hebt Sperre für Saison 2026/2027 aufDer Internationale Sportgerichtshof hatte Russland vergangene Woche eine Teilnahme an der Eishockey-WM erlaubt. Das Schiedsgericht gab einer Berufung des russischen Eishockeyverbands gegen den Weltverband IIHF statt.Der CAS hob die Entscheidung auf, russische Teams auch in der Saison 2026/2027 nicht zuzulassen. Damit wären die Russen bei der Weltmeisterschaft im Mai 2027 in Deutschland spielberechtigt.
Die Entscheidung des Internationalen Sportgerichtshofs verändert die Ausgangslage für die Eishockey-Weltmeisterschaft 2027 in Deutschland unmittelbar. Der CAS hob die Sperre russischer Teams für die Saison 2026/2027 auf; damit ist die russische Nationalmannschaft nach dem Urteil grundsätzlich für das Turnier im Mai 2027 spielberechtigt.Sportpolitisch bleibt die Zulassung jedoch konfliktträchtig. Während der internationale Sportgerichtshof die Verbandsentscheidung aufhob, verweisen Röttgen und Hofreiter auf den fortdauernden russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine und lehnen eine Rückkehr russischer Nationalspieler auf internationale Bühnen ab. Ihre Forderung nach einer Verweigerung von Visa richtet sich an die Bundesregierung und könnte die sportrechtliche Zulassung praktisch begrenzen.WM-Ausrichtung unter DruckFür den Deutschen Eishockey-Bund und den Weltverband IIHF entsteht damit ein Spannungsfeld zwischen einer bindenden sportrechtlichen Entscheidung, politischen Einreiseentscheidungen und der Rolle Deutschlands als Gastgeber. Mehrere aktuelle Berichte stellen deshalb die Austragung des Turniers in Deutschland infrage oder thematisieren eine mögliche Rückgabe der Veranstaltung.Für Zuschauer, Veranstalter und beteiligte Verbände ist entscheidend, ob Russland tatsächlich einreist, unter welchen Bedingungen eine Teilnahme erfolgen könnte und ob Deutschland die politische Verantwortung für die Ausrichtung beibehält. Eine Visa-Entscheidung der Bundesregierung hätte damit nicht nur Auswirkungen auf das russische Team, sondern auch auf Planungssicherheit, Sicherheitskonzepte und die internationale Vermarktung der WM.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragenn-tv: „Bundesregierung könnte Russlands WM-Start noch verhindern“ (02.11.2026)Der Beitrag stellt heraus, dass Russlands Spieler nach dem CAS-Spruch wieder für Weltmeisterschaften zugelassen sind. Anders als die politische Forderung von Röttgen und Hofreiter konzentriert sich der Artikel auf den möglichen Hebel der Bundesregierung über die Visaerteilung.WDR: „Eishockey-WM wegen Russland auf der Kippe?“ (02.11.2026)Der WDR rückt die Folgen für das Turnier in den Mittelpunkt und berichtet, dass die Austragung im Mai 2027 in Deutschland infrage steht. Damit erweitert der Beitrag den Blick von der Teilnahme Russlands auf die Zukunft der gesamten Veranstaltung.Einigkeit besteht darin, dass das CAS-Urteil die Rückkehr russischer Teams ermöglicht und Deutschland nun vor einer politischen und organisatorischen Entscheidung steht. Offen bleibt, ob Visa erteilt werden und ob der Deutsche Eishockey-Bund an der Heim-WM festhält.